Eines sind die Stü­cke von Yas­mina Reza alle­samt: extrem unter­halt­sam. So auch heute das Stück Der Gott des Gemet­zels, wel­ches hier in Zürich urauf­ge­führt wird. Zwei Ehe­paare tref­fen sich, da sich ihre Kin­der geprü­gelt haben, einer hat dem ande­ren mit einem Stock einen oder zwei Zähne ausgeschlagen.

Was als ver­ständ­nis­vol­les Gespräch beginnt, artet schließ­lich aus, die Abgründe der Per­so­nen wer­den deut­lich. Es ist kon­stru­iert, der harm­lose wei­che Fami­li­en­papa ent­puppt sich als Hams­ter­quä­ler, die kul­ti­vierte Schrift­stel­le­rin wird hys­te­risch, als ihre wert­vol­len Bild­bände beschmutzt wer­den, der schnei­dige Anwalt berät eine Pharma-​​Firma, die zwar von den Neben­wir­kun­gen eines Medi­ka­ments wusste, es aber auf­grund des finan­zi­el­len Erfolgs nicht vom Markt neh­men wollte. Kon­stru­iert abgrün­dige Figu­ren, die man nicht so wirk­lich ernst neh­men kann, aber schließ­lich ist das Stück ja auch eine Komödie.

Noch eine Erin­ne­rung: Von Yas­mina Reza stammt auch Kunst, wel­ches ich irgend­wann mal im Dresd­ner Schloss­thea­ter sah. Ähnli­cher flot­ter Stil, es geht um ein wei­ßes Gemälde, an dem die Dis­kus­sion zweier alter Freunde um moderne Kunst und viele andere Dinge ent­brennt. Was mir haf­ten blieb ist der Dritte, wel­cher an einer Stelle atem­los her­ein­stürzt und einen ewig lan­gen Mono­log hält, atem­los, fas­sungs­los, genial.

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