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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Literatur

It’s his voice. He reads the book (The Great Gatsby, writ­ten by F. Scott Fitz­ge­rald), gets absor­bed in it. This Ame­ri­can voice, I somehow can still hear it. He car­ries the play, which lasts alto­ge­ther over 6 hours. I just saw the first half of it. He reads it all, every sin­gle word in it.

I know the book. I read it ear­lier this year and enjoyed the style. That is pro­bably the main rea­son why I chose to give this quite long play a chance. I could not moti­vate any­body to come with me, it seems a little bit too special.

This com­bi­na­tion of rea­ding and play is abso­lu­tely uni­que. I could not ima­gine a bet­ter way to do it. It never got boring, people ente­red the stage and went off, music play­ing, a wild party illus­tra­ted vividly and the cha­rac­ters just fit­ted. The group Ele­va­tor Repair Ser­vice is from New York and is one of the num­be­rous attrac­tions of the Thea­ter­spek­ta­kel in Zurich. Odd to men­tion, they were not allo­wed to play in New York, because ano­ther adapta­tion (2.5h, more like a musi­cal) got the exclu­sive licence.

After my first, more disap­poin­ting visit of a modern theatre piece at the Thea­ter­spek­ta­kel this one really was just great. I am loo­king for­ward to part two which will fol­low tomor­row afternoon.

F. Scott Fitzgerald

Mai 27
Allgemein

Ver­netzte intel­lek­tu­elle Welt, Zufälle trei­ben uns zu Inseln, wel­che unser Gedächt­nis nicht los­lässt, da es sich an die­sen Inseln ori­en­tie­ren kann und jubi­liert, wenn neue Zufälle einen ver­trau­ten Insel­um­riss her­vor­zau­bern. Wir waren schon ein­mal auf die­ser Insel, sind schon ein­mal auf die­sen höchs­ten Berg geklet­tert, von dem aus man die ande­ren Berge und viel­leicht sogar die ande­ren Inseln erah­nen kann.

Vor eini­ger Zeit im Lite­ra­turzir­kel bespra­chen wir F. Scott Fitz­ge­rald: The Great Gatsby, wobei ich eigent­lich gar nicht dabei war. Aber den­noch hatte ich das Buch gele­sen, war ein­ge­drun­gen in die­sen ein­ma­li­gen Stil Fitz­ge­ralds und hatte mich von ihm ver­zau­bern lassen.

Diese bekannte Insel sah ich nun Gestalt anneh­men in die­sem ZEIT-​​Artikel wird der Schrift­stel­ler in den Mit­tel­punkt gerückt. Und auch wenn ich die ande­ren Romane nie gele­sen habe, gibt es doch einige Zitate aus dem gro­ßen Gatsby, erklä­rende Zusam­men­hänge, Geschich­ten, Hin­ter­gründe, wun­der­bar ver­wo­ben in die­sem schö­nen Essay. Schon der Beginn ist ein Genuss:

Die­ser Mann hat die Göt­ter her­aus­ge­for­dert. Er hat mit ihnen gerun­gen, er hat mit ihnen getrun­ken, er hat sich vor ihnen in den Staub gewor­fen und vor ihnen aus­ge­spuckt. Er war kein muti­ger Mann, er war ver­lo­ren und ver­zwei­felt. Eine Weile gefiel das den Göt­tern, sie schau­ten ihm zu und waren mal amü­siert und mal ver­är­gert. Dann war­fen sie ihn fort, und er starb, jäm­mer­lich und allein, wie sein gro­ßer Held, jener Gatsby, der nachts immer über die Bucht starrte zu einem grü­nen Licht, das er nur sehn­suchts­voll aus der Ferne betrach­ten konnte, und als er sich ihm näherte, da zer­brach alles, nicht nur das Licht, son­dern auch das Leben.

Da wir Ende Juni das Buch Kas­san­dra bespre­chen, stö­bere ich ein wenig im Netz herum, auf der Suche nach Hil­fe­stel­lun­gen, um die­ses Buch bes­ser zu ver­ste­hen. Hier also eine Art Link­liste, ein paar Anlaufstellen.

Noch immer lese ich an die­sem Buch, eigent­lich wollte ich (das war so gegen Anfang Sep­tem­ber) bloß schnell diese bei­den schma­len Büch­lein — von Chris­tina aus­ge­lie­hen — durch­le­sen, um mich dann wie­der der Ent­de­ckung des Him­mels zu wid­men. Ges­tern habe ich wie­der einige Sei­ten geschafft und war begeistert.

Mulisch beschäf­tigt sich mit der Erschaf­fung von Leben und tut das in meh­re­ren Ebe­nen. Zum einen schreibt er am Anfang über das Schrei­ben an sich, über die Erschaf­fung von lite­ra­ri­schem Leben also. Es folgt die krasse Beschrei­bung einer Geburt, ein Aus­flug ins mit­tel­al­ter­li­che Prag um der Erschaf­fung des Golem durch Rabbi Löw bei­zu­woh­nen, momen­tan schreibt ein berühm­ter For­scher über die che­mi­sche Erzeu­gung einer sich selbst repro­du­zier­ba­ren „Zelle”. Ich bin gebannt und werde hof­fent­lich bald fer­tig mit dem Buch.

Momen­tan nutze ich die lite­ra­ri­sche Ener­gie, die in mir fließt, zum Schrei­ben des elek­tro­ni­schen Tage­buchs (Web­log). Auf den ers­ten Blick mag dies selt­sam erschei­nen, ich möchte jedoch kurz erläu­tern, warum ich die­ses Medium für geeig­net halte, damit zu schrei­ben und zu veröffentlichen.

  1. Ein Web­log ist frei zugäng­lich und kos­ten­los zu nut­zen (lesen). Damit kann jeder Inter­es­sierte mit einem Inter­net­zu­gang die Inhalte lesen.
  2. Ich kann von über­all aus und ohne gro­ßen Auf­wand ver­öf­fent­li­chen, die Zwi­schen­stufe des Ver­le­gers entfällt.
  3. Web­logs bie­ten tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten, die Bücher nicht besit­zen, in ers­ter Linie Ver­knüp­fun­gen (Links). Damit kann ein bestimm­ter Typ von Tex­ten unheim­lich gut umge­setzt wer­den. Ich spre­che von frag­men­ta­ri­schen, asso­zia­tiv gepräg­ten Tex­ten. Bei linear auf­ge­bau­ten Tex­ten (Roma­nen) machen Ver­knüp­fun­gen kei­nen Sinn.
  4. Das Ein­bin­den von hoch­wer­ti­gen, far­bi­gen Bil­dern ist sehr gut möglich.
  5. Das Web­log ist unmit­tel­bar, ich kann damit sehr schnell auf Ent­wick­lun­gen rea­gie­ren und mei­nen Senf dazu geben.

Ich möchte beto­nen, dass mein Web­log momen­tan eher fak­tisch als lite­ra­risch geprägt ist. Die vor­ge­stell­ten Gedan­ken bezie­hen sich eher auf eine poten­zi­elle Nut­zung des Web­logs zur Ver­öf­fent­li­chung. Offen ist nach wie vor die Frage, ob sich die­ses bis­he­rige Web­log mit der Idee des lite­ra­ri­schen Wer­kes ver­trägt, oder ob eine Tren­nung not­wen­dig wäre.