Ein anstren­gen­des Stück, meis­ter­haft insze­niert, aber es pas­siert halt ein­fach nichts. Estra­gon und Wla­di­mir war­ten. Sie reden über die­ses und jenes, schla­gen die Zeit tot. Dann kom­men zwei andere Leute, wobei der eine (Lucky) des ande­ren (Pozzo) Sklave zu sein scheint. Lucky schleppt eine Kiste mit Essen und einen Klapp­stuhl, trägt ein Hals­band wie ein Hund und ist sicht­lich am Rande sei­ner Kräfte. Er sagt nichts, bis zu dem Zeit­punkt, als er auf­ge­for­dert wird, zu „den­ken”. Dann bricht es los aus ihm, Gemein­plätze, Wie­der­ho­lun­gen, Gedan­ken — nur mit Mühe kön­nen die bei­den War­ten­den (Estra­gon und Wla­di­mir) ihn zu Boden wer­fen und dem Den­ken Ein­halt gebie­ten. Dann gehen die bei­den selt­sa­men Neu­an­kömm­linge wie­der. Vla­di­mir und Estra­gon war­ten wei­ter. Auf der Bühne nur ein ange­deu­te­ter Baum, mini­ma­lis­tisch, alles andere würde bei dem Text auch befremd­lich wir­ken. Das Stück wird getra­gen von den bei­den Haupt­dar­stel­lern — den jün­ge­ren kenne ich aus Amphi­tryon — von ihrem komö­di­an­ti­schen Talent. Sich einen Schuh aus­zie­hen, damit unter­hält Estra­gon (Ernst Stötz­ner) schon mal ein paar Minu­ten das Publikum.

War­ten auf das Nichts. Godot kommt nicht, statt­des­sen kommt ein Junge, der jeden Abend von Neuem ver­ängs­tigt sich nähert und seine Nach­richt über­bringt, dass Godot sich ver­spä­tet und erst am nächs­ten Abend kom­men wird. Er erkennt die bei­den nicht wie­der, sie sind gefan­gen in einer Art Zeit­schleife, auch der Ort spie­gelt diese Gefan­gen­heit, da es in beide Rich­tun­gen zu einem Abgrund geht. So tref­fen sie sich jeden Abend wie­der, freuen sich, ver­trei­ben die Zeit, spie­len Wort­spiele, schwel­gen in Erin­ne­run­gen, ner­ven sich an. Eine Para­bel auf das Leben aus Sicht der Exis­ten­zia­lis­ten, das immer wie­der Glei­che, ohne Aus­weg, ohne Sinn. Denn Godot, also die Per­son, auf die sie war­ten, ken­nen sie nicht, sie sind nicht ein­mal sicher, ob er über­haupt existiert.

Estra­gon: Komm, wir gehen!
Wla­di­mir: Wir kön­nen nicht.
Estra­gon: Warum nicht?
Wla­di­mir: Wir war­ten auf Godot.
Estra­gon: Ach ja.

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