Woran erkennt man ein moder­nes Theaterstück?

  1. Am Ende sind nur noch 90% der Zuschauer da.
  2. Man ver­steht zu kei­nem Augen­blick, worum es geht.
  3. Das Stück ver­zich­tet auf solch alt­mo­di­sche Dinge wie eine Handlung.
  4. Es gibt viele tolle Licht­ef­fekte mit rie­si­gen Bea­mern, die man nicht versteht.
  5. Der Applaus ist dürftig.
  6. Es gibt sich auf run­den Bah­nen bewe­gende Vor­hänge, die man nicht versteht.
  7. Am Ende sieht das Büh­nen­bild zwar anders aus, aber es ist völ­lig unklar warum.
  8. Die live gespielte Musik ist dis­har­mo­nisch und an der Grenze des Erträg­li­chen, ein an– und abschwel­len­des Gebrummel.

Aber he, trotz allem fand ich das Stück Wal­king in the Limits (Heinz Reber, Frank Krug und Law­rence Wal­len) toll. Eben, weil ich nichts ver­stan­den habe. Und weil diese Grenz­er­fah­run­gen mir immer wie­der gehol­fen haben, noch komi­schere Bücher zu lesen und mich dabei völ­lig nor­mal zu fin­den. Was ist zum Bei­spiel schon Ulys­sus (James Joyce)? Ver­gli­chen mit heute Abend ein klar kon­stru­ier­ter Bana­li­tä­ten­ro­man. Und Zwölf­ton­mu­sik hat auch ihren Charme. Aber genug davon.

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