Dres­den. Mein drit­ter Besuch hier seit ich Ende Juni nach Zürich ging. So lang­sam fühle ich mich als Frem­der, als Besu­cher auf Zeit. Die Stadt emp­fing mich mit trü­bem Novem­ber­wet­ter, einem ent­stell­ten Haupt­bahn­hof, einem auf­ge­fetz­ten Post­platz und schließ­lich mit Schnee­fall. Letz­te­res wohl, um die Schand­fle­cken zu bede­cken, die aber ein Zei­chen der stän­di­gen Wand­lung sind.

Ich suche nach fes­ten Punk­ten, und es fällt mir immer schwe­rer, sie zu fin­den. Die Leute sind in ihrem All­tag, man­che tun sich schwer, nur wegen mir die­sen All­tag zu unter­bre­chen. Aber andere hei­ßen mich herz­lich will­kom­men, gehen mir ein Stück­chen ent­ge­gen. Ich erlebe schöne Stun­den im Kreis von Men­schen, die mir immer noch viel bedeuten.

Ich hänge zwi­schen den Städ­ten. Habe (noch) keine rich­tige Hei­mat in Zürich gefun­den. Und Dres­den wird mir fremd. Es ist eine Überg­angs­phase, wie eine gute Freun­din so tref­fend bemerkte. Ich spinne mich ein, um neu gebo­ren zu wer­den. Als Wahl­schwei­zer. Als Zür­cher. Warum muss das nur immer so lange dauern.

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