Ein schö­nes Buch mit vie­len intel­lek­tu­el­len Anspie­lun­gen, ich bekam es bei der Abschieds­le­sung in Dres­den geschenkt, mit auf den Weg. Eine Stelle erin­nerte mich sofort an meine Art, Kla­vier zu spie­len, bzw. zu sehr davon begeis­tert zu sein, als auf das pedan­ti­sche Ein­hal­ten von Rhyth­mus und der­glei­chen zu achten:

Sie hatte das Kon­ser­va­to­rium in Den Haag besucht und war Fach­frau, die wusste, dass es beim Musi­zie­ren nicht um das Aus­drü­cken von Emo­tio­nen ging, son­dern um das Erzeu­gen von sol­chen: das konnte nur gelin­gen, wenn es pro­fes­sio­nell geschah, das heißt, unbe­wegt wie ein Chir­urg; wie thea­tra­lisch die Mie­nen der Diri­gen­ten und Solis­ten auch immer waren, wenn sie wuss­ten, dass man ihnen zusah: zu Hause oder wäh­rend der Pro­ben mach­ten sie diese Faxen nie. Max hin­ge­gen war in einem sol­chen Maße kein Musi­ker, dass es ihm nahezu unmög­lich war zu musi­zie­ren, und zwar nicht, weil es ihn nicht berührte, son­dern weil es ihn zu sehr berührte. … Wenn er auf sei­nem Flü­gel eine Taste anschlug und danach die Oktav­taste, ergriff ihn das schon hef­tig und eröff­nete einen Abgrund in ihm, vor dem er Höhen­angst bekam.

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