Gern würde ich jetzt erzäh­len, wie Ame­ri­ka­ner Weih­nach­ten ver­brin­gen, wel­che Tra­di­tio­nen und Bräu­che sich hier her­aus­ge­bil­det haben. Doch lei­der sind alle Leute, die wir ken­nen, von dan­nen gezo­gen. Blacks­burg ist momen­tan eine Geis­ter­stadt. Dazu passt auch der eisige Wind, der momen­tan durch die Stra­ßen weht. Ges­tern erzählte ich noch scherz­haft eini­gen Anru­fern, dass wir eine weiße Weih­nacht nur durch die höhere Tem­pe­ra­tur ver­pass­ten, sich infol­ge­des­sen Regen­schauer erga­ben. Doch heute, am Tag danach zie­hen die Aus­läu­fer eines Win­ter­sturms über uns hin­weg. Doch noch ist’s warm im Häuschen.

Hei­lig­abend ver­brachte ich mit Mischa nach allen Regeln der Kunst. Tan­nen­baum, Geschenke, Plätz­chen — wir füg­ten eigen­mäch­tig noch Weiß­wein, Kat­zen und selt­same Gesprä­che hinzu. Es war ein ganz beson­de­res Weih­nach­ten, anders und doch ein wenig an der Tra­di­tion ori­en­tiert. Durch einige Anrufe konnte ich auch die Ver­bin­dung zur Hei­mat herstellen.

Die viele Frei­zeit nutze ich dazu, ganz kon­zen­triert wenig Sinn­vol­les zu tun. Ich lese den Herrn der Ringe — in der Ori­gi­nal­ver­sion. Der Kino­be­such des zwei­ten Teils der Tri­lo­gie am letz­ten Sams­tag mit mei­ner Gast­fa­mi­lie war beein­dru­ckend und ver­lei­tete mich dazu, die­ses Unter­fan­gen zu begin­nen. Böse Mächte hal­ten mich gele­gent­lich davon ab, doch stets kehre ich wie­der auf den rech­ten Pfad zurück. Und wenn alles gut geht, kann ich diese Mis­sion erfül­len und der Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den. Da fällt mir doch glatt ein, dass ich gerade auf dem Weg nach Isen­gard bin, um ein Schwätz­chen mit Saru­man zu hal­ten. Also, ver­zeiht bitte meine Eile, aber ich muss das Licht des Tages aus­nut­zen und wei­ter rei­ten, meine Gefähr­ten sind schon weit voraus…

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