Der Engstlensee liegt in der Nähe von Engelberg.
Alpenmurmeltier auf der Lauer
Einzeln durchtreten, bitte!
Der Engstlensee liegt in der Nähe von Engelberg.
Alpenmurmeltier auf der Lauer
Einzeln durchtreten, bitte!
Ich hatte meinen Gästen viel versprochen – richtige Berge wollte ich zeigen. Und die Rigi mit ihrer ausgebauten Infrastruktur und den mäßig steilen Wanderwegen ist eigentlich das ideale Tagesausflugsziel. Die einzige Unbekannte ist das Wetter. Und an diesem Juni-Freitag waren es vor allem Wolken, erst über uns, dann um uns und leider nie unter uns. Aber zumindest war es anstrengend.
Berghütte im Nebel
Zum ersten Mal überhaupt benutzte ich runtastic, eine Anwendung auf dem Mobiltelefon, welche die gesamte Strecke aufzeichnet und anschließend unbequeme Wahrheiten offenbart. Wir liefen knapp 13 km, legten eine Höhendifferenz von 1672 m zurück und brauchten gemächliche 21 min pro km (noch mehr Statistiken gibt es beim Wanderungs-Eintrag). Zahlen, Zahlen, Zahlen, die in ihrer absoluten Form wenig bedeuten. Sie können das Besondere dieses Erlebnisses nicht festhalten, die Einmaligkeit dieses Tages.
Wandern im Nebel
Aber das Spannende ist, wie leicht sich diese Zahlenberge erzeugen lassen. Einfach Start drücken, Wanderung auswählen, wandern, Stop drücken, schon ist alles aufgezeichnet. Und auf dem Portal von runtastic sind die Daten natürlich auch verfügbar, zur öffentlichen Einsicht und zum Vergleich mit anderen. Der kategorische Komparativ hat auch mich erfasst. Aber der wichtigste Maßstab bin ich selbst, die nächste Wanderung wird schneller sein.
Schöne Tour auf wenig begangenen Wegen – war für mich in erster Linie Training, damit ich wieder fit werde für die Saison. Und der Anstieg machte mir schon zu schaffen, auf den Montalin führt ein blauer Bergwanderweg mit teilweise sehr steilen Abschnitten.
Linthal (648 m) – Obbort (1049 m) – Gnüs (789 m) – Linthal
Einfach raus, das schöne Wetter nutzen, morgen soll es Regen geben. Aller zwei Stunden fährt ein Zug direkt von Zürich nach Linthal, bequemer kommt man nicht in die Berge. Der Tödi ist nah, mit schneebedecktem Gipfel steht er da. Aber heute habe ich nur geringe Ambitionen, eine kleine Runde drehen. Östlich der Linth gehe ich zum Berggasthof Obbort, dann auf der anderen Seite zurück. Eine Güllewolke und Schießübungen über meinen Kopf hinweg trübten meine Wanderfreuden auf dem Rückweg. Spannend wäre mal eine Tour von Linthal nach Elm, da braucht man aber wahrscheinlich eine Zwischenübernachtung und viel Kondition.
Walenstadtberg (790 m) – Schwaldis (1434 m) – Laubegg (1373 m) – Quinten (434 m)
Der Höhenwanderweg am Walensee gehört zu den eindrücklichsten Wanderwegen in der näheren Umgebung von Zürich. Mit der Bahn ist man in ein bis zwei Stunden dort. Während der Zürichsee eher flach ist, begrenzt eine steile Flanke den Walensee. Und an dieser Steilwand entlang führen Wanderwege am See entlang, der schönste führt weit über dem See von Amden nach Walenstadt.
Wir durchwanderen ihn aber nicht vollständig, sondern nahmen bei Laubegg den Abzweil nach unten in das beschauliche Dörfchen Quinten. Nur zu Fuß oder mit dem Schiff gelangt man dorthin, es ist einfach herrlich ruhig dort. Kurz vor Laubegg fiel uns eine helle Holzhütte auf, die erst kürzlich erbaut worden sein musste. Helles Fichtenholz und ein rotes Spitzdach auf einem massiven Steinfundament, und das mitten auf dem Wanderweg, weit weg von jeder Straße. Wie waren die Baumaterialien hier hoch gekommen? Wir tippten auf den Hubschrauber, wurden aber schon wenig später eines Besseren belehrt. Etwas weiter kam uns ein älterer Herr mit Stock entgegen, der ein langes Plastikrohr trug. Er meinte dann, dass er zusammen mit Freunden das gesamte Material vom Aufzug hergetragen habe. Das war also des Rätsels Lösung, kein Helikopter, sondern reine Muskelkraft, wenn auch unterstützt von einem Aufzug.
Den Abstieg nach Quinten, immerhin 900 Höhenmeter, nahmen wir dann sportlich im Joggingschritt. Angeblich ist das besser für die Gelenke, wenn man die Stöße mit gebeugtem Bein beim Rennen auffängt. Dafür merke ich meine Oberschenkelmuskeln jetzt recht deutlich.