Der zweite Tag am Hang ist ange­bro­chen, es ist immer noch nicht mein Sport.

Angst. Schnel­ler wer­den, nicht mehr anhal­ten kön­nen. Kol­li­die­ren. Ski zer­bors­ten, Stö­cke ver­bo­gen. Ret­tungs­hub­schrau­ber. Gips am Bein, zu Hause, Wochen.

Über­win­den. Es ist nur ein Hang. Han­gab­triebs­kraft, bere­chen­bar. Run­ter fah­ren, Kurve links, Kurve rechts. Das Gefühl, immer anhal­ten zu kön­nen. Es aber nicht zu müs­sen. Das macht mich schnel­ler, meine Abfahrt flüs­sig. Stock­ein­satz fehlt. Um den Stock herum die Kurve neh­men, Ober­kör­per auto­ma­tisch rich­tig. Die Skier enger, mehr auf den Kan­ten, mehr Kraft über­tra­gen. Ansons­ten ganz gut.

Lifte ver­bin­den, trans­por­tie­ren die Mas­sen. Früh haupt­säch­lich rauf, nach­mit­tags haupt­säch­lich run­ter. Ses­sel­lifte, Kabi­nen­lifte, Rota­ti­ons­gon­deln — alles kommt vor. Lifte als Arte­rien und Venen, die Ski­pis­ten als klei­nere Gefäße. Obwohl, der Ver­gleich passt schlecht, Abfah­ren ist Zweck, Lift­fah­ren Mit­tel. Lift­fah­ren ist Kochen, Abfah­ren Essen. Dem­ent­spre­chend genieße ich indus­tri­elle Mas­sen­ware, das Kochen inter­es­siert mich nicht. Fast Food.

Es ist kalt, der Wind weht, still sitze ich im Ses­sel­lift, sehe meine blaue Piste immer wie­der von oben. Sieht ganz anders aus, gar nicht so steil. Dann kommt die Berg­sta­tion in Sicht, ich nehme die Skier her­un­ter, klappe die Hal­tes­tange hoch, mache mich bereit. Snow­boar­der sehen lus­tig aus, sie müs­sen mit dem freien Bein sta­bi­li­sie­ren, sto­ßen sich immer wie­der ab, als Ski­fah­rer kann man quasi sofort wei­ter­ma­chen. Immer mehr Snow­boar­der, fast komme ich mir als Ski­fah­rer rebel­lisch vor, oder alt­mo­disch, wie ein Ana­log­fo­to­graf, belä­chelt, aber viel­leicht auch ein wenig bewundert.

Ähnli­che Arti­kel /​ Rela­ted posts:

  1. Ski­fah­ren in Davos
  2. Ski­fah­ren am Zauberberg

Ähnli­che Arti­kel bereit­ge­stellt von Yet Ano­ther Rela­ted Posts Plu­gin.