Drei Tage durch­at­men, Thea­ter­be­such, Käse­fon­due, Pila­tus, Fla­nie­ren am See — Besu­che sind eine her­vor­ra­gende Erfin­dung. Noch dazu so nette wie Kris­tina, die ich schon seit der Schule kenne. Gemein­sam ver­brach­ten wir drei wun­der­volle, ent­spannte, ereig­nis­rei­che Tage. Das war für mich wie ein Kurz­ur­laub, andere Gedan­ken, Natur, Sonne ins Gesicht schei­nen las­sen. Aber der für Mitt­woch geplante Dreh­ter­min fürs Schwei­zer Fern­se­hen warf seine Schat­ten vor­aus, auf dem Pila­tus ereilte mich ein Anruf, dass die von mir pro­gram­mier­ten Klänge zur fal­schen Zeit kämen. Und außer­dem wäre noch drin­gend abzu­klä­ren, ob nicht die Vor­hänge doch schon bis zum nächs­ten Mitt­woch ange­bracht sein könn­ten. Aber abge­se­hen von die­sem Schat­ten waren es son­nige Tage.

Cha­rak­te­ris­tisch dafür ist die­ses Bild, auf­ge­nom­men am See­ufer am Züri­horn. Manch­mal ist es eine ein­fa­che Geste, die einen schö­nen Blick kre­iert. Noch dazu im grel­len Tages­licht, wel­ches sonst für zusam­men­ge­knif­fene Augen und damit einen leicht ange­spann­ten Aus­druck sorgte. Und der passte ein­fach nicht zur ent­spann­ten Som­mer­stim­mung am See.

Am Don­ners­tag Abend besuch­ten wir noch Wer hat Angst vor Vir­gi­nia Woolf? im Schau­spiel­haus Zürich. In letz­ter Zeit mag ich Stü­cke in klei­ner Beset­zung viel lie­ber, die sind ein­fach inten­si­ver und man erlebt mehr Facet­ten der Schau­spie­ler. In die­sem Stück waren es ledig­lich zwei Paare, die uns für immer­hin zwei Stun­den vor­treff­lich unter­hiel­ten. Es gab schon auch ein paar Län­gen, aber ins­ge­samt waren wir begeis­tert. Es war eine Reise in die ehe­li­chen Abgründe vor allem des älte­ren Paa­res, sie nutz­ten die Anwe­sen­heit der bei­den jün­ge­ren Gäste als Gele­gen­heit zum gegen­sei­ti­gen Ver­let­zen. Und das taten sie recht aus­gie­big, neben­bei wur­den auch ein gutes Dut­zend Drinks geleert. Es ist halt immer noch am bes­ten, mit mensch­li­chen Abgrün­den einen Abend zu fül­len, Har­mo­nie lässt sich meist nicht so lang aus­deh­nen. In die­sem Sinne komme ich auch zum Schluss die­ser har­mo­ni­schen, aber kur­zen Beschrei­bung des letz­ten, ver­län­ger­ten Wochen­en­des. Zum Abschluss noch ein Kon­trast­bild zur som­mer­li­chen See­stim­mung in Zürich — die schnee­be­deck­ten Alpen­gip­fel, auf­ge­nom­men auf dem Pila­tus bei Luzern.

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