Eine wei­tere Woche ging ins Land der unbe­grenz­ten Kom­mer­zia­li­sie­rung. Ich frage mich immer, wohin die Zeit denn nun ging, da ich hier doch in weni­ger Sachen drin­hänge. Aber am Ende sind irgend­wie immer noch ein bis zwei blöde Haus­auf­ga­ben offen, die ich dann noch im Laufe der Woche schnell erle­di­gen muss.

Ein Schwer­punkt diese Woche war Vol­ley­ball, da am gest­ri­gen Sams­tag ein Tur­nier anstand. Um mich dar­auf opti­mal vor­zu­be­rei­ten und den Trai­nings­rück­stand auf­zu­ho­len, nahm ich an drei Trai­nings teil. War nicht schlecht, mal wie­der den Schweiß flie­ßen zu sehen und die­ses tolle Gefühl der Ermat­tung am Ende eines Tages zu spü­ren. Am Sams­tag lief’s dann bes­ser als beim letz­ten Mal, wir gewan­nen unser ers­tes Spiel! Die Freude war unbe­schreib­lich, es war ein wirk­lich schö­ner Augen­blick. Die Sport­halle war mal wie­der ein impo­san­ter Anblick, im Zen­trum die­ser mehr­stö­cki­gen Anlage befand sich eine rie­sige Klet­ter­wand. Wäh­rend einer Pause saß ich dort und schaute beim Essen lau­ter klei­nen Kin­dern zu, die sich am Kunst­fels pro­bier­ten. Bei mei­nen mit­ge­brach­ten Nah­rungs­mit­teln offen­barte sich mal wie­der der kul­tu­relle Unter­schied: Die Leute, wel­che auf ihren vor­wie­gend soeben bei Sub­way gekauf­ten Sand­wi­ches her­um­kau­ten, schau­ten mir befrem­det beim Ver­zehr von unge­koch­tem (!) Paprika zu. Der Kom­men­tar lief dann in Rich­tung „healthy food”, als wenn es etwas Beson­de­res wäre.

Heute am Sonn­tag war ich mal wie­der bei mei­nem Gast­va­ter, wir schau­ten uns den alten „Dune”-Film von David Lynch an. Es war der letzte auf ein Mas­sen­pu­bli­kum aus­ge­rich­tete Strei­fen von ihm, durch den Flop an den Kino­kas­sen wen­dete er sich end­gül­tig von die­ser Art Fil­men ab und drehte seit­her avant­gar­dis­ti­sche Strei­fen wie „Lost High­way” oder „Mul­hol­land Drive”. Es ist immer wie­der lus­tig, alte Science-​​Fiction-​​Filme zu sehen, mit ihren wit­zi­gen, klo­bi­gen Gerä­ten. War den­noch mal wie­der span­nend, beson­ders im Ver­gleich zum neue­ren drei­tei­li­gen Film, der an vie­len Stel­len gefäl­li­ger aus­fiel. Nach dem Film­ver­gnü­gen gab’s Chili mit Reis, echt lecker!

Und so sitze ich hier rum, fühle mich ziem­lich voll­ge­fres­sen und unmo­ti­viert, die bei­den Haus­auf­ga­ben zu been­den. Aber mor­gen ist auch noch ein Tag, und wenn ich ganz zei­tig auf­stehe, schaffe ich bestimmt — aber las­sen wir diese Spekulationen.

Der Theater-​​Verein wird nächs­tes Semes­ter das Musi­cal „Chi­cago” auf­füh­ren. Ich bin etwas ent­täuscht, dass nicht „Cabe­ret” das Ren­nen gemacht hat, es spielt näm­lich im Ber­lin der End­zwan­zi­ger, so dass eine gute Rolle bestimmt drin gewe­sen wäre. Doch mit der Wahl des ande­ren Stü­ckes werde ich mir das reif­lich überlegen.

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