Keine Rede zur Wirt­schafts­po­li­tik kommt ohne diese bei­den Grund­be­griffe aus: Wohl­stand und Wachs­tum. Doch ange­sichts einer Welt mit begrenz­ten Roh­stof­fen stellt sich die Frage, wie genau denn unend­li­ches Wachs­tum funk­tio­nie­ren soll. Denn nach der heu­ti­gen Auf­fas­sung bedeu­tet Wachs­tum ein ste­ti­ges Mehr an Pro­duk­tion und Kon­sum. Und Wohl­stand ist ein mate­ri­el­ler Begriff, der eng an Über­fluss gekop­pelt ist.


Wohin führt die Art unse­res Wirt­schaf­tens?

In vor­in­dus­tri­el­len Zei­ten hat­ten diese Begriffe eine ganz andere Bedeu­tung. Wachs­tum war dort das Wachs­tum der Pflan­zen auf dem Feld oder der Bäume im Wald, wel­ches die Lebens­grund­lage der dama­li­gen Bevöl­ke­rung dar­stellte. Wachs­tum bedeu­tete aber keine Zunahme der Anbau­flä­che, da hät­ten die benach­bar­ten Dör­fer wohl etwas dage­gen gehabt. Auch der Wald wächst stän­dig ohne sich zwangs­läu­fig aus­deh­nen zu müs­sen. Wohl­stand war damals auch nur wenig ans Mate­ri­elle gekop­pelt, statt­des­sen genügte es, wenn man mit den Mit­men­schen und Gott gut auskam.

Die Rück­be­sin­nung auf diese ursprüng­li­che Bedeu­tung der Begriffe Wohl­stand und Wachs­tum ist not­wen­dig, um zu einer neuen Art des Wirt­schaf­tens zu gelan­gen. Ver­zich­ten müs­sen wir, aber wenn wir auf das Über­flüs­sige ver­zich­ten, fehlt uns nichts. Ver­zich­ten wir auf über­flüs­sige Lebens­mit­tel, die im Abfall lan­den, auf Flug­rei­sen, die wir nur wegen des güns­ti­gen Prei­ses buchen, auf Status-​​Symbole und die aller­neu­es­ten tech­ni­schen Spielereien.

Ange­regt durch den Deutschlandfunk-​​Beitrag Weg­mar­ken 2010: Wohl­stand ohne Wachstum?

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