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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: englisch

Die alt­be­kannte gesell­schafts­kri­ti­sche Komö­die The Import­ance of Being Ear­nest (deutsch: Bun­bury) fei­erte ges­tern im Pfauen Pre­miere. Der Regis­seur Wer­ner Düg­ge­lin insze­nierte Wil­des Glanz­stück schlicht, britisch-​​steif und sehr unter­halt­sam. Und weil nun­mal Pre­miere war, durfte am Ende auch der Regis­seur nebst zwei Assis­ten­ten auf die Bühne und sich beklat­schen las­sen. Dabei wurde sogar noch ein Buch bewor­ben, das über die­sen Regis­seur geschrie­ben wurde.

Sze­nen­foto

Es ist eins mei­ner Lieb­lings­stü­cke, es knüp­fen sich eine Reihe von Erin­ne­run­gen daran. So schnup­perte ich in der 12. Klasse erst­mals als Alger­non Büh­nen­luft, als Abschluss­stück des Englisch-​​Leistungskurses spiel­ten wir genau die­ses Stück in der Aula der Manos. Wir teil­ten die Rol­len auf, ich erhielt zwei Anteile an der Algernon-​​Rolle. Es war schön, diese wit­zige Figur zu spie­len, die­sen nur sein Ver­gnü­gen ernst neh­men­den char­man­ten Que­ru­lan­ten. Der Wort­witz des Stü­ckes sprengte alles, was ich bis­her kannte, ein schö­ner Abschluss des chao­ti­schen Bonk-​​Leistungskurses.

Einige Jahre spä­ter las ich mit eini­gen Freun­den die deut­sche Fas­sung, Rah­men war ein mehr­tä­gi­ger Auf­ent­halt an der Ost­see über Syl­ves­ter. Wit­zig und pre­kär zugleich war die Auf­tei­lung der Rol­len, so manö­vrierte ich mich in eine etwas selt­same Situa­tion hin­ein. Aber irgend­wie passte es zu mei­ner dama­li­gen Ein­stel­lung, dass das Leben in ers­ter Linie ein gro­tes­kes Spiel sei. Das Stück war gleich­sam eine Kul­mi­na­tion die­ses Emp­fin­dens, es war in man­cher Hin­sicht sogar rea­ler als das nor­male Leben. Nun ja, das lässt sich jetzt schwer beschrei­ben, aber viel­leicht genü­gen diese Andeu­tun­gen, um die beson­dere Rolle des Stücks für mich klarzumachen.

Das Dresd­ner Staats­schau­spiel spielt am 21. Juni das Stück „Richard III.” (Wil­liam Shake­speare). Wen jemand Lust hat mit­zu­kom­men, bitte mel­den. Anbei noch die Stückbeschreibung:

In Eng­land ist end­lich Frie­den, ein Frie­den, mit dem Richard, Her­zog von Glos­ter, nichts anzu­fan­gen weiß. So setzt er sich ein Ziel. Macht­wille und Ver­ach­tung aller gel­ten­den Nor­men wer­den von da ab seine Zukunft bestim­men. Zurück­ge­setzt von Natur und Men­schen, brennt Richard für »seine« Auf­gabe. Ent­schlos­se­nes Han­deln, über­le­gene Intel­li­genz, Vir­tuo­si­tät in der Fähig­keit, sich selbst Feinde gefü­gig zu machen, ebnen dem Her­zog von Glos­ter den Weg zur Macht, zum Königs­thron. Er wird Richard III sein. Lüge und Ver­rat, Mein­eid und Mord haben ihn beglei­tet, bis ihm, end­lich im Besitz der Krone, Angst vor dem Ver­lust des Throns den Blick für die not­wen­di­gen nächs­ten Schritte zum Macht­er­halt ver­stellt. Ein Ent­wurf für die Zukunft Eng­lands wäre not­wen­dig, Richard aber hat kein Pro­gramm für Frie­dens­zei­ten. Und so beginnt der unauf­halt­same Abstieg des macht­hung­ri­gen Richard III.