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Tag: dramateure

Wäh­rend drau­ßen reg­ne­ri­sches Herbst­wet­ter die Stim­mung trübt, sprie­ßen die Thea­ter­pro­jekte in mei­nem Umfeld flei­ßig. Es herrscht Auf­bruchs­stim­mung und viele Ter­mine ste­hen mitt­ler­weile fest. Da ich momen­tan an zwei Pro­duk­tio­nen als Schau­spie­ler betei­ligt bin, ist mein Früh­jahr 2013 schon weit­ge­hend ausgebucht.

frisch­fleisch

Letzte Woche erhiel­ten wir die Zusage vom Zen­trum Karl der Große in Zürich – wir wer­den dort am 5. und 6. April 2013 spie­len. Außer­dem gas­tie­ren wir am 31. Mai 2013 in Basel. Mit die­ser Ter­min­si­cher­heit kön­nen wir unser noch namen­lo­ses Stück nun wei­ter ent­wi­ckeln. Die letz­ten Wochen waren durch zahl­rei­che Absen­zen etwas müh­sam, aber nun star­ten wir durch.

klima

Nach mei­ner Auf­nahme in das Ensem­ble Anfang Sep­tem­ber kehrte erst mal Ruhe ein, da momen­tan die ande­ren Schau­spie­ler pro­ben. Der Pro­be­plan steht und ich werde Ende Okto­ber bei der ers­ten Ensem­ble­probe dabei sein. Die­ser Ter­min wird dann wohl auch der emo­tio­nale Start­schuss für mich sein, bis­lang ist diese Pro­duk­tion noch sehr abs­trakt. Aber am 3. Novem­ber wer­den wir das ganze Stück pro­ben, bis dahin sollte ich den Text gut beherr­schen und mög­lichst auch schon einen Inter­pre­ta­ti­ons­vor­schlag ent­wi­ckelt haben. Denn die Zeit ist knapp, bereits am 15. Februar fei­ern wir Pre­miere in Kreuz­lin­gen, viele wei­tere Auf­füh­run­gen folgen.

dra­ma­teure

Am Diens­tag war auch das erste Tref­fen der dra­ma­teure nach der Som­mer­pause. Im hei­me­li­gen Kel­ler­thea­ter des GZ Buchegg fand die erste von zwei Casting-​​Proben für die neue Pro­duk­tion Peer Gynt statt. Es war schön, die Leute wie­der zu sehen und ein wenig zu impro­vi­sie­ren. Zahl­rei­che neue Inter­es­sen­ten waren dabei, da wird Tobias als Regis­seur einige Ent­schei­dun­gen fäl­len müssen.

Ich werde dies­mal wohl nicht auf der Bühne ste­hen, das wird ein­fach zu viel. Aber ein wenig dabei sein werde ich schon.

Stu­den­ten­thea­ter

Das Stu­den­ten­thea­ter steht am Abschluss einer Pro­duk­tion, am 20. Okto­ber füh­ren sie erst­mals Yvonne, die Bur­gun­der­prin­zes­sin im Thea­ter­saal der Univ­ser­si­tät Irchel auf. Es han­delt sich um ein gro­tes­kes Stück.

Nach­dem die dra­ma­teure im Früh­jahr mit Onkel Wanja die Zuschauer begeis­ter­ten, steht nun das nächste Stück fest: Peer Gynt, ein dra­ma­ti­sches Gedicht von Hen­rik Ibsen. Wahr­schein­lich ist euch die musi­ka­li­sche Umset­zung von Edvard Grieg ver­traut, die Mor­gen­stim­mung oder In der Halle des Berg­kö­nigs.

Auf jeden Fall suchen die dra­ma­teure noch Schau­spie­ler. Wenn ihr dabei sein wollt, kommt zu den Cas­tings am 2. und 9. Okto­ber 2012. Nähere Infor­ma­tio­nen auf der dramateure-​​Homepage.

In der aktu­el­len dra­ma­teure–Thea­ter­pro­duk­tion „Onkel Wanja” konn­ten wir ges­tern die erste Sze­nen­probe erle­ben. Im Dezem­ber hat­ten wir in Lese­pro­ben das Stück Seite für Seite in unse­ren Rol­len durch­ge­nom­men, die Per­so­nen­kon­stel­la­tion und Moti­va­tion der Figu­ren bespro­chen. Dar­auf auf­bau­end konn­ten wir ges­tern zum ers­ten Mal „stel­len”. Das bedeu­tet, die Szene auf der Bühne zu pro­bie­ren und vor allem die Auf– und Abgänge zu klä­ren, und damit die ent­schei­dende Frage „Wo bin ich?”

Schön war, dass einige von uns den Text schon aus­wen­dig konn­ten. Denn ohne Text­buch in der Hand ist man viel freier und kann sich auf die ande­ren Dinge kon­zen­trie­ren. Als sehr guter Schau­spie­ler würde man sich noch vor­her selbst Gedan­ken zur Szene machen und Ange­bote machen. Ein Ange­bot ist eine mög­lichst schlüs­sige Inter­pre­ta­tion der Szene und Rolle. Ob das dann ins­ge­samt passt, muss natür­lich die Regis­seu­rin ent­schei­den. Aber zumin­dest ist dann schon mal etwas da. Und die Probe macht dann auch mehr Spass, wird ein Dia­log über die Inter­pre­ta­tion und Figu­ren­kon­stel­la­tion anstatt die rein tech­ni­sche Erläu­te­rung des Ablaufs. Man hat es selbst in der Hand.

Als Tele­gin habe ich mich auf diese Szene natür­lich vor­be­rei­tet. Den Text kann ich schon ganz gut und konnte auch schon an den Emo­tio­nen arbei­ten. Die Regie­an­wei­sung an einer Stelle war, dass Tele­gin mit wei­ner­li­cher Stimme spricht. Er wird daran erin­nert, dass seine Frau ihn wegen eines ande­ren ver­las­sen hat. Das ist eine starke Emo­tion, die ich mit Hilfe einer sen­so­ri­schen Erin­ne­rung erar­bei­tete. Ich wählte eine per­sön­li­che Erin­ne­rung, die vom emo­tio­na­len Gehalt ähnlich ist. Ich sehe in die­sem Moment auf der Bühne die Bil­der und höre die Klänge. Es läuft da quasi ein Film in mir ab, der mich in diese Stim­mung bringt. Und dann muss ich gar nicht viel machen, meine Stimme klingt auto­ma­tisch anders, Mimik und Ges­tik pas­sen sich ebenso an. Es ist sicher­lich noch aus­bau­fä­hig, aber der Grund­stein ist gelegt.

Eine neue Thea­ter­sai­son beginnt, heute hat­ten wir unser ers­tes Tref­fen für eine poten­zi­elle Pro­duk­tion 2012. Es ging vor allem ums Wie­der­se­hen und erste Wei­chen­stel­lun­gen. Aber grund­sätz­lich sieht es gut aus. Die meis­ten Leute sind wie­der mit dabei, so schlimm kann es also bei der letz­ten Pro­duk­tion nicht zuge­gan­gen sein. Und es gibt sogar zwei Regie-​​Kandidaten und viele poten­zi­elle Mitorganisatoren.

Somit brau­chen wir nur noch ein Stück. Und das ist natur­ge­mäß nicht ein­fach zu fin­den. Die Haupt­frage dabei ist die nach dem Vor­ge­hen bei der Stück­wahl. Ent­we­der ist es ein demo­kra­ti­scher Pro­zess, die Gruppe liest eine Aus­wahl von Stü­cken und stimmt am Ende ab, wel­ches sie spie­len möchte. Der Regis­seur muss dann halt damit leben und sich für die­ses Stück erwär­men. Oder der Regis­seur wählt ein geeig­ne­tes Stück aus, wel­ches er der Gruppe schmack­haft machen muss.

Bei­des hat so seine Tücken. Im ers­ten Fall gewin­nen häu­fig Stü­cke mit vie­len gleich­gro­ßen Rol­len, gerade die Neu­linge wol­len natür­lich sicher gehen, dass sie auch eine Rolle abbe­kom­men. Und der Regis­seur muss dann die­ses Stück insze­nie­ren, auch wenn es ihm nur sehr wenig sagt oder er gar nicht die idea­len Schau­spie­ler für die tra­gen­den Rol­len sieht. Im zwei­ten Fall fällt quasi ein Stück vom Him­mel, ohne dass die Gruppe die geringste Mit­spra­che­mög­lich­keit hatte.

Also haben wir ein neues Ver­fah­ren ent­wi­ckelt, das die Vor­teile bei­der Her­an­ge­hens­wei­sen ver­eint. Wir wer­den es noch paten­tie­ren las­sen, als dramteure-​​Stückauswahl-​​Prozess. Die poten­zi­el­len Regis­seure schla­gen Stü­cke vor, die sie sich gut vor­stel­len könn­ten zu insze­nie­ren. Dar­aus kann die Gruppe dann aus­wäh­len. So wird die Aus­wahl des Regis­seurs gleich mit erledigt.

Es bleibt also span­nend, in den nächs­ten Wochen wird aber vor allem in unse­rem inter­nen Wiki der Dis­kus­si­ons­pro­zess lau­fen. Ich zähle nicht zum Kreis der poten­zi­el­len Regis­seure, werde aber als Regie­as­sis­tent erste Erfah­run­gen sammeln.