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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Impro

Das Stu­The ver­sprach einen Abend frei nach Faust, der sich aber doch nur sehr spo­ra­disch in die freien Sze­nen aus dem Stu­den­ten­le­ben hin­ein­ge­schli­chen hatte.

Den roten Faden durch den Abend ver­kör­perte der stets prä­sente Teu­fel (Lukas Walli­mann), der als Uni­ver­si­täts­pro­fes­ser ein­führte und dann auch mal in die­sen und mal in jenen Stu­den­ten schlüpfte. Der Teu­fel wollte die Stu­den­ten von ihrem gera­den Weg des Ler­nens abbrin­gen, säte Zwie­tracht in der Biblio­thek, weckte den Wunsch nach dem spon­ta­nen Wech­sel des Stu­di­ums, ver­gällte die Freude an der For­schung, am Arbeits– und Lie­bes­le­ben und sogar an der Grün­dung eines eige­nen Unter­neh­mens. Und am Ende lockte er jeden Ein­zel­nen mit dem, was ihm am meis­ten bedeu­tete, als Gegen­wert wollte er nur die Seele in Form eines blauen Bal­lons. Doch irgend­wie ent­deck­ten sie ihn dann doch, ver­jag­ten ihn und waren so schlau wie zuvor.

Die Sze­nen waren durch Impro­vi­sa­tion ent­stan­den und wirk­ten dadurch recht natür­lich. Für die Dar­stel­ler war das sicher eine große Erleich­te­rung, konn­ten sie so mit eige­nen Wor­ten und im Schwei­zer Dia­lekt reden. Die Sze­nen waren ein Spa­gat zwi­schen Impro­vi­sa­tion und ein­stu­dier­ter Auf­füh­rung. Und ganz so wie bei Impro-​​Abenden üblich gelan­gen einige recht gut und andere woll­ten ein­fach nicht so recht zün­den. Aber die rich­tig guten Sze­nen kamen eher zum Ende hin, so dass der Span­nungs­bo­gen ins­ge­samt stimmte.

Was ließe sich ver­bes­sern? Ich sah vor allem Poten­zial bei der schau­spie­le­ri­schen Leis­tung. Die Emo­tio­nen saßen an eini­gen Stel­len nicht rich­tig, die Wut der Stu­di­en­be­ra­te­rin wirkte künst­lich und auch an ande­ren Stel­len fehlte mir das Feine und Nuan­cierte. Kon­zep­tio­nell inkon­se­quent war die Sicht­bar­keit des Teu­fels, erst in der Rolle des Uni­ver­si­täts­pro­fes­sors quasi als reale Per­son ein­ge­führt, war er dann unsicht­bar und wirkte als böse innere Stimme, um spä­ter dann plötz­lich doch wie­der zuneh­mend sicht­bar zu werden.

Immer wie­der schön der Ein­satz thea­tra­li­scher Mit­tel. Die Ikea-​​Regale mach­ten zahl­rei­che Ver­wand­lun­gen durch, vom Tisch einer Alp­hütte bis zu Bäu­men im Park und einer gemal­ten Mauer. Das ist die Macht des Thea­ters – mit kind­li­cher Vor­stel­lungs­kraft ver­wan­delt sich alles und es rei­chen mini­malste Andeu­tun­gen zum Kre­ie­ren einer Szene.

Zu Ehren des bekann­ten Schwei­zer Schrift­stel­lers Max Frisch kon­zi­pierte das Thea­ter Neu­markt einen Abend mit impro­vi­sier­ten Sze­nen aus dem Werk Frischs. Das Kon­zept ging nicht auf, abge­se­hen von eini­gen weni­gen geglück­ten Sze­nen war der Groß­teil lang­wei­lig und unspektakulär.

Schus­ter, bleib bei dei­nen Leis­ten! Das möchte ich dem Thea­ter Neu­markt zuru­fen. Warum um Got­tes Wil­len lasst ihr genau die Leute spie­len, die keine Schau­spie­ler sind? Die nicht die Aus­bil­dung haben, nicht die Stimme, nicht die Erfah­rung, die es ein­fach braucht, um diese Sze­nen schnell und wir­kungs­voll zu impro­vi­sie­ren? Sie kleb­ten an den Text­blät­tern, kaum Blick­kon­takt zum Publi­kum, dilet­tan­ti­sches Spiel, kaum Ver­ständ­nis für die Emo­tio­na­li­tät der Szene. Wie auch, waren es doch all jene Ange­stell­ten, die am Thea­ter jen­seits der Bühne wir­ken, ange­fan­gen von der Direk­to­rin Bar­bara Weber, über den Tech­ni­schen Direk­tor Andreas Bögel bis hin zu aktu­el­len und ehe­ma­li­gen Prak­ti­kan­ten im kauf­män­ni­schen Bereich. Sicher tolle Leute, die in ihren Dis­zi­pli­nen Wun­der­dinge voll­brin­gen, aber aben keine Darsteller.

Dabei waren durch­aus inter­es­sante Texte dabei, zwei Sze­nen aus Mein Name sei Gan­ten­bein – einem mei­ner Lieb­lings­bü­cher. Auch Don Juan war ver­tre­ten, sogar mit den fech­ten­den Vet­tern, Mon­tauk, Bio­gra­fie: Ein Spiel. Schöne gehalt­volle Texte, die für das Impro­vi­sie­ren aber etwas zu kom­plex sind. Der Spa­gat zwi­schen Impro­vi­sa­tion und Repro­duk­ti­ons­thea­ter gelang ein­fach nicht. Und irgend­wie merkte man es auch den Dar­stel­lern an, sie pro­bier­ten sich aus, aber es wollte ein­fach nicht so recht zünden.

Aber so war die­ser Abend ein gutes Bei­spiel für die Ver­deut­li­chung und Wür­di­gung des künst­le­ri­schen Pro­zes­ses, denn von der ers­ten Lese­probe zur spiel­fer­ti­gen Szene ist es ein wei­ter Weg. So vie­les muss zusam­men kom­men, damit eine stim­mige Szene ent­steht. Der Text ist nicht mehr als ein Gerüst, inner­halb des­sen so vie­les nötig und mög­lich ist.

Man nehme

  • eine Bühne (Stuz2 vom VSETH),
  • zwei Kom­bat­tan­ten (fear les fanz und Impro­sant),
  • einen Mode­ra­tor und
  • Publi­kum.

Dann alles gut durch­mi­schen und fer­tig ist ein amü­san­ter Abend mit vie­len kurz­wei­li­gen Thea­ters­ket­chen. Impro-​​Theater ent­steht im Augen­blick, die Schau­spie­ler wer­den auf die Bühne gewor­fen und müs­sen recht schnell was machen. Es wäre sinn­los, die Sze­nen zu reka­pi­tu­lie­ren, ich kann mich nur noch an ein­zelne Höhe­punkte erin­nern. Ein wenig Weh­mut kam auf in mir, gern hätte ich auf der Bühne gestan­den und das Publi­kum beglückt. Es war schön, einige Leute mei­ner alten Impro-​​Truppe wiederzusehen.

Momen­tan impro­vi­siere ich eher am Arbeits­platz. Die Grund­sätze sind ähnlich. Man weiß nie, was als Nächs­tes pas­siert und muss immer offen für plötz­li­che Wen­dun­gen sein. Außer­dem ist eine aus­ge­prägte posi­tive Hal­tung wich­tig, um auch in schwie­ri­gen Situa­tio­nen das beste Resul­tat zu errei­chen. Das Publi­kum ist in die­sem Fall der Kunde, nächste Woche haben wir unse­ren ers­ten „Auftritt”.

Nach unse­rem ers­ten Auf­tritt als Impro­thea­ter­gruppe (siehe Weblog-​​Eintrag) möchte ich reflek­tie­ren, wie es sich ange­fühlt hat, auf der Bühne vor Publi­kum zu impro­vi­sie­ren und wel­che Art Spiel dadurch begüns­tigt wird.

Das Publi­kum hono­riert Ener­gie beim Spie­len, wit­zige Ideen und wenn man sich geschickt aus einer Falle befreit. Und dies ver­lockt zum schnel­len Hin­ein­ge­hen in Emo­tio­nen, zum clow­nes­ken Spiel. Wenn das Publi­kum ein­mal warm ist und an eini­gen Stel­len laut lacht, wächst der Druck, dies zu wie­der­ho­len. Wenn das Publi­kum lange Zeit ruhig ist, kriegt man das Gefühl, dass die Szene lang­wei­lig sei und ver­sucht mit bra­chia­len Mit­teln, diese zu bele­ben. Doch genau das ist gefähr­lich, mit Wut­aus­brü­chen, plötz­li­chen Lie­bes­be­kun­dun­gen und Mord­dro­hun­gen fes­selt man die Auf­merk­sam­keit eben nur kurz. Nach einer sol­chen Ein­lage ist eine Stei­ge­rung meist nicht mehr mög­lich, die Szene gestorben.

Ich denke, dass zwei Fehl­ein­schät­zun­gen des Schau­spie­lers für die­sen Effekt ver­ant­wort­lich sind. Zum Einen bemerkt man nur laute Äuße­run­gen des Publi­kums, das grelle Schein­wer­fer­licht ver­hin­dert das Wahr­neh­men von sub­ti­le­ren Bekun­dun­gen von Wohl­ge­fal­len. Es ist auch nicht rat­sam, stän­dig ins Publi­kum hin­ein­zu­schie­len, muss man sich doch gerade bei der Impro­vi­sa­tion voll und ganz auf die Szene kon­zen­trie­ren. So kann bei einer sehr bewe­gen­den Szene, bei der alle gebannt mit offe­nen Mün­dern lau­schen, bei den Schau­spie­lern der Ein­druck ent­ste­hen, sie käme nicht gut an. Die zweite Fehl­ein­schät­zung ist die, dass nur lus­tige, ener­ge­ti­sche Sze­nen vom Publi­kum gewollt seien. Es ist leich­ter, damit Bei­fall zu bekom­men, aber damit ver­baut man sich die Chance auf län­gere Sze­nen mit all­mäh­li­cher Ent­wick­lung und mit­rei­ßen­der Dramatik.

Gruppenbild

Grup­pen­bild beim Impro-​​Match by well­n­air

An die­ser Stelle ein Bei­spiel vom letz­ten Mitt­woch, Richard und ich stan­den beim Spiel Ers­ter Satz, letz­ter Satz auf der Bühne. Unser Ein­stiegs­satz war sinn­ge­mäß „Manch­mal muss man die Regeln halt bre­chen.” Als Ort war ein Atom­kraft­werk vor­ge­ge­ben. Richard begann mit dem Satz und ging sehr schnell in die Rolle des Irren hin­ein, der das Kan­ton Aar­gau dem Erd­bo­den gleich­ma­chen wollte. Damit ern­tete er den ers­ten Lacher, aber ich musste recht krass rein­ge­hen, als dümm­li­cher, stam­meln­der Gehilfe. Damit wurde es eine Slapstick-​​Nummer, Richard über­zeugte mich, dass wir das Aar­gau wirk­lich spren­gen woll­ten, ich ver­wan­delte mich sicht­lich in einen Böse­wicht. Das kam gut an, keine Frage, war aber eine clow­neske Num­mer mit wenig dra­ma­ti­schem Poten­zial. Denn außer den Hebel umzu­le­gen blie­ben nicht wirk­lich viele Alter­na­ti­ven, da wir nun beide böse und zer­stö­rungs­wil­lig waren.

Als Fazit kann ich fest­hal­ten, dass Impro­thea­ter sehr lus­tig und unter­halt­sam ist, jedoch auf­grund der Umstände sel­ten sein dra­ma­ti­sches Poten­zial voll ent­fal­ten kann. Schnell ange­spielte, schräge Cha­rak­tere kom­men zusam­men, eska­lie­ren einen Kon­flikt und lösen ihn. Dafür braucht man nicht allzu viel Übung, ein gewis­ses Büh­nen­ta­lent vor­aus­ge­setzt. Zum Ande­ren ist die Wei­ter­ent­wick­lung beim Impro auch schwie­rig, da außer gewis­sen Grund­re­geln nichts wirk­lich geübt wer­den kann. Denn die glei­che Szene wird in der Form nicht wie­der auf­tre­ten, so dass eine inten­sive Beschäf­ti­gung damit wenig Sinn macht. Von daher ist Impro­thea­ter ideal für die Leute, die nicht genug Zeit und Moti­va­tion für eine Thea­ter­pro­duk­tion haben oder neben­her noch ein wenig Büh­nen­er­fah­rung sam­meln möchten.

Der erste öffent­li­che Auf­tritt unse­rer Impro­thea­ter­gruppe im Frei­zeit– und Jugend­zen­trum Uster war ein vol­ler Erfolg! Wir konn­ten uns in einem Impro-​​Match sogar knapp gegen die Gruppe Tar­am­tam­tam – den Lokal­ma­ta­dor – durchsetzen.

Gruppenbild

Grup­pen­bild by well­n­air

Was ist Improvisationstheater?

Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ter (siehe Wikipedia-​​Eintrag) ist eine Thea­ter­form, bei der vor­her nicht ein­stu­dierte Sze­nen gespielt wer­den, meist nach Vor­ga­ben aus dem Publi­kum. Es gibt diverse Spiel­for­men, wel­che alle­samt ein­schrän­kende Regeln hin­zu­fü­gen, zum Bei­spiel dür­fen nur Sätze mit zwei Wor­ten gebil­det wer­den oder eine Szene muss stumm gespielt wer­den. Beim Impro­match tre­ten zwei Grup­pen gegen­ein­an­der an, ein Mode­ra­tor legt fest, wel­che Spiele gespielt wer­den und ob die Grup­pen abwech­selnd oder gemischt auf­tre­ten. Das Publi­kum darf nach jeder Szene abstim­men, wel­che Gruppe bes­ser war, der Gesamt­sie­ger ist dann die Gruppe mit mehr Punkten.

Per­sön­li­che Ein­drü­cke vom Abend

Uster ist eine kleine Stadt im Speck­gür­tel Zürichs, sie liegt am Grei­fen­see und damit im Nord­os­ten der Lim­mat­me­tro­pole. Ich war bis­lang nur ein­mal dort, im Dienste der Wis­sen­schaft besorgte ich zwei Linear­la­ger bei der Firma Bachofen. An deren Gebäude fuhr die S-​​Bahn vor­bei, die mich nach Uster brachte. Nicht weit ent­fernt vom Bahn­hof fand ich dann den Frei­zeit– und Jugend­treff, ein moder­nes, zwei­stö­cki­ges Gebäude an der viel­be­fah­re­nen Züri­cher Straße. Im Erd­ge­schoss waren meine Impro­kol­le­gen und die loka­len Leute dann auch schon dabei, im gro­ßen Mehr­zweck­raum mit Bühne, Schein­wer­fern und Bar alles für unse­ren Auf­tritt vorzubereiten.

Ich hatte ein mul­mi­ges Gefühl an die­sem Tag, am Vor­abend hat­ten wir geprobt – sofern man beim Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ter von Pro­ben spre­chen kann – und es war so rich­tig grot­ten­schlecht gelau­fen. Keine Ener­gie, die Sze­nen schlepp­ten sich so dahin, es fehlte alles, was Impro­thea­ter eigent­lich span­nend und unter­halt­sam macht. In die­ser Form, da war ich mir ganz sicher, würde uns das andere Team von der Bühne fegen, die Zuschauer wür­den even­tu­ell höf­lich klat­schen, wenn nicht sogar durch Buh­rufe ihrem Unmut Aus­druck verleihen.

Da wir schon zwei Stun­den vor Beginn da waren, hat­ten wir noch aus­rei­chend Zeit unsere Geg­ner zu beschnup­pern. Im Gegen­satz zu unse­rer rei­nen Män­ner­truppe mit drei Deut­schen und einem Schwei­zer war Tar­am­tam­tam ein aus­schließ­lich Schwei­zer Team mit drei Frauen. Die Sym­pa­thie des zum Groß­teil loka­len Schwei­zer Publi­kums war uns also auch nicht unbe­dingt sicher.

Auf­wär­men

Ich wurde lang­sam ner­vös, wollte mich so auf­wär­men, wie ich es von unse­rer letz­ten Thea­ter­pro­duk­tion gewöhnt war, also erst den Kör­per auf­wär­men, dann die Stimme mit Sprach­übun­gen und zuletzt im Kreis ste­hen und mit einem Abschluss­ri­tual die Göt­ter der Bühne gnä­dig stim­men. Mir ist eine gute Auf­wär­mung sehr wich­tig, denn nur mit einem locke­ren Kör­per und einer auf­ge­wärm­ten Stimme kann man auf der Bühne aus­rei­chend laut reden und sich gut bewe­gen. Es ist auch eine Ver­ant­wor­tung dem Publi­kum gegen­über, wel­ches sonst das Gespro­chene nicht so gut versteht.

Moderatorin und Schauspieler

Mode­ra­to­rin und Schau­spie­ler by well­n­air

Spä­ter kam dann die Mode­ra­to­rin des Abends, Amrei. Es war auch ihr ers­ter Auf­tritt in die­ser Funk­tion. Mit ihr bespra­chen wir vor­her, wel­che Spiele in Frage kämen und wie sie sich den Ablauf vor­stelle. Eine Liste mit mög­li­chen Spie­len hat­ten beide Mann­schaf­ten vor­her erhal­ten. Damit war alles klar und wir wärm­ten uns gemein­sam auf. End­lich! Ein biss­chen rum­lau­fen, ein paar andere Bewe­gun­gen, dann noch ein Impro­vi­sa­ti­ons­spiel zum Auf­wär­men und Rein­kom­men. Da nun auch die ers­ten Gäste ein­tra­fen, zogen wir uns in einen sepa­ra­ten Raum zurück. Noch drei­ßig Minu­ten. Ich wurde recht ner­vös, rannte noch ein wenig durch den Raum und machte noch Sprach­übun­gen für mich. Denn die waren etwas kurz gekom­men für mei­nen Geschmack.

Auf der Bühne

Um 20:00 ging es dann los, der Raum war mit fünf­zig Leu­ten gut gefüllt und Amrei bat uns auf die Bühne. Jedes Team wurde mit Bei­fall emp­fan­gen, dann setz­ten wir uns auf die Stühle und harr­ten der Dinge, die da kom­men würden.

Gruppenbild

Wir sit­zen links by well­n­air

Es begann mit Stop and Go, also zwei Leute begin­nen eine Szene und alle ande­ren kön­nen jeder­zeit durch Klat­schen unter­bre­chen. In die­sem Fal­len ver­stei­nern die bei­den auf der Bühne, der Klat­schende ersetzt einen der bei­den und nimmt genau seine Hal­tung ein. Dann setzt er die Szene ganz anders fort, er lässt sich ledig­lich durch die ein­ge­fro­rene Kon­stel­la­tion inspi­rie­ren. Das ist ein Klas­si­ker unter den Impro­spie­len und war auch mehr zum Gewöh­nen an die Bühne und das Publi­kum gedacht. Danach folgte das Alpha­bet­spiel. In einer Zwei­er­szene beginnt jeder Satz mit dem jeweils nächs­ten Buch­sta­ben im Alpha­bet, ange­fan­gen wird mit einem will­kür­li­chen Buch­sta­ben. Schwie­rig wird das bei X, Y und C, aber wir schaff­ten das ganze Alpha­bet mit unse­rer Dar­bie­tung zum Fen­chel. Als nächs­tes folgte Sit­zen, Ste­hen, Lie­gen. Drei Leute auf der Bühne spie­len eine Szene und jeweils einer muss sit­zen, ste­hen und lie­gen. Sobald einer die Hal­tung wech­selt, muss ein ande­rer ein­sprin­gen. Unsere Vor­gabe war Simbabwe.

SitzenStehenLiegen

Sit­zen Ste­hen Lie­gen by well­n­air

Die Pyra­mide ist eine Spiel­form mit vie­len Leu­ten. Es beginnt einer mit einem Mono­log, dann kommt ein zwei­ter dazu und fängt eine neue Szene an. So geht das immer wei­ter, wir hat­ten am Ende sechs Leute auf der Bühne. Der zuletzt Hin­zu­ge­kom­mene geht als ers­ter. Nun müs­sen die Leute zu der Szene zurück wech­seln, wel­che sie zu fünft gespielt hat­ten. Der Fünfte geht als Nächs­ter und so geht es wei­ter, bis der Erste wie­der allein auf der Bühne steht und sei­nen Mono­log fortsetzt.

Beim Zet­tel­spiel wer­den auf der Bühne vor­her vom Publi­kum beschrie­bene Zet­tel ver­teilt, die bei­den Prot­ago­nis­ten müs­sen nun gele­gent­lich einen Zet­tel auf­neh­men und in ihr Spiel ein­bauen. Das mir vor­her unbe­kannte Spiel Drei Tote Reden lässt drei Leute abwech­selnd erzäh­len, wie sie gemein­sam zu Tode kamen. Vor­ge­ge­ben waren bei uns die Berufe Heb­amme, Ele­fan­ten­pfle­ger und Fahr­schein­kon­trol­leur bei den Zür­cher Ver­kehrs­be­trie­ben. Dem­ent­spre­chend kam es zur Tra­gö­die, als Tier­pfle­ger und Heb­amme eine hoch­schwan­gere Ele­fan­ten­dame mit der Stra­ßen­bahn ins Ele­fan­ten­kran­ken­haus trans­por­tier­ten und von einem Kon­trol­leur gestört wur­den. Beim Spiel Ers­ter Satz, Letz­ter Satz sind Anfangs– und/​oder Schluss­satz der Szene vor­ge­ge­ben. Mit Richard spielte ich eine sehr lus­tige Szene im Kernkraftwerk.

Wie so oft gab es am Ende einen Gleich­stand, ein abschlie­ßen­des Spiel musste die Ent­schei­dung brin­gen. Alle waren auf der Bühne und muss­ten abwech­selnd eine Geschichte erzäh­len. Sobald einer den Anschluss nicht hin­kriegte oder sich ver­has­pelte, flog er raus. Nach­dem unser Mar­kus als Sie­ger fest­stand, durfte er mit allen noch ein Lied sin­gen. Nach­dem ihm der Text aus­ging, ergriff ich die Gele­gen­heit beim Schopf und sang über das Vio­lett­ge­streifte Nichts. Ein schö­ner Abschluss.