Das einzig Wahre – Premiere

Henry und Brody, im Hintergrund Annie Das war ein Abend – nach langer Vorbereitung spielten wir heute zum ersten Mal vor Publikum. Zum Glück habe ich am Freitag frei, arbeitsfähig wäre ich sicherlich nicht nach diesem intensiven Abend. Vorher hatten wir drei Durchläufe gemacht, und das meiste hat gut geklappt, wir hatten das richtige Maß an Energie, Spielfreude und Leichtigkeit. Vielen Dank an alle Comparis-Leute! Es war echt schön, so viele von euch im Publikum zu sehen. Weiterlesen →

Henrys Gitarre

Henry spielt Gitarre Wichtige Regel für alle Schauspieler – wenn dich dein Regisseur fragt, ob du mal ein Instrument gespielt hast, sage nichts! Ich war unvorsichtig und meinte, ich hätte schon mal Gitarre gespielt. So nahm das Unglück seinen Lauf, eine Ensemble-Partnerin brachte ihre Gitarre mit zur Probe, ich besorgte neue Saiten, zog diese auf und stimmte das gute Teil. Und dann kam dieser schöne Moment, als der erste satte a-moll erklang. Weiterlesen →

Casting-Vorbereitung für “Das einzig Wahre”

Es tut gut, sich mal wieder in die szenische Arbeit zu stürzen. Morgen haben wir ein internes Casting bei den dramateuren, um mal zumindest die vier Hauptrollen zu besetzen. Und ich bin aufgeregt und am Überlegen, wie ich meine Szenen umsetze. Spannend ist vor allem ein Monolog von Henry, der sich mit dem Thema Liebe, Treue und Sex beschäftigt. Seine Tochter hat ihn vorher gebeten, von seiner ersten großen Liebe zu erzählen. Weiterlesen →

The Real Thing

Es geht wieder los bei den Dramateuren, unser nächstes Stück steht fest. Wir spielen Das einzig Wahre von Tom Stoppard. Es ist ein grandioses Stück, wahrscheinlich das autobiografischste von Stoppard. Und wie üblich gibt es mehrere Erzählebenen, Stück im Stück, spannende Charaktere und die Grundfrage, was die wahre Liebe denn nun ausmacht. Als nächstes werden wir ein internes Casting veranstalten, damit unser Regisseur dann die schwierige Entscheidung treffen kann, mit welcher Besetzung wir uns diesem anspruchsvollen Text widmen werden. Weiterlesen →

Milo Rau – The Dark Ages

Milo Rau ist einer der bekanntesten Schweizer Theaterschaffenden. Gestern besuchte ich eine Aufführung von The Dark Ages, was er am Münchner Residenztheater entwickelt hat. Fünf Menschen erzählen ihre Geschichte, drei davon handeln zur Zeit des jugoslawischen Bürgerkriegs. Es gab keinen roten Faden, lediglich Einblendungen von Akt-Titeln, derer es – analog zum klassischen Theater – genau fünf gab. Die fünf wechselten sich ab, die Kamera war auf ihr Gesicht gerichtet, welches auf einem riesigen Bildschirm in Schwarz-Weiß sichtbar war. Weiterlesen →

Acht Instrumente zur szenischen Arbeit

Dies ist die Essenz meines langsam zu Ende gehenden Kurses Schauspiel unter Regieanweisung. Acht Instrumente, oder sagen wir Anhaltspunkte für die Arbeit an einer Szene, sei es für Film oder Theater. Und es betrifft Schauspieler und Regisseure. Ereignisse – Was passiert in der Szene? Fakten – Lesen, Lücken füllen Verben – Regieanweisungen als Verben formulieren Bilder – Mit Bildern und anderen Sinneseindrücken arbeiten Physische Aufgabe – Primäre und parallele Tätigkeiten Arbeiten im Moment – Reagieren, improvisieren, gestalten aus dem Moment heraus Zuhören – Ganz beim Anderen sein, reagieren Fragen, fragen, fragen Mit dieser Liste kann man gut an die szenische Arbeit herangehen. Weiterlesen →

Regie führen

Zurzeit besuche ich den Kurs Schauspielen unter Regieanweisung. Das Erarbeiten einer Szene ist ein künstlerischer Prozess, bei dem verschiedene Menschen naturgemäß verschiedene Vorstellungen haben werden. Und als Regisseur darf man diesen Prozess nun lenken und gestalten. Ein wesentliches Element der künstlerischen Arbeit sind die Regieanweisungen. Ursachen vs. Effekte Wenn man sich eine Szene vorstellt, sind es vor allem die Effekte der Sätze und Situationen, welche einem präsent sind. Man ist überrascht, belustigt, erschrocken. Weiterlesen →

Jean-Paul Sartre – Die schmutzigen Hände

Autor Jean-Paul Sartre Titel Die schmutzigen Hände (Les mains sales) Regie Stefan Pucher Besetzung Robert Hunger-Bühler, Henrike Johanna Jörissen, Isabelle Menke, Johannes Sima, Milian Zerzawy, Jirka Zett Spielort Schauspielhaus Zürich (Pfauen) Inhalt Schauplatz der Handlung ist der fiktive Staat Illyrien während des Zweiten Weltkrieges, irgendwo im Osten Europas. Die Deutschen haben das Land besetzt, der Regent des Landes arbeitet mit ihnen zusammen. Aber die Rote Armee rückt vor und wird in absehbarer Zeit die Deutschen verjagen. Weiterlesen →

Neil Simon – Ein seltsames Paar

Es gibt viele Amateur-Theatergruppen in Zürich, und jetzt mit dem Theater Dreierlei eine mehr. Die meisten Leute dort kenne ich, beim Idealen Gatten letztes Jahr waren Susanne, Urs und Katharina dabei. Und mit Beat habe ich eine Weile beim ZES geprobt. Also sah ich viele bekannte Gesichter in der Bühne S beim Bahnhof Stadelhofen. Für ihre erste Produktion wählten sie sich das bekannte Boulevard-Stück Ein seltsames Paar von Neil Simon, den meisten wird die Verfilmung mit Walter Matthau und Jack Lemmon geläufig sein. Weiterlesen →

Bernard-Marie Koltès – Roberto Zuccho

Ein Serienmörder auf der Bühne, wie macht man das? Er lebte wirklich, Roberto Succo. Tötete seine Eltern, misshandelte die Leichen, entfloh aus dem Gefängnis über das Dach, verübte weitere Verbrechen, ganz oben auf der Fahndungsliste, zwei Jahre ohne Erfolg. Am Ende Selbstmord, er wollte nicht eingesperrt sein. Das Stück stammt von Bernard-Marie Koltès, einem französischen Dramatiker. Die Inszenierung von Karin Henkel war minimalistisch, poetisch, verfremdet, spielte mit der Zeit, es ging erst vor, dann wieder zurück. Weiterlesen →