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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Davos

Skifahren in Davos

Feb 19
Allgemein

Es ist nicht weit. Etwas mehr als zwei Stun­den mit dem Zug, dann steigt man in Davos aus und hat die Qual der Wahl zwi­schen zwei recht gro­ßen Ski-​​Gebieten, Par­senn zur Rech­ten und Jakob­shorn zur Lin­ken. Kilo­me­ter von prä­pa­rier­ten Pis­ten war­ten auf die vie­len Tau­send Ski­fah­rer und Snow­boar­der. Auch auf mich, wobei ich mich inzwi­schen mit dem sieb­ten Ski­tag als Fort­ge­schrit­te­nen betrachte und nicht mehr die Anfänger-​​Ski aus­leihe. Es sind jetzt Allround-​​Skier, wel­che ich mit Hilfe der klo­bi­gen Stie­fel an mei­nem Kör­per befes­tige. Etwas län­ger und etwas weni­ger tail­liert als die Anfänger-​​Skier sind sie, grei­fen bes­ser bei höhe­ren Geschwindigkeiten.

Ich mache Fort­schritte, habe es gelernt, immer stei­lere Hänge her­un­ter­zu­fah­ren, meine Wohlfühl-​​Geschwindigkeit immer höher hin­auf­zu­set­zen, auch bei ver­eis­ten, engen Pis­ten eini­ger­ma­ßen gut run­ter­zu­kom­men und mich auch auf unbe­kannte Pis­ten zu wagen. Wobei jetzt auch die Anfangs­eu­pho­rie des schnel­len Fort­schritts vor­bei ist. Das merkte ich heute recht deut­lich am Jakob­shorn. Es ist eine recht lange und gleich­mä­ßig abfal­lende Piste, wel­che wir haupt­säch­lich benutz­ten. Sie ist nicht schwie­rig, ein­fach recht lang. Und an die Gren­zen geriet ich vor allem durch feh­lende Kon­di­tion, wel­che bei höhe­ren Geschwin­dig­kei­ten ein­fach not­wen­dig ist. Sonst kommt man nicht so gut um die Kur­ven. Und so beim drit­ten oder vier­ten Mal mel­de­ten sich die Ober­schen­kel und rie­fen mich zur Mäßi­gung auf. Schnel­le­res Fah­ren ver­langt mehr Kraft, wel­che ich ein­fach noch nicht habe. Oder ich mache was falsch und fahre zu kraftin­ten­siv. Auf jeden Fall ist es nicht mehr so ein­fach, bes­ser zu wer­den. Es wird lang­sam anstrengend.

Skifahren am Zauberberg

Mrz 19
Allgemein

Der Zau­ber­berg von Tho­mas Mann fin­det seine Ent­spre­chung in Davos, einer der vie­len Berge dort war also die Vor­lage für den umfang­rei­chen und nicht ganz ein­fa­chen Roman. Weni­ger lite­ra­risch ging es die letz­ten drei Tage zu, ein gro­ßer Anteil mei­ner Mit­dok­to­ran­den und Anhäng­sel bret­terte über die Pisten.

Nach mei­nen zwei Übungs­ta­gen vorab machte ich an die­sen drei Tagen enorme Fort­schritte. Ich komme jetzt so ziem­lich jeden Hang sicher run­ter und beherr­sche die Magie des Par­al­lel­schwungs. Nur geht mir das Ganze noch immer etwas zu schnell, so dass ich zu stark die Kur­ven ein­drehe. Das ist zwar ange­nehm, da ich stark abbremse, jedoch bin ich somit noch weit von einem flüs­si­gen und flot­ten Fahr­stil ent­fernt. Es gibt also noch Bedarf für wei­tere Stun­den am Hang und wei­tere Web­log­ein­träge zu die­sem bri­san­ten Thema.

Aber die Par­al­lele zum Zau­ber­berg war dann doch die soziale Kom­po­nente des Aus­flu­ges. Gleich den Sanatoriums-​​Patienten waren wir alle unse­ren nor­ma­len Pflich­ten und Auf­ga­ben ent­bun­den und in einer locke­ren Atmo­sphäre wur­den bestimmt Hun­derte von Gesprä­chen geführt. Auch ich unter­hielt mich mit vie­len Leu­ten, die ich sonst nur als über ihren Schreib­tisch gebeugte Gesich­ter im Vor­bei­ge­hen an einer offe­nen Türe des Insti­tuts bemerkt hatte. Wir hat­ten Zeit, tra­fen uns zum Mit­tag­es­sen an der Piste, war­te­ten abends im Restau­rant aufs Essen oder saßen beim Früh­stück, um uns für die wil­den Pis­ten­ritte zu stär­ken. So schweb­ten wir alle vor uns hin in die­ser ent­rück­ten Welt, und kehr­ten allzu schnell zurück ins „Flach­land” mit sei­nen Pflich­ten und all­täg­li­chen Umgebungen.