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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Archiv

Kategorie: technik

Die nächste Evo­lu­ti­ons­stufe des quell­of­fe­nen Betriebs­sys­tems Ubuntu wurde ges­tern vom Sta­pel gelas­sen. Ich habe es heute auch zu Hause instal­liert, nach­dem ich letzte Woche auf Arbeit schon die Beta-​​Version getes­tet hatte. Vor allem optisch ist es ein gewal­ti­ger Schritt nach vorn, die neuen Standard-​​Themes Ambience und Radi­ence gefal­len mir gut. Doch auch hin­ter den Kulis­sen hat sich eini­ges getan.

Ubuntu One

Ubuntu bie­tet für jeden Nut­zer kos­ten­los 2.0 GB Online-​​Speicherplatz an, so dass man Ord­ner, Lese­zei­chen, Nach­rich­ten und Kon­takte zwi­schen ver­schie­de­nen Rech­nern syn­chro­ni­sie­ren kann. Das Upgrade auf 50 GB kos­tet dann 10$ pro Monat.

Thun­der­bird 3.0

Es ist zwar nicht der Ver­dienst von Ubuntu, aber neu ent­hal­ten in der Ver­sion 10.4 ist auch die aktu­elle Ver­sion des Email-​​Clients Thun­der­bird. Mit sei­nem Funk­ti­ons­um­fang (Emails, Adress­buch, Kalen­der, Auf­ga­ben) kann er durch­aus mit Out­look mit­hal­ten. Neu in die­ser Ver­sion ist das Indi­zie­ren von Nach­rich­ten, auch wenn diese nicht direkt auf dem Rech­ner lagern (IMAP). Google Mail bie­tet das schon lange, jetzt kann man also end­lich auch mit Thun­der­bird alle Nach­rich­ten bequem nach Stich­wör­tern durch­su­chen und muss keine Angst mehr um seine Daten bei Google haben.

Social Net­works

Eben­falls neu (zumin­dest für mich) ist die zusam­men­hän­gende Dar­stel­lung ver­schie­de­ner sozia­ler Netz­werke mit Gwib­ber. Jeden­falls kann ich jetzt simul­tan Nach­rich­ten auf Face­book und twit­ter ver­öf­fent­li­chen und anzei­gen las­sen. An sich ist das natür­lich auch nicht neu, aber am Ende ent­schei­det ja immer, wie gut sich das ins Betriebs­sys­tem integriert.

Damit kann ich nur jedem emp­feh­len, das Ganze mal aus­zu­pro­bie­ren. Die Instal­la­tion ist nicht schwie­ri­ger als mit Win­dows und es ist ein­fach immer wie­der erstaun­lich, was auf Open-​​Source-​​Basis alles zustande kommt.

MVC ist ein Begriff, der bei Web­an­wen­dun­gen mit Datenbank-​​Zugriff häu­fig auf­taucht. Der­zeit arbeite ich mit mit dem MVC-​​orientierten cake­PHP, um eine interne ERP-​​Lösung zu ent­wi­ckeln. Jedoch ent­hält die Web­seite eines ande­ren Ent­wick­lungs­sys­tems eine schön geschrie­bene und sehr anschau­li­che Beschrei­bung des MVC-​​Konzepts (over­view [Kohana User Guide]). Anhand des Bei­spiels einer Bank wer­den die grund­le­gen­den Eigen­schaf­ten die­ser Archi­tek­tur beschrie­ben und Regeln für die Gestal­tung for­mu­liert. Meine der­zei­tige ERP-​​Beispiel-​​Lösung bedarf defi­ni­tiv einer Überarbeitung…

Ich weiß, der Hype um twit­ter ist lange vor­bei. Aber den­noch, ich will das auch mal pro­bie­ren. 140 Zei­chen, das wird eine echte Her­aus­for­de­rung. Kein Geschwa­fel, die reine Essenz. Aber jetzt brau­che ich Anhän­ger, zumin­dest mal einen als Anfang, sonst twit­tere ich ins Leere hinein.

Allen Lesern möchte ich ein erfreu­li­ches Jahr 2010 wün­schen! Sil­ves­ter ist ein schö­ner Moment, um das Ver­gan­gene Revue pas­sie­ren zu las­sen und neue Ziele anzu­vi­sie­ren. Denn meist hat man ein paar freie Tage und ist nach den fami­liä­ren Weih­nachts­fest­lich­kei­ten froh, wie­der allein zu sein. Und so möchte ich an die­ser Stelle gern aus Weblog-​​Sicht einen klei­nen Rück­blick wagen. Die Sta­tis­ti­ken bezie­hen sich auf das neue Weblog-​​System, wel­ches seit August 2009 instal­liert ist, meine eige­nen Besu­che sind nicht ein­ge­rech­net. Das Web­log umfasst momen­tan 522 Arti­kel, 7 sta­ti­sche Sei­ten und 97 Kommentare.

Sei­ten­auf­rufe pro Monat

  • August: 701
  • Sep­tem­ber: 1581
  • Okto­ber: 1330
  • Novem­ber: 1218
  • Dezem­ber: 1256

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Span­nend ist sicher­lich die Top-​​Plazierung der LaTeX-​​Beiträge. Danach schei­nen Leute sehr häu­fig zu suchen. Wan­der­rou­ten zu kon­kre­ten Zie­len wer­den eben­falls häu­fig auf­ge­ru­fen, ebenso wie Arti­kel über Auto­ren und Werke. Jedoch braucht ihr keine Angst haben, dass ich ab jetzt nur noch über LaTeX schreibe, diese Sta­tis­ti­ken haben für meine wei­tere Arbeit am Web­log kaum Bedeu­tung. Das Web­log ist für mich eine Platt­form, um meine wech­seln­den Inter­es­sen aus­zu­drü­cken. Ich tue mich schwer mit einer Fokus­sie­rung, die für mehr Besu­cher sicher­lich von­nö­ten wäre. Aber das kann und will ich nicht. Das Web­log bleibt ein Hobby, um gele­gent­lich über diverse The­men zu schrei­ben, ange­sie­delt irgendwo zwi­schen Kul­tur und Technik.

Ein­lei­tung

Das Text­satz­sys­tem LaTeX eig­net sich her­vor­ra­gend für wis­sen­schaft­li­ches Schrei­ben. Aber wel­che Kom­po­nen­ten braucht man genau? In die­sem Arti­kel möchte ich beschrei­ben, wie man auf einem Ubuntu-​​​​Linux–Sys­tem die not­wen­di­gen Pro­gramme und Pakete instal­liert, um seine Publi­ka­tio­nen bequem schrei­ben zu kön­nen. Windows-​​​​Nutzer kön­nen die Schritte genau so aus­füh­ren, müs­sen aber an eini­gen Stel­len abwei­chend vorgehen.

Anfor­de­run­gen, Voraussetzungen

  1. Ich möchte VIM als Edi­tor benutzen.
  2. Das Resul­tat soll eine PDF-​​​​Datei sein.
  3. Nach Ände­run­gen am Manu­skript sol­len alle not­wen­di­gen Ver­ar­bei­tungs­schritte (latex, bib­tex) auto­ma­tisch durch eine Aktion (Maus­klick oder Ein­gabe) erfolgen.
  4. Ich möchte nach dem APA-​​​​Stil zitie­ren. Das ist von der Zeit­schrift mei­ner Wahl so vorgeschrieben.

Text­edi­tor VIM

VIM ist ein sehr mäch­ti­ges Werk­zeug zum Bear­bei­ten von Tex­ten. Auf den meis­ten Linux-​​​​Systemen ist die­ses Pro­gramm bereits instal­liert. Zur bes­se­ren Inte­gra­tion von LaTeX-​​​​Dokumenten gibt es die VIM-​​​​LateX-​​​​Suite.

any_directory$ sudo apt-get install vim

Die LaTeX-​​Suite sollte man lie­ber von Hand im Home-​​Verzeichnis instal­lie­ren, auf der Home­page gibt es eine Anleitung.

latexmk

Das Perl-​​​​Script latexmk ist äußerst prak­tisch, um alle not­wen­di­gen Ver­ar­bei­tungs­schritte auto­ma­tisch aus­zu­füh­ren. Es ermit­telt die Abhän­gig­kei­ten (ein­ge­schlos­sene Bil­der, Biblio­gra­fie), prüft den Sta­tus aller Dateien im Pro­jekt und führt dann genau die Schritte aus, wel­che not­wen­dig sind. Wenn man das nicht hat, muss man sehr häu­fig die Ein­zel­schritte (die Pro­gramme latex und bib­tex) aus­füh­ren, um bei Ände­run­gen im Doku­ment ein wirk­lich aktu­el­les PDF zu erhalten.

Instal­lie­ren muss man Perl (wenn es noch nicht vor­han­den ist) und das Skript selbst. Windows-​​​​Nutzer soll­ten Active Perl instal­lie­ren.

any_directory$ sudo apt-get install perl
any_directory$ sudo apt-get install latexmk

Die Anwen­dung von latexmk sieht dann für PDFs so aus:

project_directory$ latexmk -pdf dokument.tex

bibla­tex

Obwohl es zur Zeit noch nicht für die All­ge­mein­heit ver­öf­fent­licht ist (beta-​​​​Stadium), hat mir die Mäch­tig­keit des Pakets bibla­tex so impo­niert, dass ich es für meine Refe­ren­zen gern ver­wende. Ursprüng­lich brauchte ich eine sau­bere Lösung für nach Kapi­teln auf­ge­teilte Refe­ren­zen in mei­ner Dis­ser­ta­ti­ons­schrift, aber bibla­tex kann weit mehr und macht den Umgang mit Refe­ren­zen viel ein­fa­cher als vor­her. Denn bis­lang musste man aus einer unüber­schau­ba­ren Viel­falt von Pake­ten aus­wäh­len, wenn man mit dem Mini­mal­stan­dard von Bib­TeX nicht zufrie­den war. Nun braucht man also nur noch ein Paket — bibla­tex.

any_directory$ sudo apt-get install biblatex

Im Gegen­satz zum nor­ma­len Zitie­ren muss man sich an ein paar neue Befehle gewöh­nen. Ein indi­rek­tes Zitat in Klam­mern, wel­ches bei uns Inge­nieu­ren das häu­figste ist, erhält man mit \parencite{key}. Der Befehl \print­bi­blio­gra­phy erstellt genau an die­ser Stelle ein Refe­renz­ver­zeich­nis (Biblio­gra­phie) mit allen zitier­ten Quel­len. Das Aus­se­hen der Biblio­gra­phie und der Zitate im Text rich­tet sich nach dem Zitier­stil, den man beim Laden des Pake­tes mit ange­ben kann.

\usepackage[style=apa]{biblatex}
\bibliography{bibfile_name}

Den APA-​​​​Zitierstil kann man lei­der nur manu­ell instal­lie­ren (siehe Doku­men­ta­tion). Danach muss man aber noch die LaTeX-​​​​Installation aktua­li­sie­ren.

any_directory$ sudo texconfig rehash

Ein Pro­blem war dann noch, dass das csquotes-​​​​Paket ver­al­tet war. Auch da musste ich manu­ell die Dateien an die rich­tige Stelle kopie­ren und mit tex­con­fig rehash die LaTeX-​​​​Installation aktualisieren.

Fazit

Etwas Auf­wand ist das schon, dafür steht mir jetzt wie­der ein kom­plet­tes Sys­tem zur Ver­fü­gung, mit dem ich an mei­ner drit­ten Publi­ka­tion fei­len kann.