Es geht ohne Ver­zug wei­ter, nach sechs Lek­tio­nen Grund­kurs schließt sich jetzt naht­los der Auf­bau­kurs des Zen­trums für Ent­wick­lung im Schau­spiel an. Es begann wie immer mit den bekann­ten Ele­men­ten Auf­wär­men und Sin­ne­ser­in­ne­rung. Dann arbei­te­ten wir mit einem Text, mit Hilfe von ver­schie­de­nen Lese­tech­ni­ken näher­ten wir uns einer Szene.

Auf­wär­men, Sinneserinnerung

Wie immer began­nen wir mit dem kör­per­li­chen Auf­wär­men und der Sin­ne­ser­in­ne­rung. Das Wie­der­er­le­ben der Juckreiz-​​Übung gelang mir, wobei ich tat­säch­lich wie­der Juck­reiz ver­spürte, an den glei­chen und auch ganz neuen Stel­len wie beim ursprüng­li­chen Üben. So ganz habe ich es aber wohl noch nicht gemeis­tert, es sollte am Ende am gan­zen Kör­per jucken.

Text­ar­beit

Das Stück, mit dem wir uns den gan­zen Auf­bau­kurs beschäf­ti­gen wer­den, ist ein zeit­ge­nös­si­sches Stück mit drei Rol­len. Mein ers­ter Ein­druck beim Lesen war, dass alle drei ein wenig durch­ge­knallt sind, halt diese typi­schen moder­nen, wur­zel­lo­sen, sich selbst zer­flei­schen­den, lie­bes­un­fä­hi­gen Cha­rak­tere. Sie reden in kur­zen Sät­zen und oft anein­an­der vor­bei. Und es geht um Organ­spende, Tod, Liebe, Sex, Schuld, Ent­frem­dung, Ver­ant­wor­tung und Sehn­sucht. Der Bogen ist also weit gespannt und man kann aus die­sem Text viel machen.

Vera und Mia sind Schwes­tern, ihre Mut­ter ist durch einen Auto­un­fall ein Pfle­ge­fall und geht ihnen daheim auf die Ner­ven. Sie braucht eine Spen­der­niere, sonst wird sie bald ster­ben. Der Auto­fah­rer, der sie anfuhr, beging Fah­rer­flucht. Mia irrt durch den Bahn­hof und starrt alle Pas­san­ten an, um den Schul­di­gen zu fin­den. Sie begeg­net Achim, den ihr Schick­sal rührt und der ihr hel­fen will, natür­lich nicht ganz unei­gen­nüt­zig. Er besorgt im Aus­land eine Spen­der­niere, aber ein Happy-​​End ist bei die­ser Art Stück natür­lich nicht drin.

Inter­es­sant war die Her­an­ge­hens­weise an den Text. Wir teil­ten uns in Zwei­er­grup­pen auf und lasen den Text zuerst mit ver­teil­ten Rol­len. Danach, beim ana­ly­ti­schen Lesen, lie­ßen wir uns bei jedem Satz soviel Zeit, ihn und sei­nen Sub­text zu ver­ste­hen, dann spra­chen wir unser Gegen­über direkt an. Als dritte Vari­ante wie­der­hol­ten wir jeden Satz so lange, bis wir mit dem Ergeb­nis zufrie­den waren. Auf diese Art konn­ten wir den Text wesent­lich tie­fer ver­ste­hen als bei einer rei­nen Lesung mit ver­teil­ten Rollen.

Haus­auf­ga­ben

  1. Extreme Kälte
  2. Rol­len­pro­fil Achim, prä­gende Erlebnisse