Ein inter­es­san­tes Stück, zuge­schnit­ten auf die Haupt­fi­gur des ver­geb­lich ster­ben wol­len­den Literatur-​​Nobelpreisträgers Wolf­gang Schwit­ter. Die­ser, eigent­lich schon für tot erkla­ert, flieht aus dem Kran­ken­haus in sein altes Ate­lier, um dort in Ruhe zu ster­ben. Doch dar­aus wird nichts, statt­des­sen zieht er alle Besu­cher und Umste­hen­den ins Ver­der­ben, sie ster­ben in sei­ner Anwe­sen­heit oder erle­ben, dass ihre Leben zu einem Trüm­mer­hau­fen werden.

Ich habe mich vor allem auf die Art der Umset­zung kon­zen­triert, wel­che mich nicht so über­zeugte. Aber da wir auch gerade pro­ben, bin ich wohl recht sen­si­bel für Dyna­mik und Glaub­haf­tig­keit der Dar­stel­lung. Und in bei­den Punk­ten konnte das Stück des Zür­cher Stu­den­ten­thea­ters nicht so wirk­lich über­zeu­gen. Die Bewe­gungs­ab­läufe wirk­ten höl­zern, die Über­gänge zu schnell, zu cho­reo­gra­fiert, der Schluss­dia­log mit der Schwie­ger­mut­ter zu lang­at­mig und sta­tisch. Inter­es­sant ist nur, wie kri­tisch ich durch eigene Erfah­rung gewor­den bin. Doch es bleibt abzu­war­ten, ob wir es tat­säch­lich bes­ser hin­krie­gen mit unse­rer Lästerschule.

Wich­tigs­tes Kri­te­rium beim Zuschauen ist die Glaub­wür­dig­keit von Bewe­gun­gen und Gefüh­len. Man muss sich all­mäh­lich hin­ein­stei­gern, an den rich­ti­gen Stel­len war­ten (bestimmte Ant­wor­ten gibt man nicht sofort, da man etwas nach­den­ken muss), Bewe­gun­gen ziel­ge­rich­tet und zum Inhalt pas­send gestal­ten. Somit war das noch­mal ein recht gut pas­sen­des Bei­spiel zur Sen­si­bi­li­sie­rung und zur Selbstreflexion.