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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Diss

Der Count­down zur Diss-​​Prüfung läuft wei­ter. In knapp zwei Wochen muss ich die Eva­lu­ie­rungs­ver­sion am Depar­te­ment abge­ben, außer­dem müs­sen dann die Gut­ach­ten aller betreu­en­den Pro­fes­so­ren ein­ge­trof­fen sein. Um ihnen ein wenig Zeit zu geben, habe ich ges­tern die Eva­lu­ie­rungs­ver­sion ver­schickt, bereits im Mai hat­ten sie eine Vor­ab­ver­sion zu lesen bekom­men. Damit ist ein wei­te­rer Schritt gegan­gen, unauf­halt­sam nähert sich der Schick­sals­tag des 7. Juli mit der münd­li­chen Prüfung.

Nach fast vier Jah­ren Dok­to­rat steht jetzt der Ter­min für die Dok­to­rats­prü­fung fest. Am Diens­tag, dem 7. Juli werde ich — wenn alles gut geht — die­sen wich­ti­gen Schritt absol­vie­ren. Es ist zwar rein admi­nis­tra­tiv nicht der letzte, da ich danach noch die Pflicht­ex­em­plare abge­ben muss und die Depar­te­ments­kon­fe­renz dem zustim­men muss, aber gefühls­mä­ßig ist es der Abschluss des Doktorats.

Mit dem Ter­min ste­hen auch die wei­te­ren Ter­mine fest. Drei Wochen vor­her muss die Dis­ser­ta­ti­ons­schrift in ihrer end­gül­ti­gen Fas­sung und die Gut­ach­ten mei­ner Refe­ren­ten beim Depar­te­ment ein­ge­trof­fen sein. Und noch ein paar Wochen eher müs­sen die Refe­ren­ten natür­lich auch die Arbeit in den Hän­den halten.

Es geht also zu Ende und im Herbst beginnt ein neuer Abschnitt.

Ich schreibe. An mei­ner Diss. Ich habe sie This! genannt, das klingt so wie Diss und erin­nert mich an Peter Gabri­els Album So, ein Weih­nachts­ge­schenk mei­ner Schwester.

Ich schreibe. Über die Ergeb­nisse der Ruder­stu­die mit Wett­be­wer­bern. Teil­neh­mer 1 hat rea­giert, und das deut­lich. Man sieht es an den Gra­phen, den Prunk­stü­cken die­ses Kapi­tels. Es lässt sich so viel aus­sa­gen mit einem Gra­phen. Dann brau­che ich auch weni­ger zu schrei­ben. Es springt dem Leser dann ins Auge. Aber nur, wenn der Graph gut gemacht ist und in sich das Stu­di­en­de­sign, die Ein­zel­er­geb­nisse, die Durch­schnitts­werte pro Block mit Stan­dard­ab­wei­chun­gen und am bes­ten noch die Schluss­fol­ge­run­gen in sich ver­eint und dabei nicht unüber­sicht­lich wird.

Ich schreibe. Ein Mat­lab–Skript zum Zeich­nen eines Gra­phen. Es wird immer län­ger, Zeile um Zeile kommt hinzu. Zuerst waren da nur die blauen Daten­punkte, etwas chao­tisch zeig­ten sie den Wert einer Varia­blen (zum Bei­spiel der Maxi­mal­kraft) für jeden Ruder­schlag an, und das für die gesamte Renn­stre­cke von 2000 m. Aber das reicht nicht, man muss noch die Blö­cke sehen. Die neu­tra­len Blö­cke, in denen die Geg­ner nichts machen und die Gegner-​​Blöcke, in denen die geg­ne­ri­schen Boote atta­ckie­ren oder zurück­fal­len. Senk­rechte rote Linien für die Block­gren­zen, das ist schon mal ein Anfang. Aber wie kann man die Gegner-​​Blöcke noch durch eine andere Hin­ter­grund­farbe her­vor­he­ben? Zuerst ver­su­che ich es mit dem Befehl patch, damit kann man belie­bige Poly­gone zu einem Gra­phen hin­zu­fü­gen. Aber die­ser ver­deckt die Rand­li­nien. Die Lösung bringt dann der Befehl image, ein ent­spre­chend den Blö­cken defi­nier­tes Bild dient als Hin­ter­grund des Gra­phen. Blaue Punkte auf dezent her­vor­ge­ho­be­nen Blö­cken, getrennt durch ver­ti­kale rote Linien. Schön wäre noch, bei jedem Block den Mit­tel­wert der Varia­blen und die Stan­dard­ab­wei­chung ein­zu­zeich­nen. Mit hori­zon­ta­len, schwar­zen, dicken Linien kom­men die Mit­tel­werte hinzu, mit dün­ne­ren Linien, die sich nach oben und unten stre­cken, die Stan­dard­ab­wei­chun­gen. Jetzt noch zuschnei­den auf die rich­tige Größe, damit es ohne wei­tere Ver­ar­bei­tung in die Diss ein­ge­fügt wer­den kann.

Ich schreibe. Mit LaTeX–Befeh­len füge ich die Gra­phen ein. Und beschrifte noch die Blö­cke, damit klar ist, wel­che neu­tral und wel­che durch Akti­vi­tä­ten der Geg­ner geprägt sind. Dies in allen Gra­phen. Diese Wie­der­ho­lung einer ähnli­chen Auf­gabe, in der sich nur die Rei­hen­folge der Kon­di­tio­nen ver­än­dert, schreit nach einem Makro. So weit ist es mit mir gekom­men, das Doku­ment hat sich in eine Struk­tur ver­wan­delt, wel­che stets ver­bes­sert wer­den kann. Ich sehe über­all Struk­tur, die Ähnlich­keit von Abschnit­ten, die Mög­lich­keit, etwas ele­gan­ter zu lösen, mit weni­ger Redundanzen.

Ich schreibe. 85 Sei­ten ist This! jetzt stark. Es ist nicht mehr viel, das Ziel ist in Sicht. Dann wird die erste Fas­sung voll­en­det sein.