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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Was tun an einem reg­ne­ri­schen Janu­ar­sams­tag? Raus­ge­hen und fotografieren!

Regen­trop­fen auf Tisch, Niederdorfstrasse

Ori­gi­nel­les Stadt­fahr­rad, Grossmünsterplatz

Bel­le­vue

Nächt­li­ches Lich­ter­spiel, Niederdorfstrasse

Nach­dem nun ein neues Jahr ange­bro­chen ist, möchte ich das ver­gan­gene aus Weblog-​​Sicht Revue pas­sie­ren las­sen. Die Zah­len ent­spre­chen Views, also das Anse­hen einer ein­zel­nen Seite durch einen Besu­cher und stam­men vom Word​Press​.com Stats Plugin.

Ins­ge­samt hatte das Web­log mwell​ner​.de im Jahr 2011 21,717 Views, ein paar mehr als 2010. Das ent­spricht einem Tages­durch­schnitt von 59 Besu­chen. Anfang Dezem­ber war das Web­log durch einen Festplatten-​​Defekt des Ser­vers einige Tage nicht erreich­bar, dadurch bra­chen die Besu­cher­zah­len deut­lich ein.

Meist­be­suchte Sei­ten 2011

  1. Home (9,641)
  2. A LaTeX tem­plate for my dis­ser­ta­tion (1,420)
  3. Imple­men­ting sim­ple ajax show/​hide effects with cake­PHP (925)
  4. IEEE pdf express (816)
  5. LaTeX-​​Ärger, ein Punkt zuviel (564)
  6. LaTeX-​​Template für Diplom­ar­beit (473)
  7. Spa­zier­gang durch Dres­den (337)
  8. Freude am Schau­spiel — ein Credo (232)
  9. Spra­che im Thea­ter (219)
  10. Grund­kurs Stanislawski-​​Strassberg, 1. Lek­tion (213)

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass die tech­ni­schen The­men am begehr­tes­ten sind. Obwohl die Ein­träge schon recht alt sind, wer­den sie immer noch häu­fig auf­ge­ru­fen. Aus den Top 10 ist kein ein­zi­ger Bei­trag im Jahr 2011 ent­stan­den. Jedoch braucht es erfah­rungs­ge­mäß Zeit, bis eine Seite bekannt wird. Ein­zelne Bei­träge von mir wur­den irgend­wann ver­linkt und erhiel­ten dadurch wesent­lich mehr Zugriffe.

Die Thea­ter­bei­träge fin­den aber auch eine wach­sende Leser­schaft und haben sich in den tie­fe­ren Top 10 eta­bliert. Grund­sätz­lich suchen mehr Leute nach Hilfe bei LaTeX-​​Problemen als bei der Erar­bei­tung einer Rolle.

Im neuen Jahr werde ich nichts grund­sätz­lich ändern, die The­men Schauspiel/​Theater und Berg­sport wer­den domi­nie­ren. Wenn ich Zeit finde, werde ich mehr eng­li­sche Über­set­zun­gen anfer­ti­gen, damit las­sen sich sicher­lich wesent­lich mehr Leute erreichen.

Auf jeden Fall möchte ich mich bei allen Lesern für ihr Inter­esse bedan­ken und ein wun­der­vol­les neues Jahr 2012 wünschen.

Für die aktu­elle dra­ma­teure–Thea­ter­pro­duk­tion Onkel Wanja möchte ich mehr über den Autor Anton Tsche­chow erfah­ren. Es ist ein nahe­lie­gen­der Schritt zum Ver­ständ­nis des Tex­tes. Und es ist auch der große Vor­teil des Lite­ra­tur­thea­ters, dass es einen gro­ßen Reich­tum an vor­han­de­nem Mate­rial gibt, den man stu­die­ren kann. Die­ses Mate­rial ist Teil des Eis­ber­ges, den man als Regis­seur oder Schau­spie­ler auf­baut. Am Ende wird nur ein klei­ner Teil oben schwim­men, aber ohne den gro­ßen unsicht­ba­ren Anteil könnte die­ser kleine sicht­bare Anteil nicht schwimmen.

Anton Tschechow

Anton Tsche­chow, Foto­gra­fie um 1903, Wiki­me­dia Commons

Kurz­bio­gra­fie in eige­nen Worten

Gebo­ren wurde ich 1860 in Tag­an­rog. 1879 been­dete ich das Gym­na­sium in Tag­an­rog. 1884 been­dete ich das Stu­dium an der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät Mos­kau. 1888 bekam ich den Pusch­kin­preis. 1890 unter­nahm ich eine Reise nach Sacha­lin durch Sibi­rien und zurück übers Meer. 1891 unter­nahm ich eine Tour­nee durch Europa, wo ich sehr guten Wein getrun­ken und Aus­tern geges­sen habe … Zu schrei­ben bekann ich 1879 in der „Stre­koza” … Ich habe auch im dra­ma­ti­schen Fach gesün­digt, wenn auch mit Maßen … In die Mys­te­rien der Liebe ein­ge­weiht wurde ich, als ich 13 Jahre alt war. Mit mei­nen Kol­le­gen — Medi­zi­nern wie Lite­ra­ten — pflege ich aus­ge­zeich­nete Bezie­hun­gen. Junggeselle.

Diese lapi­dare Bio­gra­fie schrieb Tsche­chow 1892. Was fehlt, ist seine Erkran­kung an Tuber­ku­lose, einer damals unheil­ba­ren Lun­gen­krank­heit. Seit 1884 litt er daran und sollte 1904 daran ster­ben. Aber in sei­ner typi­schen Zurück­hal­tung wollte er andere Men­schen nichts davon wis­sen las­sen, viel­leicht wollte er es sich selbst auch nicht eingestehen.

Kind­heit und Jugend in Taganrog

Die ers­ten 19 Jahre sei­nes Lebens ver­brachte Tsche­chow in der ukrai­ni­schen Hafen­stadt Tag­an­rog am Schwar­zen Meer. Sein Vater betrieb einen Krä­mer­la­den, in dem alle Kin­der aus­hel­fen muss­ten. Die Fami­lie lebte in bit­ters­ter Armut und Tsche­chow war schon früh mit illus­tren Kun­den im Laden kon­fron­tiert, im dem abends auch Wodka aus­ge­schenkt wurde. Tsche­chow wollte ein Gegen­bild zu sei­nem des­po­ti­schen Vater sein, unter dem alle Fami­li­en­mit­glie­der sehr litten.

Ich bitte Dich, Dich daran zu erin­nern, dass Des­po­tis­mus und Lüge die Jugend Dei­ner Mut­ter zugrun­de­ge­rich­tet haben. Des­po­tis­mus und Lüge haben unsere Kind­heit der­ma­ßen ver­gällt, dass einem schlecht wird und man Angst hat, sich daran zu erin­nern. Erin­nere Dich an das Ent­set­zen und den Ekel, die wir emp­fan­den, wenn Vater damals beim Essen einen Auf­stand machte wegen einer ver­sal­ze­nen Suppe oder Mut­ter eine dumme Kuh nannte.

Schon früh ent­deckte Tsche­chow sein Inter­esse fürs Thea­ter. Er hatte ohne­hin einen Hang zur Mas­kie­rung und ließ sel­ten sein Inners­tes nach außen durch­schei­nen. Es war ver­mut­lich seine Art, mit einer ihm feind­lich gesinn­ten Umge­bung fer­tig zu werden.

Als er 17 Jahre alt war, floh der über­schul­dete Vater mit fast der gan­zen Fami­lie nach Mos­kau, Anton blieb allein zurück. Er gab Nach­hilfe und been­dete die Schule. Er schickte sogar Geld an seine Fami­lie in Mos­kau, die dort in bit­te­rer Armut lebte.

Medi­zin­stu­dium und schrift­stel­le­ri­sche Anfänge

Mit 19 begann er das Medi­zin­stu­dium in Mos­kau. Gleich­zei­tig begann er, humo­ris­ti­sche Geschich­ten für meh­rere Zeit­schrif­ten zu schrei­ben, um Geld für die Fami­lie zu ver­die­nen. Obwohl er sich spä­ter von die­sen Erst­lings­wer­ken dis­tan­zierte, konnte er so sei­nen meis­ter­haf­ten Stil ent­wi­ckeln. Oft waren ihm 100 Zei­len als Ober­grenze gesetzt, was er als läh­men­des Limit beim Schrei­ben emp­fand. Er musste alles Über­flüs­sige strei­chen und lernte, das Wesen einer Per­son mit weni­gen prä­zi­sen Cha­rak­ter­zü­gen plas­tisch dar­zu­stel­len. Für Tsche­chow ist Lite­ra­tur Arbeit, deren Ziel das Straf­fen, Kon­den­sie­ren und letzt­end­lich die größt­mög­li­che Einfachheit.

Die Kunst zu beschrei­ben besteht in der Kunst zu kürzen.

Ganz anders ver­hielt es sich mit sei­ner Tätig­keit als Arzt. Ursprüng­lich stu­dierte er Medi­zin auf den Wunsch sei­ner Eltern und das klare Ziel war das Geld­ver­die­nen und der Unter­halt der Fami­lie. Jedoch arbei­tete er oft ehren­amt­lich auf dem Land, die meis­ten sei­ner Pati­en­ten waren arme Bau­ern, die ihm nichts bezah­len konn­ten. Aber selbst spä­ter, als ihm gera­ten wurde, die Medi­zin zuguns­ten des Schrei­bens auf­zu­ge­ben, hielt er daran fest, er brauchte den Aus­gleich und ant­wor­tete sei­nem Verleger:

Sie raten mir, nicht zwei Hasen nach­zu­ja­gen und nicht mehr an die prak­ti­sche Medi­zin zu den­ken. Ich weiß nicht, warum ich zwei Hasen nach­ja­gen sollte … ich habe ein bes­se­res und zufrie­de­ne­res Gefühl, wenn ich mir vor Augen halte, dass ich zwei Berufe habe, nicht nur einen … Die Medi­zin ist meine gesetz­li­che Ehe­frau, die Lite­ra­tur meine Geliebte. Wenn mir die eine auf die Ner­ven geht, näch­tige ich bei der andern. Das ist mei­net­we­gen unan­stän­dig, aber dafür nicht lang­wei­lig. Und darum ver­lie­ren auch beide nicht durch mei­nen Treue­bruch. Hätte ich nicht meine Medi­zin, so würde ich in mei­nen Muße­stun­den meine über­flüs­si­gen Gedan­ken wohl kaum der Lite­ra­tur wid­men. Ich habe keine Disziplin.

Eine Epi­sode aus sei­ner Tätig­keit als Arzt ist noch bedeu­tend, kommt sie doch in „Onkel Wanja” vor. Im Jahr 1885 brach eine Typhus-​​Epedimie aus, er behan­delte die Mut­ter und drei Schwes­tern eines befreun­de­ten Malers. Zwei sei­ner Pati­en­ten star­ben. Astrow, die Rolle mit der größ­ten Nähe zu Tsche­chow, berich­tet dann auch davon, wie ihm ein Pati­ent weg­starb und sein Gewis­sen zur fal­schen Zeit erwacht.

Erste Erfolge

Cha­rak­te­ris­ti­scher­weise hielt Tsche­chow sehr wenig von sei­nen lite­ra­ri­schen Wer­ken, obwohl er immer wie­der Zuspruch von Ver­le­gern und auch nam­haf­ten Schrift­stel­lern wie Dmitri Was­sil­je­witsch Gri­go­ro­witsch erhielt. Der Zuspruch von Gri­go­ro­witsch stellte den­noch einen Wen­de­punkt in Tsche­chows Leben dar, er redu­zierte fortan die Auf­trags­ar­bei­ten und schrieb Werke, die sei­nen hohen Ansprü­chen gerecht wer­den sollten.

Anton Tsche­chow 1898, Osip Braz, Wiki­me­dia Commons

In den spä­ten 1880er Jah­ren ent­stan­den seine ers­ten Dra­men, Pla­to­nov und Iva­nov. Pla­to­nov war der Pro­to­typ des liš­nij čevo­lek (über­flüs­si­ger Mensch) und ver­kör­pert die see­li­sche Abstump­fung und Lethar­gie der rus­si­schen Intel­li­genz. Nach Tsche­chows Welt­bild kön­nen nur Arbeit und nütz­li­che Tätig­kei­ten die Leute aus ihrer Apa­thie rei­ßen. Dies wird auch in „Onkel Wanja” deutlich.

Seine Werke haben keine poli­ti­sche Rich­tung, er ver­hält sich als Autor neu­tral und lässt seine Cha­rak­tere selbst spre­chen und mit ihrem Schick­sal hadern. Dies wurde von den Lite­ra­tur­kri­ti­kern bestraft, die ihm Ten­denz­lo­sig­keit vor­war­fen. Auch das Thea­ter­pu­bli­kum hatte anfangs wenig Ver­ständ­nis für die­sen damals völ­lig unge­wohn­ten Stil. Zudem passte die dama­lige Art der thea­tra­len Dar­stel­lung nicht zu sei­nen Wer­ken. Die Stü­cke wur­den wenig geprobt und mit gro­ßen Ges­ten in schau­spie­ler­ir­scher Eigen­re­gie auf­ge­führt. Tsche­chows Werke ver­lang­ten einen ganz neuen Stil, den erst das Mos­kauer Kunst­thea­ter um Kon­stan­tin Sta­nis­law­ski nach eini­ger Zeit fin­den sollte.

Schaf­fens­krise und Rück­zug aufs Land

Nach dem Tod sei­nes Bru­ders Niko­laj im Jahr 1889 erlebt Tsche­chow eine Schaf­fens­krise. Er ent­schließt sich dann jedoch zu einer Reise zur Gefäng­nis­in­sel Sacha­lin weit im Osten Russ­lands. Dort wirkt er als Arzt, um das Leid der Häft­linge zu lin­dern. Tief bewegt kehrt er zurück und ver­fasst Berichte, um die Öffent­lich­keit auf die Miss­stände auf­merk­sam zu machen.

Das Land­le­ben war Tsche­chow sehr ver­traut, 1892 erwarb er das Land­gut Meli­chovo süd­lich von Mos­kau und holte seine Fami­lie dahin. Neben der erhoff­ten Ent­span­nung stell­ten sich jedoch nach eini­ger Zeit Lan­ge­weile und Über­druss ein. Auch diese Erfah­rung hat „Onkel Wanja” geprägt, aus Sicht des Pro­fes­sors lässt es sich auf dem Land ein­fach nicht aushalten.

Dra­ma­ti­sches Schaffen

Ab den 1890er Jah­ren ent­stan­den seine dra­ma­ti­schen Haupt­werke, Die Möwe, Onkel Wanja, Drei Schwes­tern und Der Kirsch­gar­ten. Mit die­sen Stü­cken revo­lu­tio­nierte Tsche­chow das Thea­ter. Ent­spre­chend kon­tro­vers waren anfangs die Reak­tio­nen des Publi­kums und der Kri­ti­ker. Tsche­chow selbst war ein uner­bitt­li­cher Kri­ti­ker der Insze­nie­run­gen und der schau­spie­le­ri­schen Inter­pre­ta­tio­nen. Es gab zu sei­nen Leb­zei­ten keine Insze­nie­rung, die er vor­be­halt­los gut­ge­hie­ßen hätte.

Sie sagen, man hätte in mei­nen Stü­cken geweint … Und nicht nur Sie … Aber ich habe sie doch nicht darum geschrie­ben, damit … so etwas Wei­ner­li­ches dar­aus wird. Ich habe etwas ande­res gewollt … Ich wollte den Men­schen nur ehr­lich sagen: „Schaut euch an, schaut, wie schlecht und lang­wei­lig ihr lebt …!” Die Haupt­sa­che ist, dass die Men­schen das begrei­fen, und wenn sie das begrif­fen haben, wer­den sie sich unbe­dingt ein ande­res, bes­se­res Leben ein­rich­ten … Ich sehe es nicht, aber ich weiß, es wird anders sein … Und solange es das nicht gibt, werde ich den Men­schen wie­der und wie­der sagen: „Begreift doch, wie schlecht und lang­wei­lig ihr lebt!” Was gibt es da zu weinen?

Durch seine Tuber­ku­lose zuneh­mend geschwächt, ver­brachte er seine letz­ten Win­ter im war­men Jalta auf der Krim. Er lernt die Schau­spie­le­rin Olga Knip­per ken­nen und hei­ra­tet sie 1901. Es ist eine Fern­be­zie­hung, da er ihr die Tour­neen nicht ver­weh­ren will. Im Jahr 1904 stirbt Tsche­chow im deut­schen Kur­ort Badenweiler.

Quelle: Anton Čechov, mit Selbst­zeug­nis­sen und Bild­do­ku­men­ten, dar­ge­stellt von Els­beth Wolff­heim, 9. Auf­lage Dezem­ber 2009

Man muss den Din­gen
Die eigene, stille,
unge­störte Ent­wick­lung las­sen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleu­nigt wer­den kann;
alles ist aus­tra­gen –
und dann
Gebären…

Rei­fen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stür­men
des Früh­lings steht,
ohne Angst,
dass dahin­ter kein Som­mer
kom­men könnte.
Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Gedul­di­gen,
die da sind,
als ob die Ewig­keit vor ihnen läge,
so sorg­los still und weit…

Man muss Geduld haben,
gegen das Unge­löste im Her­zen,
und ver­su­chen, die Fra­gen sel­ber lieb zu haben,
wie ver­schlos­sene Stu­ben,
und wie Bücher, die in einer sehr frem­den Spra­che
geschrie­ben sind.

Es han­delt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Frage lebt,
lebt man viel­leicht all­mäh­lich,
ohne es zu mer­ken,
eines frem­den Tages
in die Ant­wort hinein.

Der Dank für die­ses inspi­rie­rende Gedicht geht an Marco. Man kann es auch sehr gut auf das Schau­spiel bezie­hen, beim Method Acting kommt es unter ande­rem auch dar­auf an, aus einem Zustand der inne­ren Ent­span­nung zu agie­ren. Das Über­spie­len ist das Haupt­pro­blem aller Schau­spie­ler, beson­ders der jun­gen. Und so erin­nert mich vor allem die erste Stro­phe an die als Schau­spie­ler – aber natür­lich auch als Mensch – anzu­stre­bende Grundgelassenheit.

Ein wun­der­ba­rer Film, den ich wärms­tens emp­feh­len kann. John Cusack spielt Rob Gor­don, den Inha­ber eines her­un­ter­ge­kom­me­nen Plat­ten­la­dens. Schau­spie­le­risch span­nend ist das Dar­stel­len eines selbst­be­zo­ge­nen Ego­is­ten, der im Laufe des Films lang­sam dazu­lernt. Denn Rob ist wahr­lich kein Engel, erst durch die Tren­nung von sei­ner Freun­din Laura ver­ar­bei­tet er seine Feh­ler und kann ein wenig über sei­nen Schat­ten sprin­gen. Und genau das ist schwie­rig als Schau­spie­ler, eine Figur mit all ihren Feh­lern und Schwä­chen zu ver­kör­pern. John Cusack ist das her­vor­ra­gend gelun­gen. Aber auch sei­nen bei­den unglei­chen Aus­hil­fen im Plat­ten­la­den ver­kör­pern Selbst­herr­lich­keit und fra­gile Schüch­tern­heit hervorragend.

Über­haupt ist die fil­mi­sche Umset­zung der Buch­vor­lage her­vor­ra­gend gelun­gen. Ste­phen Frears ist ein span­nen­der Regis­seur, der immer wie­der mit neuen Gen­res expe­ri­men­tiert. Im Inter­view sagte er ein­mal, dass ihn eher die aus­sichts­lo­sen Pro­jekte rei­zen als die ver­meint­lich siche­ren Erfolge. Und so konnte er zahl­rei­che Erfolge feiern.