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mathias wellner

klar träumen, klar denken

Heute habe ich die Löschung mei­nes studiVZ-​​Nutzerkontos ver­an­lasst. Die Gründe dafür waren vielfältig:

  1. Ich bin mitt­ler­weile echt kein Stu­dent mehr, wirk­lich nicht.
  2. Ich habe mich in letz­ter Zeit kaum noch dort betätigt.
  3. Auf Face­book sind mehr von mei­nen Freunden.
  4. Weni­ger Kom­ple­xi­tät ist immer besser.

Falls ihr also in Kon­takt mit mir blei­ben möch­tet, ste­hen euch wei­ter­hin Face­book, twit­ter und natür­lich die­ses Web­log zur Ver­fü­gung. Bei Face­book bin ich aber auch am Zwei­feln, die kom­mer­zi­elle Aus­rich­tung (gezielte Wer­bung), die Daten­schutz­kon­tro­ver­sen und der geringe Nutz­wert ste­hen auf der Nega­tiv­seite. Die meis­ten Bei­träge sind eher mäßig und fres­sen ein­fach Zeit. Es sind alles Informations-​​Fetzchen, meist aus frem­der Quelle, ganz zu schwei­gen von den Facebook-​​Programmen, deren Haupt­auf­gabe darin zu beste­hen scheint, Sta­tus­mel­dun­gen am lau­fen­den Band zu pro­du­zie­ren. Ich weiß, wovon ich rede – auch ich habe Farm­ville gespielt. Der Nut­zen für mich ist pri­mär, auf Inhalte in mei­nem Web­log hin­zu­wei­sen, die dadurch mei­nen Bekann­ten even­tu­ell zugäng­lich wer­den, wenn sie gerade rein­schauen und meine Sta­tus­mel­dun­gen nicht ausblenden.

Twit­ter nutze ich nicht so oft, im Grunde ist es aber wie ein abge­speck­tes Face­book, nur kurze Text­nach­rich­ten, kein Multimedia-​​Schnickschnack. Und vor allem keine Emails, mit denen Face­book einen regel­mä­ßig erfreut.

Aber ande­rer­seits ist es auch span­nend, am Zahn der Zeit zu sein. Bestimmte Leute kom­mu­ni­zie­ren gar nicht mehr per Email, da läuft alles über soziale Netz­werke. Für diese Leute exis­tiert man als Facebook-​​Verachter dann quasi nicht mehr. Es bleibt eine span­nende Ent­schei­dung, wie­viel man von sich preis gibt und was man davon hat.

Ham­burg war die erste Sta­tion mei­ner Som­mer­reise durch Deutsch­land. Von Zürich fuhr mich ein ICE direkt in reich­lich sie­ben Stun­den durch ganz Deutsch­land. Unmit­tel­ba­rer Anlass war der kürz­li­che Umzug mei­ner Schwes­ter, so war die Unter­kunft kein Problem.

Elbphilharmonie in Hamburg

An der bekann­tes­ten Bau­stelle in Ham­burg ent­steht die Elb­phil­har­mo­nie.

An zwei Tagen erkun­de­ten wir die wesent­li­chen Attrak­tio­nen der Stadt, die Lan­dungs­brü­cken, Innen­stadt und sogar Hamburg-​​Harburg im Süden. Der Höhe­punkt war eine Tret­boot­fahrt auf der Als­ter, bei der wir auch durch einige Kanäle fuhren.

Segelboot auf der Alster

Unter­wegs auf der Als­ter bei Sonnenschein.

Das sprich­wört­lich wech­sel­hafte Wet­ter machte sich dann auch an die­sen bei­den Tagen schon bemerk­bar. Am zwei­ten Tag zog es nach­mit­tags zu und goss wie aus Kan­nen. Zum Glück war ich gerade in der Nähe des Michel und nutzte die Zeit für einen Besuch des Turms.

Das Gewitter naht

Das Gewit­ter naht, schnell zum Michel.

Hamburg bei Regen

Ein Blick auf die Innen­stadt bei Regen.

Ham­burg ist schön, ich werde bestimmt mal wie­der vor­bei schauen.

Ein kur­zer Urlaub in Öster­reich hatte vor allem ein Ziel – die Berge. An zwei Tagen bewäl­tig­ten wir zwei vom Cha­rak­ter sehr unter­schied­li­che Touren.

Sonnige Berglandschaft

Hin­ter dem Schnee­feld war­tete ein spek­ta­ku­lä­rer Klet­ter­steig auf uns.

1. Arl­ber­ger Klet­ter­steig: Berg­sta­tion Val­luga (2645 m) – Ein­stieg Val­fa­gehr­joch (2543 m) – Weiß­schro­fen­spitze (2752 m) – Kapall (2323 m) – St. Anton (1304 m)

Am schneebedeckten Hang

Um zum Ein­stieg des Klet­ter­stei­ges zu kom­men, muss­ten wir Schnee­fel­der überqueren.

Ein extrem lan­ger Klet­ter­steig, der mit sechs Stun­den ange­ge­ben ist. Und die haben wir auch gebraucht, obwohl wir uns in der zwei­ten Hälfte extrem beeilt haben. Es gibt senk­rechte Wände, aus­ge­setzte Gratspa­zier­gänge, Que­run­gen – alles, was das Klet­ter­herz begehrt. Ganz ohne Stahl­seil geht es nicht, an eini­gen Stel­len gibt es ein­fach keine Tritte und Griffe, da muss man sich am Seil die Wand hoch– oder runterhangeln.

Am Klettersteig

Klettersteig-​​Set im Einsatz

2. Durch­hol­zen (691 m) – Pyra­mi­den­spitze (1997 m) – Durchholzen

Diese zweite Tour war tech­nisch wesent­lich ein­fa­cher. Am Mor­gen hatte es aber noch gereg­net, so dass wir von unse­rem ursprüng­li­chen Plan – einem recht anspruchs­vol­len Klet­ter­steig – abka­men. Im Prin­zip war es ein Wan­der­weg, der an eini­gen Stel­len mit Stahl­sei­len gesi­chert war. Und da wir die Klettersteig-​​Sets ein­mal dabei hat­ten, nutz­ten wir sie auch, bei glit­schi­gem Gestein kann man nie wis­sen. Die Tour haben wir dann rela­tiv flott run­ter­ge­ris­sen, auf dem Gip­fel erwar­tete uns auch kein tol­ler Aus­blick, son­dern ein win­di­ges Picknick.

Ein verregneter Morgen

Blick zurück ins Tal.

Gestat­ten, mein Name ist Alboury. Ich lebe in West­afrika, wel­ches frü­her von den Fran­zo­sen besetzt war. Jetzt sind wir frei, aber die Wei­ßen sind immer noch da und füh­ren sich auf wie einst. Sie ver­ste­hen nichts von die­sem Land, von unse­rer Kul­tur und vom Leben über­haupt. Ich möchte die Lei­che mei­nes Bru­ders abho­len, er wollte heute von der Bau­stelle zurück kom­men und man erzählte mir, er sei bei einem Unfall gestorben.

Being Alboury

Schau­spie­le­ri­sche Ver­wand­lung als Alboury in „Kampf des Negers und der Hunde” von Bernhard-​​Marie Koltés

Heute war der letzte Ter­min des Monolog-​​Kurses, um 19:40 ging mein per­sön­li­cher Vor­hang auf und ich war für ein paar Minu­ten Alboury. Es war der Mono­log, an dem ich seit ein paar Wochen arbeite. Heute war ich zufrie­den mit dem Resul­tat. Es ist eine künst­li­che Figur ent­stan­den, for­mal nannte sie Marco. Aber bei der schwie­ri­gen Ver­wand­lung in einen Schwar­zen ist das ein gutes Mittel.

Ich ras­selte wohl­do­siert mit dem Caxixi, sprach ein wohl­do­sier­tes Säch­sisch, bewegte mich sel­ten, aber ruck­ar­tig, ließ den Affen ein­flie­ßen, spürte die Kälte unter der Wolke und die fami­liäre Ver­bun­den­heit. Ich war Alboury.

Alp­nach­stad (464 m) – Pila­tus Kulm (2132 m)

Landschaft

Blick vom Pila­tus auf den Vierwaldstättersee

Ein hei­ßer Som­mer­tag im Juli, was liegt näher als den Pila­tus zu bezwin­gen und anschlie­ßend im Vier­wald­stät­ter­see schwim­men zu gehen? Gesagt, getan. Wir ent­schie­den uns für die „Rück­seite” des Pila­tus, wel­che ange­neh­mer zu wan­dern und weni­ger began­gen ist. Von Alp­nach­stad aus wan­der­ten wir ent­lang der Stre­cke der welt­weit steils­ten Zahn­rad­bahn hoch auf den Pila­tus. Am Anfang spen­de­ten uns Wäl­der aus­rei­chend Schat­ten, unge­fähr ab der Mit­tel­sta­tion hörte das auf und wir waren der sen­gen­den Sonne direkt ausgeliefert.

Silhouetten

Eine Bank lädt zum Ras­ten ein

Wei­ter oben erin­nerte ich mich auch an eine Nacht­wan­de­rung, bei der wir zwar von woan­ders gestar­tet waren aber dann letzt­end­lich auf dem glei­chen Weg zum Gip­fel taps­ten. Der Anblick des Gip­fels mit Hotels, Gas­tro­no­mie und Groß­bau­stelle für noch mehr Beton, Stahl und Glas wirkte dann wie so oft ver­stö­rend. Über­ge­wich­tige Ame­ri­ka­ner las­sen sich in die roten Lie­ge­stühle plump­sen, Inder knip­sen wild in alle Rich­tun­gen, am Selbst­be­die­nungs­re­stau­rant stehe ich eine gefühlte Stunde in der Schlange – es muss noch andere Gip­fel geben mit weni­ger Kom­fort und mehr gleich­ge­sinn­ten Wan­de­ren­thu­si­as­ten. Dafür konn­ten wir uns den beschwer­li­chen Abstieg erspa­ren und fuh­ren mit der Zahn­rad­bahn zurück nach Alpnachstad.

Nahaufnahme

Far­ben­pracht auf der Bergwiese