So muss Thea­ter sein — unter­halt­sam, mit Tief­gang, aktu­el­len Anspie­lun­gen und wun­der­bar aus­ge­ar­bei­te­ten Rol­len. Das gro­teske Stück von Gogol zeigt eine kor­rupte Klein­stadt, die jäh durch die Ankunft eines ver­meint­li­chen Revi­sors auf­ge­scheucht wird. Aus Angst vor der Auf­de­ckung der offen­sicht­li­chen Miss­stände hofiert man den Ankömm­ling, dem seine Rolle als wich­ti­ger Besu­cher schon bald zu Kopf steigt. Am Ende stellt sich her­aus, dass er gar nicht der gefürch­tete hohe Beamte war, das Spiel beginnt von Neuem.

Was mit als Nicht-​​Muttersprachler etwas schwer fiel, war das Ver­ste­hen des groß­zü­gig ein­ge­setz­ten Dia­lekts. Es war pas­send, holte es das Stück doch so aus dem fer­nen Russ­land direkt nach Zürich. Und dem fer­nen Gast gegen­über sprach man natür­lich Schriftdeutsch.

Eine gelun­gene Insze­nie­rung am Pfauen.

Aber der beson­dere Reiz des Stü­ckes lag an den mar­kant gestal­te­ten Rol­len. Eine Rolle war von zwei iden­tisch geklei­de­ten „Zwil­lin­gen” gran­dios umge­setzt, sie unter­bra­chen sich, rede­ten wei­ter, füll­ten Gedächt­nis­lü­cken des ande­ren — wie zwei Köpfe auf dem­sel­ben Kör­per. Aber im Grunde konnte man bei allen Rol­len gut zuschauen. Ein­fach eine tolle Inszenierung.