Durch meine Tätig­kei­ten als Redak­teur, Gestal­ter eines Theater-​​Abendprogramms und Autor eines Web­logs kam ich schon oft mit dem Set­zen von Text in Berüh­rung. Aber eigent­lich ist mein Wis­sen recht begrenzt, bezie­hungs­weise geprägt durch die Arbeit mit LaTeX, einem Text­satz­sys­tem vor allem für wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­tio­nen. Von daher waren mir einige typo­gra­phi­sche Grund­sätze in Fleisch und Blut über­ge­gan­gen, wel­che bei LaTeX von KOMA-​​Script umge­setzt wer­den, unter anderem

  • Sei­ten­ge­stal­tung mit brei­ten Rän­dern und maxi­mal 70 Zei­chen pro Zeile
  • Serifen-​​Font für Fließ­text, seri­fen­lo­ser Font für Überschriften
  • Block­satz in allen Lebenslagen

Bei der Dis­kus­sion mit ande­ren Leu­ten wur­den aber die meis­ten die­ser eher­nen Grund­sätze in Frage gestellt, so dass ich mich fragte, warum dies alles eigent­lich so defi­niert ist. Und somit lan­dete ich zwangs­läu­fig bei der Kunst der Typographie.

Mitt­ler­weile habe ich ein sehr schö­nes Buch gefun­den, wel­ches die Grund­sätze anschau­lich beschreibt: The Ele­ments of Typo­gra­phic Style (Robert Bring­hurst). Bis jetzt bin ich vom Buch extrem begeis­tert und ver­tiefe mich in die Geschichte und heu­tige Anwen­dung der Typo­gra­phie. Denn das Thema ist auch im Hin­blick auf die Gestal­tung von Web­sei­ten immer aktu­ell. In der neu geplan­ten Spe­zi­fi­ka­tion der Casca­ding Style Sheets (CSS3) ist in Sachen Schrift­ar­ten eini­ges in Bewe­gung gera­ten, als Webseiten-​​Gestalter kann man jetzt benö­tigte Schrift­ar­ten her­un­ter­la­den und muss nicht mehr dar­auf ver­trauen, dass sie auf dem Rech­ner des Nut­zers instal­liert sind. Bereits heute unter­stüt­zen die meis­ten Brow­ser diese Funk­tion, jedoch wird es noch eine Weile dau­ern, bis die breite Masse der Web­sei­ten davon pro­fi­tie­ren kann. Ein Pro­blem ist noch die Lizen­sie­rung von Schriftarten.

Die Auf­gabe des Typo­gra­phen ist immer, den Inhalt gekonnt zur Gel­tung zu brin­gen und anschlie­ßend selbst zu verw­schwin­den. Wie beim Regis­seur, der bei der Pre­miere taten­los im Publi­kum sit­zen muss, wird die Arbeit des Typo­gra­phen im End­ef­fekt unsicht­bar. Mit die­sem Web­log habe ich jeden­falls ein gutes Übungs­werk­zeug und werde ein paar Sachen damit aus­pro­bie­ren. Mehr Sinn macht das Ganze bei Druck­sa­chen, wo mir mit Adobe InDe­sign ein Pro­fi­werk­zeug zur Ver­fü­gung steht. Aber letzt­end­lich steht Typo­gra­phie über allen Werkzeugen.

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