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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Kino

Barfuss

Apr 17
Allgemein

Bar­fuß lau­fen — wie fühlt sich das an? Man ist so unge­schützt, spürt so genau jeden klei­nen Stein. Die Füße wer­den schnell schmut­zig, die Tem­pe­ra­tur des Bodens spürt man deut­lich. Es ist ein ande­res Gehen, ein lang­sa­me­res, bedächtigeres.

Der Film erzählt von einer psy­chisch kran­ken Frau (Leila), die sich das Leben neh­men möchte und von Nick (gespielt von Til Schwei­ger) geret­tet wird. Fortan läuft sie ihm nach und wei­gert sich strikt, zurück ins Heim gebracht zu wer­den. Nick ist ein Hoch­stap­ler, der von einem Job zum nächs­ten drif­tet, ohne irgendwo lange Zeit zu blei­ben. Er ist halt­los und ver­ant­wor­tungs­los. Die Story ist dann abseh­bar, sie hel­fen sich gegen­sei­tig, geben sich Halt.

Schön fand ich die vie­len klei­nen Sze­nen, die immer wie­der das Schöne am Leben beton­ten, an klei­nen Din­gen. Und die Far­ben, die sehr gedeckt waren. Wie in einem Traum, etwas unwirk­lich. Ein schö­ner Film, den ich sehr emp­feh­len kann.

Neben dem Besuch von Par­ties der grie­chi­schen Ver­bin­dun­gen (siehe Weblog-​​Eintrag vom 6.9.2002 „Eine Ame­ri­ka­ni­sche Party”) gibt es in Blacks­burg zahl­rei­che Alter­na­ti­ven für den „Kulturmenschen”.

Da gibt es zum einen ein — jetzt hal­tet Euch fest — PROGRAMMKINO. Unter dem Namen „The Lyric Theatre” exis­tiert ein wun­der­ba­res Kino, in dem ich schon zwei gute Filme gese­hen habe. Nicht, dass ich alles ver­stan­den hätte, aber man merkt schon, was die Haupt­aus­sage eines Fil­mes ist.

Beim ers­ten ging es um zwei Jungs, die in einer stren­gen, katho­lisch geführ­ten Schule unter­rich­tet wer­den. Sie schaf­fen sich ein Anti-​​Welt, wel­che durch Comic-​​Figuren inspi­riert ist. In die­ser Welt sind sie die Hel­den, und fies lachende Ordens­schwes­tern auf Motor­rä­dern wol­len ihnen ans Leder. Diese Welt dient ihnen nun als Instru­ment zur Ver­ar­bei­tung bestimm­ter Schlüs­sel­er­leb­nisse. Ihre Rebel­lion fin­det außer­dem Aus­druck in der Ent­füh­rung der stei­ner­nen Marien-​​Figur, die sich über dem Haupt­ein­gang befin­det. Mit einem Wagen fah­ren sie die Sta­tue weg, zu einem ver­las­se­nen Haus. Am nächs­ten Tag ist die Hölle los. Aber ich will jetzt nicht mehr ver­ra­ten, sicher­lich gibt’s den Film auch in Deutsch­land, hier hieß er: „The dan­ge­rous life of Altar Boys”.

Der zweite Film „13 Con­ver­sa­tion on One Thing” zeigt ver­schie­dene Hand­lungs­stränge, wel­che an eini­gen Stel­len mit­ein­an­der ver­knüpft sind. Es geht haupt­säch­lich um Glück, im Leben, in Bezie­hun­gen. Wie­der gut gezeich­nete Cha­rak­tere und viele kleine Witze. Das ist auch so ein Vor­teil eines Kinos, wenn plötz­lich alle lachen, war das ein Witz, den man nicht ver­stan­den hat.