Zum Inhalt springen

mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Archiv

Tag: Bunbury

Am Frei­tag, 23. Okto­ber um 19:00 lesen wir bei mir „The Import­ance of Being Ear­nest” von Oscar Wilde. Es wird die eng­li­sche Ori­gi­nal­ver­sion sein und wir lesen mit ver­teil­ten Rol­len. Falls ihr dabei sein wollt, nehmt bitte Kon­takt mit mir auf.

Die alt­be­kannte gesell­schafts­kri­ti­sche Komö­die The Import­ance of Being Ear­nest (deutsch: Bun­bury) fei­erte ges­tern im Pfauen Pre­miere. Der Regis­seur Wer­ner Düg­ge­lin insze­nierte Wil­des Glanz­stück schlicht, britisch-​​steif und sehr unter­halt­sam. Und weil nun­mal Pre­miere war, durfte am Ende auch der Regis­seur nebst zwei Assis­ten­ten auf die Bühne und sich beklat­schen las­sen. Dabei wurde sogar noch ein Buch bewor­ben, das über die­sen Regis­seur geschrie­ben wurde.

Sze­nen­foto

Es ist eins mei­ner Lieb­lings­stü­cke, es knüp­fen sich eine Reihe von Erin­ne­run­gen daran. So schnup­perte ich in der 12. Klasse erst­mals als Alger­non Büh­nen­luft, als Abschluss­stück des Englisch-​​Leistungskurses spiel­ten wir genau die­ses Stück in der Aula der Manos. Wir teil­ten die Rol­len auf, ich erhielt zwei Anteile an der Algernon-​​Rolle. Es war schön, diese wit­zige Figur zu spie­len, die­sen nur sein Ver­gnü­gen ernst neh­men­den char­man­ten Que­ru­lan­ten. Der Wort­witz des Stü­ckes sprengte alles, was ich bis­her kannte, ein schö­ner Abschluss des chao­ti­schen Bonk-​​Leistungskurses.

Einige Jahre spä­ter las ich mit eini­gen Freun­den die deut­sche Fas­sung, Rah­men war ein mehr­tä­gi­ger Auf­ent­halt an der Ost­see über Syl­ves­ter. Wit­zig und pre­kär zugleich war die Auf­tei­lung der Rol­len, so manö­vrierte ich mich in eine etwas selt­same Situa­tion hin­ein. Aber irgend­wie passte es zu mei­ner dama­li­gen Ein­stel­lung, dass das Leben in ers­ter Linie ein gro­tes­kes Spiel sei. Das Stück war gleich­sam eine Kul­mi­na­tion die­ses Emp­fin­dens, es war in man­cher Hin­sicht sogar rea­ler als das nor­male Leben. Nun ja, das lässt sich jetzt schwer beschrei­ben, aber viel­leicht genü­gen diese Andeu­tun­gen, um die beson­dere Rolle des Stücks für mich klarzumachen.