Heute mor­gen im Schau­spiel­haus: C. Bernd Sucher (Thea­ter­kri­ti­ker) bekennt sich zu sei­ner Lei­den­schaft für Joyce.

Neu für mich waren vor allem die Bemer­kun­gen zum Men­schen Joyce. Ein früh­rei­fer, arro­gant wir­ken­der Klas­sen­pri­mus, so beschreibt Sucher Joyce wäh­rend der Schul­zeit. Schon zu die­ser Zeit äußerte Joyce den Ent­schluss, noch zu Leb­zei­ten berühmt zu wer­den. An Selbst­ver­trauen man­gelte es ihm also nicht. Nach der Schule ver­schlug es ihn mal hier­hin, mal dort­hin, Rom widerte ihn an (wie ein Mensch, der sei­nen Lebens­un­ter­halt davon bestrei­tet, die Gebeine sei­ner Groß­mut­ter zu ver­scher­beln), und selbst Zürich mochte er nicht so wirk­lich. Den­noch blieb er recht lange und arbei­tete lange Zeit an sei­nem Haupt­werk Ulysses.

Wobei — das war die zweite Über­ra­schung, er mit Fin­ni­gans Wake ein noch kom­ple­xe­res, noch ver­netz­te­res, noch unver­ständ­li­che­res Buch geschrie­ben hat. Naja, mir reicht Ulys­sus schon. Zur Ein­stiegs­lek­türe sei übri­gens Dub­li­ner emp­foh­len, eine Reihe von regel­recht ver­ständ­li­chen Erzählungen.

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