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mathias wellner

klar träumen, klar denken

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Kategorie: wandern

Walen­stadt­berg (790 m) – Schwal­dis (1434 m) – Lau­begg (1373 m) – Quin­ten (434 m)

Der Höhen­wan­der­weg am Walen­see gehört zu den ein­drück­lichs­ten Wan­der­we­gen in der nähe­ren Umge­bung von Zürich. Mit der Bahn ist man in ein bis zwei Stun­den dort. Wäh­rend der Zürich­see eher flach ist, begrenzt eine steile Flanke den Walen­see. Und an die­ser Steil­wand ent­lang füh­ren Wan­der­wege am See ent­lang, der schönste führt weit über dem See von Amden nach Walenstadt.

blick auf den walensee

Blick über den Walensee

Wir durch­wan­de­ren ihn aber nicht voll­stän­dig, son­dern nah­men bei Lau­begg den Abzweil nach unten in das beschau­li­che Dörf­chen Quin­ten. Nur zu Fuß oder mit dem Schiff gelangt man dort­hin, es ist ein­fach herr­lich ruhig dort. Kurz vor Lau­begg fiel uns eine helle Holz­hütte auf, die erst kürz­lich erbaut wor­den sein musste. Hel­les Fich­ten­holz und ein rotes Spitz­dach auf einem mas­si­ven Stein­fun­da­ment, und das mit­ten auf dem Wan­der­weg, weit weg von jeder Straße. Wie waren die Bau­ma­te­ria­lien hier hoch gekom­men? Wir tipp­ten auf den Hub­schrau­ber, wur­den aber schon wenig spä­ter eines Bes­se­ren belehrt. Etwas wei­ter kam uns ein älte­rer Herr mit Stock ent­ge­gen, der ein lan­ges Plas­tik­rohr trug. Er meinte dann, dass er zusam­men mit Freun­den das gesamte Mate­rial vom Auf­zug her­ge­tra­gen habe. Das war also des Rät­sels Lösung, kein Heli­ko­pter, son­dern reine Mus­kel­kraft, wenn auch unter­stützt von einem Aufzug.

blick auf quinten

Blick zurück vom Schiff auf Quin­ten am Walensee

Den Abstieg nach Quin­ten, immer­hin 900 Höhen­me­ter, nah­men wir dann sport­lich im Jog­ging­s­chritt. Angeb­lich ist das bes­ser für die Gelenke, wenn man die Stöße mit gebeug­tem Bein beim Ren­nen auf­fängt. Dafür merke ich meine Ober­schen­kel­mus­keln jetzt recht deutlich.

Ein kur­zer Urlaub in Öster­reich hatte vor allem ein Ziel – die Berge. An zwei Tagen bewäl­tig­ten wir zwei vom Cha­rak­ter sehr unter­schied­li­che Touren.

Sonnige Berglandschaft

Hin­ter dem Schnee­feld war­tete ein spek­ta­ku­lä­rer Klet­ter­steig auf uns.

1. Arl­ber­ger Klet­ter­steig: Berg­sta­tion Val­luga (2645 m) – Ein­stieg Val­fa­gehr­joch (2543 m) – Weiß­schro­fen­spitze (2752 m) – Kapall (2323 m) – St. Anton (1304 m)

Am schneebedeckten Hang

Um zum Ein­stieg des Klet­ter­stei­ges zu kom­men, muss­ten wir Schnee­fel­der überqueren.

Ein extrem lan­ger Klet­ter­steig, der mit sechs Stun­den ange­ge­ben ist. Und die haben wir auch gebraucht, obwohl wir uns in der zwei­ten Hälfte extrem beeilt haben. Es gibt senk­rechte Wände, aus­ge­setzte Gratspa­zier­gänge, Que­run­gen – alles, was das Klet­ter­herz begehrt. Ganz ohne Stahl­seil geht es nicht, an eini­gen Stel­len gibt es ein­fach keine Tritte und Griffe, da muss man sich am Seil die Wand hoch– oder runterhangeln.

Am Klettersteig

Klettersteig-​​Set im Einsatz

2. Durch­hol­zen (691 m) – Pyra­mi­den­spitze (1997 m) – Durchholzen

Diese zweite Tour war tech­nisch wesent­lich ein­fa­cher. Am Mor­gen hatte es aber noch gereg­net, so dass wir von unse­rem ursprüng­li­chen Plan – einem recht anspruchs­vol­len Klet­ter­steig – abka­men. Im Prin­zip war es ein Wan­der­weg, der an eini­gen Stel­len mit Stahl­sei­len gesi­chert war. Und da wir die Klettersteig-​​Sets ein­mal dabei hat­ten, nutz­ten wir sie auch, bei glit­schi­gem Gestein kann man nie wis­sen. Die Tour haben wir dann rela­tiv flott run­ter­ge­ris­sen, auf dem Gip­fel erwar­tete uns auch kein tol­ler Aus­blick, son­dern ein win­di­ges Picknick.

Ein verregneter Morgen

Blick zurück ins Tal.

Alp­nach­stad (464 m) – Pila­tus Kulm (2132 m)

Landschaft

Blick vom Pila­tus auf den Vierwaldstättersee

Ein hei­ßer Som­mer­tag im Juli, was liegt näher als den Pila­tus zu bezwin­gen und anschlie­ßend im Vier­wald­stät­ter­see schwim­men zu gehen? Gesagt, getan. Wir ent­schie­den uns für die „Rück­seite” des Pila­tus, wel­che ange­neh­mer zu wan­dern und weni­ger began­gen ist. Von Alp­nach­stad aus wan­der­ten wir ent­lang der Stre­cke der welt­weit steils­ten Zahn­rad­bahn hoch auf den Pila­tus. Am Anfang spen­de­ten uns Wäl­der aus­rei­chend Schat­ten, unge­fähr ab der Mit­tel­sta­tion hörte das auf und wir waren der sen­gen­den Sonne direkt ausgeliefert.

Silhouetten

Eine Bank lädt zum Ras­ten ein

Wei­ter oben erin­nerte ich mich auch an eine Nacht­wan­de­rung, bei der wir zwar von woan­ders gestar­tet waren aber dann letzt­end­lich auf dem glei­chen Weg zum Gip­fel taps­ten. Der Anblick des Gip­fels mit Hotels, Gas­tro­no­mie und Groß­bau­stelle für noch mehr Beton, Stahl und Glas wirkte dann wie so oft ver­stö­rend. Über­ge­wich­tige Ame­ri­ka­ner las­sen sich in die roten Lie­ge­stühle plump­sen, Inder knip­sen wild in alle Rich­tun­gen, am Selbst­be­die­nungs­re­stau­rant stehe ich eine gefühlte Stunde in der Schlange – es muss noch andere Gip­fel geben mit weni­ger Kom­fort und mehr gleich­ge­sinn­ten Wan­de­ren­thu­si­as­ten. Dafür konn­ten wir uns den beschwer­li­chen Abstieg erspa­ren und fuh­ren mit der Zahn­rad­bahn zurück nach Alpnachstad.

Nahaufnahme

Far­ben­pracht auf der Bergwiese

Es war eine schöne Samstag-​​Nachmittag-​​Wanderung. Nicht zu weit ent­fernt von Zürich liegt mit dem Schne­bel­horn (1292 m) die höchste Erhe­bung des Kan­tons. Über bewal­dete Hügel wan­der­ten wir aus dem Tal hoch zum Berg. Es war echt ange­nehm, es muss ja nicht immer kah­les Hoch­ge­birge sein.

Vorbereitung

Vor­be­rei­tung aufs Wandern

Um uns herum wei­de­ten Kühe und ein­drück­lich war das Sum­men auf­ge­scheuch­ter Flie­gen, die es sich auf den Kuh­fla­den gemüt­lich gemacht hat­ten und durch uns gestört wur­den. Auf einen Schlag war die Luft erfüllt vom Sum­men die­ser Fliegen.

Zum Glück gibt es die­sen Unter­stand. Nach einer hal­ben Stunde Wan­de­rung nahm der Regen immer stär­ker zu, da kam der Unter­stand wie geru­fen. Wir haben eine schöne Aus­sicht auf den Vier­wald­stät­ter See und den Zuger See, die Wol­ken zie­hen vor­über und der Tag geht lang­sam zuende. Den Son­nen­un­ter­gang wer­den wir bei die­sem Wet­ter ohne­hin nicht beob­ach­ten kön­nen. So war­ten wir also wei­ter im Regen.

Am Ende kom­men wir sogar oben an, der Regen ließ irgend­wann nach. Die nächt­li­che Aus­sicht war wun­der­bar und wech­selte durch die zie­hen­den Wol­ken­fel­der ständig.

Stre­cke: See­bo­den­alp (1030 m) – Düs­sen (1360 m) – Rigi Kulm (1800 m) – Seebodenalp