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mathias wellner

klar träumen, klar denken

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Tag: ETH

Das letzte Kapi­tel, das aller­letzte auf dem Weg zur Pro­mo­tion – die fei­er­li­che Über­rei­chung der Urkunde. Der Scherrer-​​Hörsaal war fest­lich geschmückt, ebenso die frisch­ge­ba­cke­nen Dok­to­rin­nen und Dok­to­ren. Die ETH Big Band spielte auf in einer sehr blech­las­ti­gen Kon­stel­la­tion, sie schmet­terte uns den Jubel ent­ge­gen. Dann durfte jeder ein­zeln nach vorn gehen und bekam von der Rek­to­rin die Urkunde über­reicht. Ein paar Worte, dann den Blick zum Foto­gra­fen gerich­tet, knips, wie­der zur Rek­to­rin, „alles Gute wei­ter­hin”. So ging das für viel­leicht 150 Leute, Dok­tor­ti­tel am lau­fen­den Band. Glaubt mir, es ist nichts Beson­de­res. Ich musste abends noch­mal zur Firma, etwas abschlie­ßen, bin schon ganz gefan­gen im neuen Job.

So lang­sam ver­klärt sich mein Blick auf die ETH-​​Zeit, eine wei­tere Sta­tion ist abge­schlos­sen. Nur jetzt ist der nächste Schritt nicht mehr so klar vor­ge­ge­ben, ich bin völ­lig frei. Unter­neh­men, Pro­jekte, Fami­lie, Deutsch­land, Schweiz, Öster­reich – alles ist offen und wird sich schon finden.

Die Urkunde selbst ist schön gestal­tet. Das ETH-​​Logo ist geprägt, feine rote Linien durch­zie­hen den rech­ten Bereich und die schlanke ETH-​​Schrift ver­leiht dem Schrift­feld eine nüch­terne Ele­ganz. Ich werde sie gut bewah­ren und nicht an die Wand hän­gen, sonst fan­gen die Leute noch an, mich bei kör­per­li­chen Gebre­chen zu konsultieren.

Man nehme

Dann alles gut durch­mi­schen und fer­tig ist ein amü­san­ter Abend mit vie­len kurz­wei­li­gen Thea­ters­ket­chen. Impro-​​Theater ent­steht im Augen­blick, die Schau­spie­ler wer­den auf die Bühne gewor­fen und müs­sen recht schnell was machen. Es wäre sinn­los, die Sze­nen zu reka­pi­tu­lie­ren, ich kann mich nur noch an ein­zelne Höhe­punkte erin­nern. Ein wenig Weh­mut kam auf in mir, gern hätte ich auf der Bühne gestan­den und das Publi­kum beglückt. Es war schön, einige Leute mei­ner alten Impro-​​Truppe wiederzusehen.

Momen­tan impro­vi­siere ich eher am Arbeits­platz. Die Grund­sätze sind ähnlich. Man weiß nie, was als Nächs­tes pas­siert und muss immer offen für plötz­li­che Wen­dun­gen sein. Außer­dem ist eine aus­ge­prägte posi­tive Hal­tung wich­tig, um auch in schwie­ri­gen Situa­tio­nen das beste Resul­tat zu errei­chen. Das Publi­kum ist in die­sem Fall der Kunde, nächste Woche haben wir unse­ren ers­ten „Auftritt”.

Heute beginnt die Stu­die mit Wett­be­wer­bern in unse­rem Ruder­si­mu­la­tor. Bis zum Jah­res­ende wer­den zehn Pro­ban­din­nen und Pro­ban­den gegen die vir­tu­el­len Geg­ner antre­ten. Wir wol­len her­aus­fin­den, ob man in Stress­si­tua­tio­nen sein Ver­hal­ten ändert.

Nach­trag: Die bei­den ers­ten Pro­fis brach­ten das Sys­tem an seine Gren­zen, die maxi­mal zuläs­sige Geschwin­dig­keit wurde über­schrit­ten. Des­halb ver­bes­sern wir noch ein paar Details, damit das Ganze dann funktioniert.

An import­ant event in the ETH com­mu­nity are the inau­gu­ral lec­tures. Every newly appoin­ted pro­fes­sor has the duty to pre­sent his field of rese­arch and his per­son to the ETH com­mu­nity. Alre­ady in the opening words it became clear why Marc Polle­feys had been cho­sen for an ETH pro­fes­sor­ship. Aged 36, he has publis­hed about 90 papers, recei­ved nume­rous pri­ces, and is con­stantly invi­ted in the edi­to­rial board of jour­nals and pro­gram board of con­fe­ren­ces. His career sta­ti­ons are quite typi­cal, star­ting in Bel­gium with PhD and Post­Doc, moving to Cha­pel Hill, USA as assis­tant and asso­ciate pro­fes­sor, and com­ing to ETH in 2007. It seems that most suc­cess­ful sci­en­tists at one point had to go over the Atlan­tic to com­pile the merits, which are necessary for being appoin­ted as ETH professor.

The topic of the pre­sen­ta­tion was Com­pu­ta­tio­nal 3D Pho­to­gra­phy – Extrac­ting Shape, Motion, and Appearance from Images. For me it was quite striking what is pos­si­ble in this area. Just take your cam­cor­der, make a shaky video of a sta­tic object (an anci­ent relief for example), feed that into a com­pu­ter, and get a 3D model of the whole thing. What looked so easy in his pre­sen­ta­tion, invol­ves a lot of image pro­ces­sing algo­rithms. First, you have to com­pute the posi­tion of the camera in selec­ted video shots. That pro­vi­ded, you have to detect cha­rac­te­ristic points in the image, which you can locate in mul­ti­ple shots and com­pute the 3D position.

The rese­arch of Marc Polle­feys focus­sed on making this pro­cess more effi­ci­ent and apply it to a new domain of pro­blems. One was to deve­lop 3D models of ent­ire city areas (advo­ca­ted by Google) by dri­ving with video-​​equipped cars through them, ano­ther to extend it to moving objects, in par­ti­cu­lar humans.

Over­all, I was impres­sed by the pos­si­bi­li­ties. Rhe­to­ri­cally the pre­sen­ta­tion was good, what is not com­mon for such lectures.

Unser Haus­blatt ETH Life berich­tet unter dem Titel Rudern als sei’s echt über das Rudersimulator-​​Projekt. Inzwi­schen ist die erste Stu­die mit zehn Teil­neh­mern abge­schlos­sen, es ging um die Reak­tion auf vir­tu­el­les Publi­kum. Wir sind momen­tan am Aus­wer­ten und erwä­gen eine Publi­ka­tion der Ergebnisse.