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Tag: Elbsandsteingebirge

Alex — der Wahl­pa­ri­ser — ist zur Zeit mal wie­der in Dres­den. Mit ihm und Arne unter­nahm ich heute einen klei­nen Klet­ter­aus­flug zur Gro­ßen Huns­kir­che. Die­ser Fel­sen ist wirk­lich eines der Wahr­zei­chen der Säch­si­schen Schweiz. Vom Tal her kom­mend, sieht man einen rie­si­gen Turm. Der Name kommt wohl daher, dass die Gip­fel­form an einen kau­ern­den Hund erin­nert, zusam­men mit der ein­drucks­vol­len Größe ent­stand wohl so der Begriff „Hunskirche”.

Abendstimmung
Abend­stim­mung am Pabststein, links ist die Sil­hou­ette der Gro­ßen Huns­kir­che zu erkennen

Wir mach­ten nur einen Weg. Aber die­ser hatte es dafür in sich, hin­ter dem lyri­schen Namen Voll­stän­dig Ver­lo­rene Illu­sion ver­barg sich eine VIIc. Einen so schwe­ren Weg bin ich noch nie geklet­tert. Der Name kommt wohl daher, dass man am Fuße des Weges noch die Illu­sion hat, so schwer würde es schon nicht wer­den. Und man sieht auch einige Griffe und Löcher an die­ser Wand, die eben­falls zur Illu­sion des ein­fach mach­ba­ren Weges bei­tra­gen. Doch schon am ers­ten Ring ist ein ziem­lich schwie­ri­ger Zug zu bewäl­ti­gen, und es kom­men dann noch ein paar mehr von dem Kali­ber. Meine Arme wurde immer schwe­rer, am Ende konnte ich auch große Griffe nicht mehr so rich­tig hal­ten. Den letz­ten schwie­ri­gen Zug schaffte ich dann auch ein­fach nicht, ich musste in den Ring grei­fen, habe den Weg also nur durch diese nicht erlaubte Hilfe (Spritze) geschafft. Im Prin­zip also nicht richtig.

Den­noch, es zeigte sich mal wie­der, wie wenig man braucht, um an einer Wand hoch­zu­kom­men. Stel­len­weise habe ich doch sehr gezwei­felt, aber es fand sich immer ein Griff oder ein Tritt um weiterzukommen.

An einem Tag, an dem es angeb­lich nach­mit­tags reg­nen sollte, zogen wir los in die Berge. Es reg­nete nicht und wir mach­ten einige wun­der­schöne Wege.

Hirsch­grund­ke­gel Empor­kante V Nachs­tieg
Scherge Ost­kante IV Vor­stieg
Hirsch­grund­warte Plat­ten­ka­min II Vor­stieg

Es war ein­fach zu ver­lo­ckend! Wie­der Son­nen­schein, wie­der lock­ten die Fel­sen. Und so fuhr ich — dies­mal mit einer sehr gro­ßen Truppe — erneut hin­aus, um auf selt­sam geformte Steine zu klet­tern. Die Bilanz des heu­ti­gen Tages kann sich sehen lassen.

Honig­stein­scheibe Alter Weg IV Vor­stieg
Honig­stein­scheibe Süd­wand VI Nachs­tieg
Mai­turm Alter Weg III Nachs­tieg
Honig­stein­kopf Juni­weg II Nachs­tieg

Hand beim Klettern

Es waren jedoch eher klei­nere Fel­sen mit nicht ganz so spek­ta­ku­lä­ren Wegen, auf die wir uns heute wag­ten. Doch auch dies gehört dazu, man kann halt nicht immer nur die abso­lu­ten Per­len machen. Einige Wege heute waren auch sehr brö­cke­lig und san­dig, was vor allem beim Vor­stei­gen eine gewisse Ner­vo­si­tät auf­kom­men lässt. Aber ich hielt mich nach der ers­ten Hel­den­tat (drei andere Leute hat­ten sich schon am Alten Weg der Honig­stein­scheibe aus­pro­biert) auch etwas zurück und ließ die „jun­gen Wil­den” vor. Das mar­kan­teste Zei­chen mei­ner Frisch­luft­ak­ti­vi­tä­ten des Wochen­en­des ist wohl das Gefühl eines leich­ten Son­nen­bran­des in Gesicht und Nacken.

Heute erklet­terte ich mit klei­ner Truppe den Schus­ter­weg zum Gip­fel des Fal­ken­steins. Der Fal­ken­stein ist der höchste ein­zel­ste­hende Fel­sen der Säch­si­schen Schweiz, der Schus­ter­weg ein Klas­si­ker. Er ist mit Stufe III nicht gerade extrem schwie­rig, aber sehr lang und schön abwechslungsreich.

Fuss beim Klettern

Die früh­lings­hafte Sonne wärmte uns auf eini­gen Abschnit­ten des Weges. Doch in den Klüf­ten und Kami­nen des gro­ßen Steins, fernab der Sonne, hauchte uns noch der Win­ter mit sei­nem eisi­gen Atem an. Aber hoch oben auf dem Gip­fel, der Sonne so nahe, war all dies ver­ges­sen. Wir aßen leckere Gip­fel­scho­ko­lade, tru­gen uns ins Buch ein und sonn­ten uns aus­gie­big. Ein Traum!

Die span­nendste Stelle nennt sich Por­zel­lank­ante. Es han­delt sich um einen Riss, der unge­fähr vier Meter hoch ist. Er bekam sei­nen Namen durch die beson­dere Struk­tu­rie­rung des Gesteins. Auf jeden Fall ist die­ser Abschnitt sehr grif­fig, wodurch der leichte Über­hang kein gro­ßes Pro­blem ist.