Klettern im Klettergarten Aaterästei

Nach etwas län­ge­rer Klet­ter­ab­sti­nenz war ich an einem schö­nen Sonn­tag mal wie­der drau­ßen am Fels. Am gut ein­ge­rich­te­ten Klet­ter­gar­ten Aate­räs­tei tas­tete ich mich wie­der heran ans Klet­tern. Erst mal ein­fa­che Wege machen, Ver­trauen gewin­nen, sich wie­der an die engen Schuhe gewöhnen.

Klettern im Glarnertal, beim Sichern

Klet­tern im Glar­ner­tal, beim Sichern

Klettern im Glarnertal, Einhängen des Seils zum Sichern

Klet­tern im Glar­ner­tal, Ein­hän­gen des Seils zum Sichern

Die bei­den Bil­der zei­gen das typi­sche Vor­ge­hen beim Siche­rungs­le­gen, siche­ren Stand fin­den, Exe neh­men, in Bohr­ha­ken ein­hän­gen, Seil in Kara­bi­ner ein­hän­gen. Ist immer ein wenig hei­kel, wenn man nicht gut steht, an die­sem Weg war es aller­dings kein Problem.

Dresden zu Ostern

Ich liebe Bahn­fah­ren. Ich kann ein­fach nicht genug davon bekom­men. Unter der Woche fahre ich täg­lich weite Stre­cken mit der Bahn, sitze locker zwei Stun­den pro Tag in irgend­wel­chen Zügen. Aber das sind ja mehr so kleine Hop­ser, ver­gli­chen mit einer Fahrt nach Dres­den. Zehn Stun­den in ICEs ver­brin­gen – das ist die wahre Erfül­lung. Und so sitze ich jetzt in mei­nem stil­len Zim­mer, das völ­lig antriebs­los in Zürich her­um­steht und ver­misse das Gefühl, in Bewe­gung zu sein. Aber es sind ja nur wenige Stun­den Schlaf, die ich durch­hal­ten muss, dann geht es wie­der los mit pendeln…

In Dres­den habe ich vor allem Leute besucht, Fami­lie und Freunde. Schön war der sams­täg­li­che Klet­ter­aus­flug zu den Tys­saer Wän­den, mal wie­der Sand­stein spü­ren und bei schlecht gesi­cher­ten ein­fa­chen Rou­ten Angst krie­gen – ich bin es ein­fach nicht mehr gewöhnt. In der Schweiz sind die Rou­ten mit wesent­lich mehr Bohr­ha­ken ver­se­hen, aller zwei Meter hat man da einen Siche­rungs­punkt. So lang­sam gewöhne ich mich daran und halte die Sach­sen für völ­lig ver­rückt, sol­che unge­si­cher­ten Rou­ten zu klettern.

klettern

Sand­stein spü­ren in den Tys­saer Wänden

Am Sonn­tag machte ich mit ande­ren Leu­ten den Tha­rand­ter Wald in der Nähe von Dres­den unsi­cher. Bei strah­len­dem Son­nen­schein star­te­ten wir von Tha­randt eine Rund­wan­de­rung, die uns bis Gril­len­burg füh­ren sollte. Der berühm­teste Ver­tre­ter der Tha­rand­ter Forst­wis­sen­schaf­ten ist Hein­rich Cotta, er wurde nach sei­nem Tod unter 80 Eichen im Wald begra­ben. Auf jeden Fall hatte er eine schöne Arbeits­stätte und hat die moderne, nach­hal­tige Forst­wirt­schaft mit begrün­det. Der Begriff Nach­hal­tig­keit stammt ja ursprüng­lich aus der Forst­wirt­schaft, wo er durch nach­wach­sende Bäume sehr anschau­lich klar ist. Und die erste offi­zi­elle Erwäh­nung der Grund­idee geschah 1560 in der kur­säch­si­schen Forst­ord­nung. Die Sach­sen waren also die abso­lu­ten Vor­rei­ter in Sachen Nachhaltigkeit!

So sog ich also den Stolz auf meine alte Hei­mat in vol­len Zügen ein, um dann heute in über­vol­len Zügen wie­der in meine Wahl­hei­mat Schweiz zu reisen.

Ein Jahr Industrie – ein Rückblick

Vor ziem­lich genau einem Jahr begann ich bei der Hel­ve­ting AG, einem auf­stre­ben­den Schwei­zer Inge­nieur­büro. Mit dem Dok­tor­ti­tel in der Tasche, nach drei Wochen Arbeits­lo­sig­keit und mit­ten in einem JobBasis-​​Kurs der New­Pla­ce­ment GmbH wagte ich den Sprung ins rich­tige Berufs­le­ben. Und da bin ich nun und reflektiere.

Ein Jahr – drei Projekte

Zual­ler­erst erwar­tete mich der Sprung ins kalte Was­ser eines ambi­tio­nier­ten Groß­pro­jekts, es ging um die Neu­ent­wick­lung eines medi­zi­ni­schen Geräts. Ich war als Teil­pro­jekt­lei­ter von Anfang an stark gefor­dert. Nach der Kon­zept­phase ver­schob sich mein Schwer­punkt auf ein inter­nes Pro­jekt, ich ent­wi­ckelte in Rekord­zeit ein Sys­tem für die Zeit­er­fas­sung mit cake­PHP und Post­greSQL, wel­ches die exis­tie­rende Lösung mit Excel-​​Sheets ablöste.

Danach gab es noch ein zwei­mo­na­ti­ges Kun­den­pro­jekt mit einer Smart-​​Phone-​​Applikation, so dass ich schon an drei sehr unter­schied­li­chen Pro­jek­ten mit­ge­wirkt habe. Ab Novem­ber erwar­tet mich ein vier­tes Pro­jekt, dies­mal im Bereich Software-​​Tests und direkt beim Kun­den. Somit hat mich jetzt auch das Pen­del­schick­sal erwischt, mit einem 1. Klasse-​​Gene­ral­abon­ne­ment, WLAN im Zug und der Mög­lich­keit unter­wegs zu arbei­ten lässt sich das aber sicher­lich ertra­gen. Den­noch bedeu­tet es eine Umstel­lung, an die ich mich erst noch gewöh­nen muss.

For­schung vs. Industrie

Was sind nun die Unter­schiede zwi­schen For­schung und Indus­trie? Neu sind die Zeit­er­fas­sung und der Druck, in der geplan­ten Zeit ein Resul­tat zu errei­chen, mit dem der Kunde zufrie­den ist. Da ich aber lange Zeit an einem inter­nen Pro­jekt gear­bei­tet habe, traf das für mich nur zum Teil zu. Obwohl ich auch dort unter gro­ßem Druck stand, zum Stich­tag musste das Basis­sys­tem mit fir­men­kri­ti­schen Daten ste­hen und funk­tio­nie­ren. Das grund­sätz­li­che Pro­blem bei Pro­jek­ten für jemand ande­ren sind wech­selnde Anfor­de­run­gen. Und gerade beim Zeiterfassungs-​​System, mit dem alle arbei­ten, kom­men wöchent­lich neue Anfor­de­run­gen und Ver­bes­se­rungs­vor­schläge, so dass die gro­ßen Ent­wick­lungs­pro­jekte schnell mal auf­ge­scho­ben wer­den. In der For­schung war das anders, dort konnte ich wei­test­ge­hend selbst bestim­men, was ich mache und wann es gut genug ist, natür­lich immer im Dia­log mit den Team­kol­le­gen und mei­nem Doktorvater.

Der All­tag ist sehr ähn­lich. Nach dem etwas län­ge­ren Arbeits­weg treffe ich in einer Büro­um­ge­bung mit vie­len am Com­pu­ter tip­pen­den und kli­cken­den Leu­ten ein. Ich starte meine per­sön­li­che Kiste hoch, che­cke Emails und arbeite wei­test­ge­hend selbst­stän­dig an mei­nen Pro­jek­ten. Mit­tags­pause, Bespre­chun­gen mit Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten, Prä­sen­ta­tio­nen, Fahr­ten zum Kun­den, Kon­fe­renz­teil­nah­men feh­len zuge­ge­be­ner­ma­ßen – im Grunde sehr ähn­li­che Abläufe.

Und das Lösen von Pro­gram­mier­pro­ble­men ist auch gleich geblie­ben, ob nun mit Mat­lab, C++ oder PHP, stets stoße ich irgendwo an, ana­ly­siere, kon­sul­tiere das Inter­net, grenze ein und löse das Pro­blem, um auf das nächste zu tref­fen. Was mir ein biss­chen fehlt, ist der hohe Anspruch, den wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­tio­nen an das For­mu­lie­ren und Lay­out von Doku­men­ten stel­len. Dafür fehlt schlicht die Zeit, obwohl der Abschluss­be­richt oder das Kon­zept eben­falls sehr wich­tige Doku­mente sind, für die der Kunde eine Menge Geld bezahlt. Aber für einen guten Bericht müsste man schon meh­rere Tage im Ange­bot rechnen.

Inhalt­lich habe ich eini­ges an Ent­wick­lungs­me­tho­dik gelernt, Android und Java ken­nen gelernt, außer­dem meine Fähig­kei­ten im Bereich Datenbank-​​Entwurf und Web­de­sign ausgebaut.

Frei­zeit

Meine Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten konnte ich zum größ­ten Teil bei­be­hal­ten, ich nahm an bis zu drei par­al­le­len Thea­ter­pro­duk­tio­nen oder -kur­sen teil. Der Sport kam etwas zu kurz, aber die Nähe zur Schlie­re­ner Klet­ter­halle konnte ich auch gut nut­zen, so dass momen­tan Klet­tern mein Aus­gleichs­sport ist.

Fazit

Alles in allem bin ich zufrie­den, ich wollte mich in ver­schie­de­nen Pro­jek­ten in der Indus­trie aus­pro­bie­ren und Erfah­rung sam­meln, die wich­tigste Wäh­rung auf dem Arbeits­markt und das größte Manko eines frisch­ge­ba­cke­nen ETH-​​Absolventen. Von daher werde ich noch einige Zeit dabei blei­ben und regel­mä­ßig neu über­le­gen, ob und wann ich zurück in die deut­sche Hei­mat möchte.

Bergwandern in Österreich

Ein kur­zer Urlaub in Öster­reich hatte vor allem ein Ziel – die Berge. An zwei Tagen bewäl­tig­ten wir zwei vom Cha­rak­ter sehr unter­schied­li­che Touren.

Sonnige Berglandschaft


Hin­ter dem Schnee­feld war­tete ein spek­ta­ku­lä­rer Klet­ter­steig auf uns.

1. Arl­ber­ger Klet­ter­steig: Berg­sta­tion Val­luga (2645 m) – Ein­stieg Val­fa­gehr­joch (2543 m) – Weiß­schro­fen­spitze (2752 m) – Kapall (2323 m) – St. Anton (1304 m)

Am schneebedeckten Hang


Um zum Ein­stieg des Klet­ter­stei­ges zu kom­men, muss­ten wir Schnee­fel­der überqueren.

Ein extrem lan­ger Klet­ter­steig, der mit sechs Stun­den ange­ge­ben ist. Und die haben wir auch gebraucht, obwohl wir uns in der zwei­ten Hälfte extrem beeilt haben. Es gibt senk­rechte Wände, aus­ge­setzte Gratspa­zier­gänge, Que­run­gen – alles, was das Klet­ter­herz begehrt. Ganz ohne Stahl­seil geht es nicht, an eini­gen Stel­len gibt es ein­fach keine Tritte und Griffe, da muss man sich am Seil die Wand hoch-​​ oder runterhangeln.

Am Klettersteig


Klettersteig-​​Set im Einsatz

2. Durch­hol­zen (691 m) – Pyra­mi­den­spitze (1997 m) – Durchholzen

Diese zweite Tour war tech­nisch wesent­lich ein­fa­cher. Am Mor­gen hatte es aber noch gereg­net, so dass wir von unse­rem ursprüng­li­chen Plan – einem recht anspruchs­vol­len Klet­ter­steig – abka­men. Im Prin­zip war es ein Wan­der­weg, der an eini­gen Stel­len mit Stahl­sei­len gesi­chert war. Und da wir die Klettersteig-​​Sets ein­mal dabei hat­ten, nutz­ten wir sie auch, bei glit­schi­gem Gestein kann man nie wis­sen. Die Tour haben wir dann rela­tiv flott run­ter­ge­ris­sen, auf dem Gip­fel erwar­tete uns auch kein tol­ler Aus­blick, son­dern ein win­di­ges Picknick.

Ein verregneter Morgen


Blick zurück ins Tal.

Die vier Qualitäten eines Kunstwerks

Es gibt diese Momente, in denen ich beim Anblick eines Gemäl­des, beim Lesen eines Buches oder beim Erle­ben einer Tanz­vor­füh­rung die Genia­li­tät des Künst­lers spüre. Es ist schwer zu sagen, was es genau ist, etwas reso­niert in mir, trifft einen Nerv. Der rus­si­sche Schau­spie­ler und Regis­seur Michael Tsche­chow brachte diese Qua­li­tä­ten in sei­nem Buch „Die Kunst des Schau­spie­lers” auf den Punkt, für ihn sind es Leich­tig­keit, Form, Ganz­heit­lich­keit und Schön­heit. Ich möchte diese Auf­zäh­lung gern kom­men­tie­ren, auch in Bezug auf meine eige­nen Theatererfahrungen.

Leich­tig­keit

Leicht erkennt man den Klet­ter­profi in der Halle, schein­bar ent­spannt hängt er da am Über­hang und über­legt, wie es wei­ter geht. Dann ein paar wohl­do­sierte Bewe­gun­gen und die schwie­rige Stelle ist über­wun­den, die nächste Ruhe­po­si­tion erreicht. Für mich hat Klet­tern -- wie jede Bewe­gung -- etwas mit Kunst zu tun. Und gerade Klet­tern ist ein Sym­bol für das mensch­li­che Stre­ben nach Höhe­rem, in die­sem Fall nach dem Umlenk­ka­ra­bi­ner unter dem Dach der Klet­ter­halle. Leich­tig­keit braucht man an der Wand, sonst hängt man an den Grif­fen wie ein schwe­rer Sack und kommt nicht weit. Ele­ganz erscheint mir wie ein ande­res Wort für das glei­che Phä­no­men, auch Effi­zi­enz kommt mir in den Sinn. Auf jeden Fall spannt man genau die Mus­keln an, die für die Auf­gabe gebraucht wer­den und nutzt die phy­si­ka­li­schen Gege­ben­hei­ten (Dyna­mik) best­mög­lich aus. Wobei Leich­tig­keit nicht Kraft­lo­sig­keit bedeu­tet, es wirkt nur nach außen leicht. Wenn man die­sen Bereich ver­lässt und einen zu schwe­ren Weg klet­tert, ver­krampft man, klam­mert sich fest, bewegt sich eckig und mit wesent­lich mehr Auf­wand als notwendig.

Klettern

Klet­ter­hand

Beim Thea­ter ist diese Leich­tig­keit genau so wich­tig. Statt der bestän­dig nach unten zie­hen­den Schwer­kraft beim Klet­tern ist es die beson­dere Anspan­nung durch die Büh­nen­si­tua­tion, die dem leich­ten Spiel ent­ge­gen wirkt. Man ver­krampft, weni­ger mit den Armen und Bei­nen als viel­mehr in sei­nen Bewe­gun­gen und vor allem in der Mimik. In die­sem Zustand ist man auch nicht mehr so wirk­lich emp­fäng­lich für die Mit­spie­len­den und kann sich das See­len­le­ben der ver­kör­per­ten Figur nur noch schlecht vorstellen.

Jonglieren

Jon­glie­ren gelingt nur in einer Atmo­sphäre der Leichtigkeit

Um die­sen Effekt zu zei­gen, gibt es eine sehr ein­drucks­volle Übung, die auf Kon­stan­tin Sta­nis­law­ski zurück geht. Man soll einen schwe­ren Gegen­stand anhe­ben oder zie­hen und sich dabei an das letzte Mit­tag­es­sen erin­nern oder sich das Innere einer Kir­che vor­stel­len. Es geht schlich­weg nicht, in die­sem Zustand der Ver­kramp­fung kriegt man das nicht hin. Man braucht auf der Bühne wie an der Klet­ter­wand eine ent­spannte Angespanntheit.

Form

Wenn ich rudere, ver­su­che ich mir immer die Bewe­gung des Ruder­blat­tes vor­zu­stel­len. Die Phy­sik gibt eine ideale Form vor. Das Ruder­blatt soll im Was­ser einen mög­lichst wei­ten Weg zurück legen, ande­rer­seits möchte ich beim Zurück­rol­len lang­sam und ruhig sein, um die Gleit­phase aus­zu­nüt­zen. In die­sem Fall ist die Form durch Bewe­gungs­ef­fi­zi­enz bestimmt.

Performance

Form und Leichtigkeit

Beim Thea­ter herrscht da grö­ßere Frei­heit, der Kör­per des Schau­spie­lers ist eine ver­än­der­li­che Form. Umso schwie­ri­ger ist es des­halb, gute von schlech­ten (Bewegungs-)Formen zu unter­schei­den. Idea­ler­weise soll­ten Schau­spie­ler einen geschmei­di­gen, schö­nen Gang haben und ihre Bewe­gun­gen soll­ten schön anzu­schauen sein. Im Grunde muss man par­al­lel zum Thea­ter noch Yoga, Bal­lett oder sowas machen, um geschmei­dig und fit zu bleiben.

Ich habe wohl eine sehr kon­trol­lierte Art mich zu bewe­gen, das kommt vom Wan­dern im unweg­sa­men Gelände, vom Vol­ley­ball und von mei­ner Ana­to­mie. Des­halb fällt es mir schwer, auf der Bühne locker zu gehen. Es wird wahr­schein­lich Zeit mei­nes Lebens eine Her­aus­for­de­rung für mich bleiben.

Gesamt­heit

Beim Foto­gra­fie­ren brau­che ich einen Sinn für das ganze Bild. Es ist für mich wie ein Puz­zle mit einer Anzahl drei­di­men­sio­na­ler Objekte, wel­che auf dem Foto in einen zwei­di­men­sio­na­len Zusam­men­hang gebracht wer­den. Was ist eine gute Kom­po­si­tion? Ich denke, dass die Fotos am bes­ten sind, die eine kleine Geschichte erzäh­len, wel­che durch die Kom­po­si­tion ange­deu­tet wird.

Ein Thea­ter­stück ist nun weni­ger durch räum­li­che als viel­mehr durch zeit­li­che Aus­deh­nung defi­niert. Cha­rak­tere wer­den ein­ge­führt, erle­ben Dinge und ver­las­sen ver­än­dert die Bühne. Als Schau­spie­ler ent­steht die Rolle als Gan­zes nur dann, wenn man den Bogen zwi­schen Beginn und Schluss schla­gen kann. Damit gewinnt das Kunst­werk der eige­nen Rolle. Im Zusam­men­hang des gan­zen Stü­ckes ent­steht natür­lich eine andere Ebene der Gesamtheit.

Schön­heit

Wahre Schön­heit kommt von innen, eine rein äußer­li­che Schön­heit ver­kommt zur Attrak­ti­vi­tät. Gerade in Zürich lau­fen sehr viele äußer­lich schöne Men­schen herum, die viel Zeit und Geld in Klei­dung und Make-​​Up inves­tie­ren. Aber ihre Bewe­gun­gen sind unge­lenk und ihre Spra­che ebenso. Sie sind nicht wirk­lich schön, son­dern eben nur nett anzuschauen.

Als Schau­spie­ler ist es wich­tig, einen Sinn für innere Schön­heit zu ent­wi­ckeln. Durch die Büh­nen­si­tua­tion kommt jeder Bewe­gung und jedem Satz eine beson­dere Bedeu­tung zu, man ist zu schö­nen Bewe­gun­gen und zu schö­ner Spra­che ver­pflich­tet. Auch bei der Dar­stel­lung von absto­ßen­den Cha­rak­te­ren ist das der Fall, wenn das Motiv zwar mit Schön­heit wenig gemein hat, die Dar­stel­lung hin­ge­gen schon.

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