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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Archiv

Tag: Gestaltung

Bereits im März wer­den wir das Thea­ter­stück Halb­kon­takt auf­füh­ren, es geht lang­sam in die heiße Phase. Und da wir schon bald erste Demo-​​Vorführungen machen (Erzähl­nacht Egli­sau am 21. Januar, Böser Mon­tag), brau­chen wir sehr rasch einen Flyer.

Das Stück besteht haupt­säch­lich aus Zwei­er­sze­nen, die ein­zige gemein­same Szene wurde gestri­chen. Des­halb ist es schwie­rig, das Stück auf ein Bild fest­zu­na­geln. Alle vier Prot­ago­nis­ten sind für die Hand­lung wich­tig, Marion ist mit Andreas ver­hei­ra­tet, die­ser hat eine Affäre mit Molly, der alten Band-​​Freundin von Marion, Anja arbei­tet für Andreas und bit­tet Marion um Hilfe, da sie von Andreas beläs­tigt würde. Die Moti­v­i­dee bestand nun darin, diese Kon­stel­la­tion dar­zu­stel­len, also alle vier Prot­ago­nis­ten durch Anord­nung und Blick­rich­tung zuein­an­der in Bezie­hung zu setzen.

halbkontakt - motiv
halbkontakt - motiv

Zwei Vari­an­ten, die obere noch recht rea­lis­tisch, die untere mit schwar­zem Hin­ter­grund und stär­ker verfremdet

Auf jeden Fall geht es gut voran, aber wir haben auch noch eine ganze Menge Arbeit vor uns. Das Stück ist erst zur Hälfte gestellt, wobei wir schon rela­tiv viel an den Sze­nen geprobt haben.

Typographie

Dez 19
Allgemein

Durch meine Tätig­kei­ten als Redak­teur, Gestal­ter eines Theater-​​Abendprogramms und Autor eines Web­logs kam ich schon oft mit dem Set­zen von Text in Berüh­rung. Aber eigent­lich ist mein Wis­sen recht begrenzt, bezie­hungs­weise geprägt durch die Arbeit mit LaTeX, einem Text­satz­sys­tem vor allem für wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­tio­nen. Von daher waren mir einige typo­gra­phi­sche Grund­sätze in Fleisch und Blut über­ge­gan­gen, wel­che bei LaTeX von KOMA-​​Script umge­setzt wer­den, unter anderem

  • Sei­ten­ge­stal­tung mit brei­ten Rän­dern und maxi­mal 70 Zei­chen pro Zeile
  • Serifen-​​Font für Fließ­text, seri­fen­lo­ser Font für Überschriften
  • Block­satz in allen Lebenslagen

Bei der Dis­kus­sion mit ande­ren Leu­ten wur­den aber die meis­ten die­ser eher­nen Grund­sätze in Frage gestellt, so dass ich mich fragte, warum dies alles eigent­lich so defi­niert ist. Und somit lan­dete ich zwangs­läu­fig bei der Kunst der Typographie.

Mitt­ler­weile habe ich ein sehr schö­nes Buch gefun­den, wel­ches die Grund­sätze anschau­lich beschreibt: The Ele­ments of Typo­gra­phic Style (Robert Bring­hurst). Bis jetzt bin ich vom Buch extrem begeis­tert und ver­tiefe mich in die Geschichte und heu­tige Anwen­dung der Typo­gra­phie. Denn das Thema ist auch im Hin­blick auf die Gestal­tung von Web­sei­ten immer aktu­ell. In der neu geplan­ten Spe­zi­fi­ka­tion der Casca­ding Style Sheets (CSS3) ist in Sachen Schrift­ar­ten eini­ges in Bewe­gung gera­ten, als Webseiten-​​Gestalter kann man jetzt benö­tigte Schrift­ar­ten her­un­ter­la­den und muss nicht mehr dar­auf ver­trauen, dass sie auf dem Rech­ner des Nut­zers instal­liert sind. Bereits heute unter­stüt­zen die meis­ten Brow­ser diese Funk­tion, jedoch wird es noch eine Weile dau­ern, bis die breite Masse der Web­sei­ten davon pro­fi­tie­ren kann. Ein Pro­blem ist noch die Lizen­sie­rung von Schriftarten.

Die Auf­gabe des Typo­gra­phen ist immer, den Inhalt gekonnt zur Gel­tung zu brin­gen und anschlie­ßend selbst zu verw­schwin­den. Wie beim Regis­seur, der bei der Pre­miere taten­los im Publi­kum sit­zen muss, wird die Arbeit des Typo­gra­phen im End­ef­fekt unsicht­bar. Mit die­sem Web­log habe ich jeden­falls ein gutes Übungs­werk­zeug und werde ein paar Sachen damit aus­pro­bie­ren. Mehr Sinn macht das Ganze bei Druck­sa­chen, wo mir mit Adobe InDe­sign ein Pro­fi­werk­zeug zur Ver­fü­gung steht. Aber letzt­end­lich steht Typo­gra­phie über allen Werkzeugen.

Die Rol­len für unser Stück „Arka­dien” ste­hen fest, ich werde in der alten Zeit den Land­schafts­ar­chi­tek­ten Richard Noa­kes und in der Gegen­wart den stum­men Gus spie­len. Ich hatte mir zwar eine grö­ßere Rolle erhofft, aber auch diese bei­den Rol­len ver­lan­gen Eini­ges ab und sind bestimmt lus­tig zu spielen.

Zen­tral für die gute Dar­stel­lung ist die Arbeit an der Rolle, das heißt am Text und dar­über hin­aus am Fül­len der Lücken. Denn gerade bei Neben­rol­len bie­tet der Text recht wenig und man kann sich noch recht viel dazu über­le­gen. Anhand der Hin­weise im Text möchte ich für meine bei­den Rol­len je eine grobe Bio­gra­phie erstel­len. Diese sollte die Haupt­fra­gen klä­ren, wel­che der Text offen lässt. Wie wurde Noa­kes zum Land­schafts­ar­chi­tek­ten und Ver­tre­ter des male­ri­schen Stils? Warum ist Gus seit sei­nem fünf­ten Lebens­jahr stumm?

Richard Noa­kes

Im Ein­gangs­mo­no­log zwi­schen Tho­ma­sina und Sep­ti­mus spielt Noa­kes bereits eine wich­tige Rolle. Denn er hat Mrs. Cha­ter im Gar­ten­pa­vil­lion in „fleisch­li­cher Umar­mung” mit Sep­ti­mus beob­ach­tet. Tho­ma­sina hat das in der Küche aber nur teil­weise auf­ge­schnappt und fragt Sep­ti­mus, was es mit die­ser „fleisch­li­chen Umar­mung” denn auf sich hätte. Sep­ti­mus ist empört:

SEPTIMUS Eine wahre Gift­nat­ter, unser Mr. Noa­kes. Er gibt sich als Gent­le­man, als Phi­lo­soph des Male­ri­schen, als Visio­när, der Berge ver­set­zen und Seen auf­stauen kann, aber im himm­li­schen Gar­ten­plan hat er die Rolle der Schlange.

Spä­ter betritt Noa­kes den Raum, in dem sich der gehörnte Mr. Cha­ter und Sep­ti­mus befin­den und gerät beim Anblick der bei­den in Panik. Danach kom­men aber Lady Croom, Brice und Tho­ma­sina hinzu und dis­ku­tie­ren über die Umge­stal­tung des Gar­tens, was von Cha­ter und Sep­ti­mus als Anspie­lung auf fleisch­li­che Umar­mun­gen miss­ver­stan­den wird. Noa­kes sagt nicht viel, offen­bart sich jedoch als Ver­tre­ter des pit­to­res­ken oder male­ri­schen Stils.

NOAKES (beant­wor­tet die fal­sche Frage) Sal­va­tor Rosa, Mylady, der Maler. Er ist in der Tat das Mus­ter­bei­spiel für den pit­to­res­ken Stil.

BRICE Alles sehr irre­gu­lär, Noa­kes!
NOAKES Jawohl, Sir. Irre­gu­la­ri­tät ist eines der Grund­prin­zi­pen des male­ri­schen Stils –.

Im letz­ten Bild hat Noa­kes auch noch­mal einen kur­zen Auf­tritt. Die Umge­stal­tungs­ar­bei­ten sind fort­ge­schrit­ten und die Dampf­ma­schine ist installiert.

LADY CROOM Mr. Noa­kes!
NOAKES Mylady —
LADY CROOM Was haben Sie mir ange­tan!
NOAKES Es läuft alles sehr zufrie­den­stel­lend, Mylady: etwas hin­term Zeit­plan zurück, gewiß, aber der Stau­damm ist bis nächs­ten Monat wie­der repa­riert, fast alle frisch gepflanz­ten Bäume sind ste­hen­ge­blie­ben, und die paar, die weg­ge­schwemmt wur­den —
LADY CROOM (schlägt auf den Tisch) Still!
(In der Stille, die dar­auf folgt, hört man in der
Ferne die stamp­fende Dampf­ma­schine.)
Hören Sie das, Mr. Noa­kes?
NOAKES (stolz und glück­lich) Die ver­bes­serte New­co­men­sche Dampf­pumpe — die ein­zige in England!

Lady Croom ist wegen des Lärms nicht so glück­lich und macht den armen Noa­kes wort­ge­wal­tig fertig.

Nun zu den Lücken, oder Frei­hei­ten, wel­che der Text lässt. Im Text wird er als Land­schafts­ar­chi­tekt in mitt­le­ren Jah­ren beschrie­ben. Sagen wir 35 zu Beginn des Stü­ckes, damit wäre er 1774 gebo­ren. Da er sich mit Land­schafts­ar­chi­tek­tur und Male­rei aus­kennt, muss er eine Form der höhe­ren Bil­dung genos­sen haben. Noa­kes hat stu­diert, da man zu die­ser Zeit die Dis­zi­pli­nen noch nicht so kate­go­risch trennte, kön­nen wir einen all­ge­mei­nen, huma­nis­ti­schen Stu­di­en­gang anneh­men. So hatte er auch Gele­gen­heit, die Werke der damals aktu­el­len Dich­ter und Maler ken­nen zu lernen.

Gus Coverly

Gus ist seit dem fünf­ten Lebens­jahr stumm. Warum genau, lässt der Text offen. Jedoch gibt es eine Stelle, an der Gus den Raum ver­lässt, weil Han­nah ihre Stimme erho­ben hat. Er mag keine lau­ten Stim­men. Ich denke, er hatte mit fünf ein trau­ma­ti­sches Erleb­nis. Seine Eltern schrien sich an, Chloe weinte, dies schlug sich auf sein sen­si­bles Gemüt und er ent­schloss sich, nie wie­der ande­ren mit der Stimme weh zu tun. Er lebt in sei­ner eige­nen Welt, hat wache, flinke Augen, liest viel, spielt Kla­vier, alles eher spie­le­risch, sehr ungern möchte er im Mit­tel­punkt ste­hen. Allein ist er am glück­lichs­ten, und wenn er die Leute um sich hat, die er mag. Also Chloe und Valen­tine von den im Text erwähn­ten. Und natür­lich mag er Han­nah, fühlt sich zu ihr auf eine magi­sche Weise angezogen.

Am Mitt­woch spielte am Piano Jens Rob­bers, des­sen Home­page ich mir mal ange­schaut habe. Inhalt­lich sehr inter­es­sant, seine aktu­el­len und ver­gan­ge­nen Band-​​Projekte wer­den vor­ge­stellt. Außer­dem ein Feri­en­ap­par­te­ment an der Ost­see und eine Menge recht­li­cher Hin­weise. Tech­nisch hat er mit Frames gear­bei­tet, was mir per­sön­lich nicht so vor­teil­haft erscheint (siehe auch Such­ma­schi­nen und Frames oder Web­de­sign mit Web­stan­dards).

Postergestaltung mit Scribus

Apr 15
Allgemein

Bis nächs­ten Mitt­woch zur Diplom­ver­tei­di­gung soll ich auch noch ein Pos­ter ein­rei­chen. Mit die­ser Auf­gabe kon­fron­tiert, über­legte ich, wel­ches Werk­zeug dafür wohl am bes­ten geeig­net wäre. Aus mei­ner Redak­ti­ons­zeit bei der BAR-​​News hatte ich noch Page­maker in Erin­ne­rung. Doch lei­der gibt es Page­maker nur für Win­dows und auch der Export ins PDF-​​Format ist mit Tücken verbunden.

Also suchte ich nach einer freien Alter­na­tive. Ich bin jetzt bei Scri­bus gelan­det, eine freien Pro­gramm, was das Gestal­ten unge­fähr so erlaubt wie ich es von Page­maker gewöhnt war. Den­noch, einige Unter­schiede sind schon noch vor­han­den, Scri­bus ist noch nicht so weit ent­wi­ckelt und aus­ge­feilt wie der kom­mer­zi­elle Kon­kur­rent von Adobe. Aber das Pos­ter werde ich schon hinkriegen…