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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Bergwandern

Drei Tage Wan­dern und Klet­ter­steige – aus­ge­hend von der Rie­der­alp unter­nahm ich drei inten­sive Berg­wan­de­run­gen in der nähe­ren Umge­bung. Die Haupt­at­trak­tion in die­ser Gegend ist der Aletsch­glet­scher, der längste und flä­chen­mä­ßig größte Glet­scher der Alpen. Wie alle Glet­scher ist er am Schrump­fen, so dass ich schnell noch einen Blick dar­auf erha­schen wollte.

Weitwinkel-​​Aufnahme des Aletsch­glet­schers vom Eggis­horn aus

Sonn­tag, 10. Juli (Link zur Tour)

  • Rie­der­alp (1905 m)
  • Rie­der­furka (2065 m)
  • Teiffe Wald
  • Kalk­ofen
  • Umkehr wegen ein­set­zen­den Regens
  • Rie­der­alp

Mon­tag, 11. Juli (Link zur Tour)

  • Rie­der­alp (1905 m)
  • Bett­me­r­alp (1948 m)
  • Fie­scher­alp (2212 m)
  • Seil­bahn zum Eggishorn
  • Eggis­horn (2926 m)
  • Klet­ter­steig Eggishorn
  • Bettmergrat-​​Höhenweg
  • Bett­mer­horn (2858 m)
  • Seil­bahn zur Bettmeralp
  • Rie­der­alp

Diens­tag, 12. Juli (Link zur Tour)

  • Rie­der­alp (1905 m)
  • Rie­der­furka (2065 m)
  • Teiffe Wald
  • Grün­see (1614 m)
  • Hän­ge­brü­cke
  • Obera­letsch (1756 m)
  • Aletsch-​​Klettersteig am Stau­see Gibi­dun, östli­cher Teil (1439 m)
  • Nes­sul (1956 m)
  • Rie­der­furka
  • Rie­der­alp

Seit 2008 führt eine Hän­ge­brü­cke über das Massatal.

Eine neue Erfah­rung war für mich die Benut­zung einer Tyro­li­enne (Seil­brü­cke). Die letzte Schlucht kurz vor Ende des Klet­ter­steigs wurde ledig­lich von zwei Sei­len über­spannt. An einer Vor­rich­tung konnte man sich nun dran­hän­gen und auf der leicht abschüs­si­gen Stre­cke zum ande­ren Ufer rut­schen. Es ist ein immen­ser Kon­troll­ver­lust, da man unter den Füßen nichts mehr hat. Es heißt los­las­sen und ver­trauen, brem­sen konnte ich mit dem Rück­hol­seil. Ein schö­nes Gefühl, lebend anzukommen!

Am Gip­fel­kreuz des Bettmerhorns

Alp­nach­stad (464 m) – Pila­tus Kulm (2132 m)

Landschaft

Blick vom Pila­tus auf den Vierwaldstättersee

Ein hei­ßer Som­mer­tag im Juli, was liegt näher als den Pila­tus zu bezwin­gen und anschlie­ßend im Vier­wald­stät­ter­see schwim­men zu gehen? Gesagt, getan. Wir ent­schie­den uns für die „Rück­seite” des Pila­tus, wel­che ange­neh­mer zu wan­dern und weni­ger began­gen ist. Von Alp­nach­stad aus wan­der­ten wir ent­lang der Stre­cke der welt­weit steils­ten Zahn­rad­bahn hoch auf den Pila­tus. Am Anfang spen­de­ten uns Wäl­der aus­rei­chend Schat­ten, unge­fähr ab der Mit­tel­sta­tion hörte das auf und wir waren der sen­gen­den Sonne direkt ausgeliefert.

Silhouetten

Eine Bank lädt zum Ras­ten ein

Wei­ter oben erin­nerte ich mich auch an eine Nacht­wan­de­rung, bei der wir zwar von woan­ders gestar­tet waren aber dann letzt­end­lich auf dem glei­chen Weg zum Gip­fel taps­ten. Der Anblick des Gip­fels mit Hotels, Gas­tro­no­mie und Groß­bau­stelle für noch mehr Beton, Stahl und Glas wirkte dann wie so oft ver­stö­rend. Über­ge­wich­tige Ame­ri­ka­ner las­sen sich in die roten Lie­ge­stühle plump­sen, Inder knip­sen wild in alle Rich­tun­gen, am Selbst­be­die­nungs­re­stau­rant stehe ich eine gefühlte Stunde in der Schlange – es muss noch andere Gip­fel geben mit weni­ger Kom­fort und mehr gleich­ge­sinn­ten Wan­de­ren­thu­si­as­ten. Dafür konn­ten wir uns den beschwer­li­chen Abstieg erspa­ren und fuh­ren mit der Zahn­rad­bahn zurück nach Alpnachstad.

Nahaufnahme

Far­ben­pracht auf der Bergwiese

Zum Glück gibt es die­sen Unter­stand. Nach einer hal­ben Stunde Wan­de­rung nahm der Regen immer stär­ker zu, da kam der Unter­stand wie geru­fen. Wir haben eine schöne Aus­sicht auf den Vier­wald­stät­ter See und den Zuger See, die Wol­ken zie­hen vor­über und der Tag geht lang­sam zuende. Den Son­nen­un­ter­gang wer­den wir bei die­sem Wet­ter ohne­hin nicht beob­ach­ten kön­nen. So war­ten wir also wei­ter im Regen.

Am Ende kom­men wir sogar oben an, der Regen ließ irgend­wann nach. Die nächt­li­che Aus­sicht war wun­der­bar und wech­selte durch die zie­hen­den Wol­ken­fel­der ständig.

Stre­cke: See­bo­den­alp (1030 m) – Düs­sen (1360 m) – Rigi Kulm (1800 m) – Seebodenalp

Die Wan­der­sai­son ist eröff­net! Am sonnig-​​strahlend-​​blauen Pfings­mon­tag unter­nahm ich die erste grö­ßere Wan­de­rung in die­sem Jahr. Wie zu erwar­ten war ich nicht der Ein­zige, auf dem Haupt­wan­der­weg (Marke Auto­bahn) keuch­ten und schwitz­ten Hun­derte mit mir. Demenst­pre­chend herrschte auf dem Gip­fel eine regel­rechte Platznot.

Gipfel des Grossen Mythen

Auf dem gut aus­ge­bau­ten Wan­der­weg lockte schon bald die Gipfelhütte.

Gipfel des Grossen Mythen

Auf dem Gip­fel des Gro­ßen Mythen herrschte am Pfingst­mon­tag ein reges Treiben.

Stre­cke: Brunni (1102 m) – Hol­x­egg (1405 m) – Gro­ßer Mythen (1898 m) – Brunni

Ange­ge­ben waren 2:20 h für den Auf­stieg, ich schaffte es unge­fähr in der Hälfte der Zeit.

Für fünf Tage tauschte ich die Annehm­lich­kei­ten des Stadt­le­bens gegen karge Berg­land­schaf­ten, fernab von jeg­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln. Es war eine sehr for­dernde, aber auch extrem loh­nende Tour im Bernina-​​Gebiet.

  1. Aus­bil­dung am Piz Tro­vat (3146 m), Über­nach­tung Berg­ho­tel Dia­vo­lezza (2973 m)
  2. Pers– und Morta­ratsch­glet­scher, Über­nach­tung Boval-​​Hütte (2495 m)
  3. Piz Morta­ratsch (3751 m), Tschierva-​​Hütte (2584 m)
  4. Eis– und Fels­aus­bil­dung, Coaz-​​Hütte (2610 m)
  5. Pass­über­schrei­tung Four­cla Fex-​​Roseg (3068 m), Furtschella-​​Station, Heimreise

Auf dem Gletscher

Völ­lig neu für mich war das Bege­hen von Glet­schern und der Umgang mit Steig­ei­sen, Pickel und ver­kürz­tem Seil. Die Gefahr beim Gehen auf dem Eis ist das Hin­un­ter­fal­len in eine Glet­scher­spalte. Beson­ders bei Neu­schnee kön­nen Spal­ten bedeckt und damit unsicht­bar sein. Des­halb geht man an einem Seil, je nach Schwie­rig­keit des Gelän­des min­des­tens in Zweier-​​Seilschaften. Wir hat­ten dafür ein 50 m-​​Halbseil, wobei sich der Vor­derste und Hin­terste einen Teil des Seils in Schlau­fen um den Kör­per legen. Somit ver­blei­ben zwi­schen den bei­den Alpi­nis­ten noch 5–10 m Seil. Zu zweit emp­fiehlt sich noch das Anbrin­gen von Kno­ten, wel­che den Sturz in eine Spalte brem­sen kön­nen, da sich das Seil in die­sem Fall ins Eis einschneidet.

Steig­ei­sen sind essen­zi­ell zum Bege­hen von Glet­schern, sobald diese geneigt oder ver­eist sind. Bis zu zwölf Zacken boh­ren sich in den Unter­grund. Ich fand es erstaun­lich, wel­che Hang­nei­gung man mit etwas Übung bewäl­ti­gen kann, 45° sind kein Pro­blem. Wich­tig ist jedoch, dass immer mög­lichst alle Zacken im Eis sind, seit­li­ches Ver­kan­ten ist gefähr­lich. Die Vor­aus­set­zung für das sichere Mon­tie­ren von Steig­ei­sen ist, dass die ver­wen­de­ten Berg­schuhe steig­ei­sen­fest sind, also mög­lichst robust und mit stei­fer Sohle. Um sich selbst nicht zu ver­let­zen, läuft man breit­bei­nig in Cowboy-​​Manier.

Der mas­sive orange-​​griffige ASVZ-​​Eispickel war im stei­len Gelände unser ste­ter Beglei­ter. Man kann sich mit dem spit­zen Stie­lende (Spitz) abstüt­zen, an der Schau­fel anfas­sen und mit Haue und Spitz einen zuver­läs­si­gen Griff haben oder sich einen Stand pickeln.

Jeden­falls war es eine fas­zi­nie­rende neue Welt, in die wir mit einem erfah­re­nen Berg­füh­rer (Ste­fan Felix, sehr zu emp­feh­len) vor­ge­sto­ßen sind.