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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Archiv

Tag: bilder

Der unaus­sprech­li­che Name, zumin­dest am Anfang, für die Neu­an­kömm­linge aus dem Nor­den, Dop­pel­vo­kal wie beim Grüezi, man erkennt die Deut­schen sofort. In der Bahn sind vor allem Fami­lien mit Schlit­ten, das Wet­ter traum­haft son­nig hei­ter, aber oben die Ein­sicht, es gibt keine Fern­sicht, dabei woll­ten wir doch Land­schafts­fo­to­gra­fie trai­nie­ren heute. Es ist duns­tig, die Alpen­rie­sen ver­ber­gen sich hin­ter einem wei­ßen Schleier. Was bleibt, sind Nah­auf­nah­men und das obli­ga­to­ri­sche Foto der Tische von oben, heute mit schö­nen Schat­ten. Ich habe alles schwarz-​​weiß gemacht, die Far­ben sind ohne­hin zu ver­nach­läs­si­gen und wür­den nur stören.

Eiszapfen
Eis­zap­fen am Gelän­der des Aus­sichts­tur­mes
Sonnenfleck
Son­nen­fleck mit run­den Tischen

Wenn du ein Hob­by­fo­to­graf mit digi­ta­ler Kamera bist, kennst du das Pro­blem — im Laufe der Zeit sta­peln sich Hun­derte Auf­nah­men auf der Fest­platte, der Über­blick geht ver­lo­ren und ein ein­zi­ger Festplatten-​​Crash kann alle Arbeit zunichte machen. Bei mir ist jetzt nach vier Jah­ren mit geschätz­ten 10.000 Fotos der Moment gekom­men, in dem ich mich dem Thema Archi­vie­rung sys­te­ma­tisch wid­men möchte.

Fest­platte, DVDs oder Cloud?

Im Gegen­satz zu den ana­lo­gen For­ma­ten Dia und Nega­tiv kön­nen Fest­plat­ten oder DVDs Daten nicht wirk­lich lange auf­be­wah­ren. Das wich­tigste Prin­zip ist also Redun­danz, spei­chere deine Bil­der nicht nur ein­mal, son­dern auf meh­re­ren Spei­cher­me­dien. Nur so kannst du den Ver­lust wert­vol­ler Daten wirk­lich garantieren.

Ich ver­wende mir als pri­märe Archiv­lö­sung eine externe Fest­platte, die im RAID1-​​Modus arbei­tet. Es sind also eigent­lich zwei Fest­plat­ten, die genau die glei­chen Daten ent­hal­ten. Wenn nun eins der bei­den Lauf­werke aus­fal­len sollte, sind die Daten immer noch auf dem ande­ren ver­füg­bar. Und diese externe Fest­platte steht nun nicht immer neben dem Rech­ner, wo sie durch ver­se­hent­li­che Fuß­tritte, Staub oder Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen Scha­den neh­men kann, son­dern im Ori­gi­nal­kar­ton ver­packt in der Abstell­kam­mer. Je nach Bedarf hole ich sie dann her­aus und syn­chro­ni­siere den Bilder-​​Ordner.

In DVDs habe ich nicht so das Ver­trauen, jedoch wäre das eigent­lich auch mal eine Maß­nahme. Denn bei einem Woh­nungs­brand wären wohl Rech­ner und externe Fest­platte futsch und alle Daten ver­lo­ren. Dann sind bei Ver­wand­ten, Freun­den oder auf Arbeit depo­nierte Archiv-​​DVDs die ein­zige Variante.

Eine rela­tiv neue Vari­ante fürs Archi­vie­ren ist Online-​​Speicher. In klei­nen Men­gen ist die­ser auch kos­ten­los zu bezie­hen, aber Bild­da­ten neh­men leicht meh­rere Giga­byte ein, so dass bei der Mehr­zahl der Anbie­ter saf­tige Gebüh­ren anfal­len. Ich habe mich bei Wuala ange­mel­det, was momen­tan aber noch im Beta-​​Stadium ist. Da hat man 1 GB kos­ten­lo­sen Online-​​Speicher und die Wahl zwi­schen dem Kauf von zusätz­li­chem Spei­cher oder dem Tausch von eige­nen Fest­plat­ten­platz gegen Online-​​Speicher. Da alle Daten ver­schlüs­selt sind, kann man natür­lich nicht schauen, was die ande­ren denn da so archi­vie­ren. Bei genü­gend eige­nem Fest­plat­ten­platz erhält man so kos­ten­los den aus­fall­si­che­ren Online-​​Speicher.

Schon seit län­ge­rer Zeit bin ich bei flickr. Im Gegen­satz zu Wuala kann man hier aber aus­schließ­lich Bil­der in bekann­ten For­ma­ten hoch­la­den, Roh­da­ten las­sen sich da nicht for­ma­tie­ren. Aber in Bezug auf soziale Inter­ak­tion (Kom­men­tie­ren von Bil­dern, Bewer­ten) ist flickr über­le­gen. Am Beginn wollte ich mög­lichst alle Fotos tei­len, im Geist eines offe­nen Aus­tau­sches. Jedoch bin ich über die Jahre selek­ti­ver gewor­den und stelle nur noch aus­ge­wählte Bil­der bei flickr rein, ins­be­son­dere dann, wenn ich sie in mein Web­log ein­bin­den möchte.

Bild­for­mate für die Archivierung

Ein ande­res tech­ni­sches Kapi­tel ist das der Bild­da­tei­for­mate. Kri­te­rien für die Beur­tei­lung der zahl­rei­chen exis­tie­ren­den For­mate sind Qua­li­täts­ver­luste durch Kom­pri­mie­rungs­al­go­rith­men (z.B. beim JPG-​​Format) und ob sich Meta­da­ten im XMP-​​, EXIF– und IPTC-​​Format ein­bet­ten las­sen. Diese For­mate erlau­ben die Erfas­sung zusätz­li­cher Infor­ma­tio­nen, also Foto­graf, Kamera-​​Modell, Ort, Beschrei­bung, Stich­worte, Bewer­tung, etc. Sehr wich­tig für das Wie­der­fin­den von Fotos ist die Ver­gabe von Stich­wor­ten (Tags). Diese beherr­schen so ziem­lich alle Bild­ver­wal­tungs­pro­gramme, aber aus­tausch­bar sind die Bil­der nur, wenn die Daten in der Bild­da­tei direkt gespei­chert werden.

Das JPG-​​Format ist nach wie vor das mit der wei­tes­ten Ver­brei­tung, da es sehr kleine Datei­grö­ßen ermög­licht. Diese Kom­pri­mie­rung ist jedoch mit einem Qua­li­täts­ver­lust ver­bun­den. Je nach Ein­stel­lung der Qua­li­tät kön­nen Arte­fakte auf­tre­ten. In Bezug auf die Ein­bet­tung von Meta­da­ten ist JPG sehr offen, alle For­mate kön­nen ein­ge­bet­tet wer­den. Das PNG-​​Format, wel­ches kei­nen Qua­li­täts­ver­lust ver­ur­sacht, ist genau an die­sem Punkt schlech­ter, ledig­lich Daten im XMP-​​Format las­sen sich einbetten.

Pro­fis wer­den ihre Daten im Roh­for­mat sichern wol­len, nur so ist die volle Qua­li­tät gewähr­leis­tet. Dafür sind die Dateien dann auch ent­spre­chend grö­ßer. Außer­dem hal­ten sich die Kame­ra­her­stel­ler bedeckt, was die genaue Defi­ni­tion der For­mate angeht, wes­halb andere Anbie­ter meist keine Ver­än­de­run­gen an der Bild­da­tei direkt vor­neh­men, son­dern lie­ber noch eine gleich­na­mige XMP-​​Datei erzeu­gen, wel­che alle Daten ent­hält. Als neuer Quasi-​​Standard gibt es das DNG-​​Format für Roh­da­ten, jedoch ist auch da nicht sicher­ge­stellt, ob die pro­prie­tä­ren For­mate nicht doch gewisse Extra-​​Informationen beinhal­ten, die dann ver­lo­ren gehen könnten.

Ich per­sön­lich fände es müh­sam, meine Bil­der in ver­schie­de­nen For­ma­ten zu spei­chern. Ich ver­wende JPG mit maxi­ma­ler Qua­li­tät und nur in Aus­nah­me­fäl­len hebe ich die Roh­da­ten auf.

Work­flow

Ich foto­gra­fiere mit mei­ner Nikon D200 meist im Roh­for­mat. Nach dem Über­spie­len auf den hei­mi­schen PC benutze ich das Pro­gramm Adobe Bridge CS4 für das Sich­ten, Aus­sor­tie­ren, Bewer­ten und Tag­gen. Der wich­tigste erste Schritt ist das Aus­sor­tie­ren der schlech­ten Bil­der. Dadurch erspart man sich einen Hau­fen Arbeit, da sich die Anzahl schon mal deut­lich redu­ziert. Wenn ich Zeit habe, ver­gebe ich Stern­chen und Stich­wör­ter. Ins­be­son­dere die Per­so­nen ver­su­che ich immer mit Stich­wör­tern fest­zu­hal­ten, schon einige Male brauchte ich Bil­der einer bestimm­ten Per­son. Und das lässt sich mit einer ein­fa­chen Suche nach dem ent­spre­chen­den Stich­wort recht ele­gant erledigen.

Danach öffne ich alle Bil­der eines Shoo­tings mit Adobe Camera Raw und kor­ri­giere ein wenig an Belich­tung, Dyna­mik und Schärfe. Wenn eine Reihe Bil­der unter ähnli­chen Bedin­gun­gen ent­stand, lohnt es sich, sie gemein­sam zu bear­bei­ten. Anschlie­ßend folgt noch das Zurecht­schnei­den und –dre­hen, lei­der meist für jedes Bild ein­zeln. Dann spei­chere ich alle Bil­der als JPG und lösche die sper­ri­gen Ori­gi­nal­da­ten. Fertig.

Refe­ren­zen

Anre­gung für meine Beschäf­ti­gung mit dem Thema Archi­vie­rung war das c’t Son­der­heft Digi­tale Foto­gra­fie.

Fas­zi­na­tion Klet­ter­steig — an einer stei­len Wand hän­gen, sichere Tritte und Griffe, die schiere Höhe über­win­den. Mit Mat­thias gönnte ich mir Ende Juni einen als „her­aus­for­dernd” und „nichts für Anfän­ger” ein­ge­stuf­ten Klet­ter­steig in der Nähe von Engelberg.

Stairway to Heaven

Stair­way to Hea­ven by well­n­air

flickr

Feb 26

Ich stelle einen Teil mei­ner Bil­der ab sofort bei flickr​.com aus. Das löst dann auch meine bis­he­rige Foto­ga­le­rie ab. Flickr hat viele Vor­teile, die ich mir für eine kleine Jah­res­ge­bühr erkauft habe. Vor allem sehen so sehr viel mehr Leute meine Bil­der und einige kom­men­tie­ren viel­leicht sogar, was ich da fabri­ziert habe. Es gibt ein­fach viel mehr Mög­lich­kei­ten der Inter­ak­tion und Kommunikation.

Und eine letzte Foto­ses­sion möchte ich euch nicht vor­ent­hal­ten. Ist ein biss­chen viel, aber ich war flei­ßig am Wochen­ende und habe einige Filme digi­ta­li­siert. Des­halb kommt das jetzt alles auf einen Schlag. Die letzte Ses­sion ent­stand an einem Abend in Zürich. Ich star­tete in der Bahn­hof­straße, der edlen Ein­kaufs­meile mit Juwel­lie­ren, extrem teu­ren Beklei­dungs­lä­den und ande­ren aus­ge­such­ten Geld­ver­nich­tungs­or­ten. Heiß dis­ku­tiert wird die neue Weih­nachts­be­leuch­tung, wel­che aus weiß leuch­ten­den Stä­ben besteht, wel­che ver­ti­kal direkt über der Stra­ßen­bahn­ver­ka­be­lung ange­bracht sind. Jeder Stab besteht aus ganz vie­len Leucht­di­oden, so dass er auch teil­weise leuch­ten kann. In der End­kon­se­quenz gibt es dann lus­tige Mus­ter, wel­che auch auf die Menge der vor­bei­lau­fen­den Pas­san­ten reagieren.

bahnhofstr_tram_faehrt_los

Tram fährt los by well­n­air

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Zei­tungs­sta­pel im Wind by well­n­air