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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Bilder

Salon des Arts

Dez 3
Allgemein

Ende vori­gen Jah­res ver­an­stal­tete die Kul­tur­stelle der ETH Zürich ein drei­tä­gi­ges Kul­tur­fes­ti­val, damals anläss­lich des 150-​​jährigen ETH-​​Bestehens. Damals las ich den Kon­tra­bass und war auch kur­zer­hand bei der Literatur-​​Jury eingeplant.

Um es kurz zu machen: die­ses Jahr war es genau so. Ein Unter­schied ist der Name der Ver­an­stal­tung, sie heißt jetzt Salon des Arts. Mit dem Bro­cken­haus konnte ein Spon­sor für die salon­mä­ßige Aus­stat­tung des Haupt­raums gefun­den wer­den. Und so bot sich dem Besu­cher beim Ein­tre­ten in besag­ten Raum der Anblick zahl­rei­cher Couch– und Ses­sel­ecken, in denen sich Leute unter­hiel­ten oder vor sich hin dämmerten.

Der zweite Unter­schied war das von mir gele­sene Buch. Nach dem Kon­tra­bass (Patrick Süß­kind) vori­ges Jahr die­ses Mal „Mein Name sei Gan­ten­bein” von Max Frisch. Habe ich in Dres­den auch schon zwei Mal gele­sen, also nichts wirk­lich Neues. Lei­der waren auch nur fünf unmit­tel­bare und wei­tere sie­ben bis zehn im gro­ßen Raum ver­streute Zuhö­rer zuge­gen. Den­noch, ein klei­ner Bei­trag zur Salon-​​Stimmung war getan.

Heute waren dann wohl die meis­ten Zuschauer da, als etli­che Tanz­auf­füh­run­gen am Abend statt­fan­den. Ich kam lei­der etwas zu spät, konnte aber doch noch einige Fotos machen. Ich habe mit Langzeit-​​Belichtung expe­ri­men­tiert, um die Tanz­be­we­gun­gen zumin­dest eini­ger­ma­ßen ein­zu­fan­gen. Aber seht selbst:

Was macht man an einem grauen Sams­tag? Was tun mit einem Tag, an dem früh der Blick aus dem Fens­ter schon nach hun­dert Metern ste­cken bleibt im dich­ten Nebel? Kein Üetli­berg zu sehen gegen­über. Eine leise Hoff­nung und ein spon­ta­ner Ent­schluss am Vor­abend lässt mich um neun am Bahn­hof ste­hen. Mit einem Kol­le­gen fahre ich nach Hin­wil, um den dor­ti­gen Aus­flugs­hü­gel Bach­tel zu erklimmen.

Oben ange­kom­men, bot sich uns dann fol­gen­des Bild beim Aussichtsturm.

Wir haben es dann unter­las­sen, die vie­len Stu­fen zu erklim­men, um oben voll­ends von der wei­ßen Suppe umge­ben zu sein. Eigent­lich sieht man von hier aus den Züri-​​See, viele andere schöne Berge und sogar die fer­nen Alpen­rie­sen. Heute war damit nichts. Aber zumin­dest etwas Bewegung.

flickr

Feb 26

Ich stelle einen Teil mei­ner Bil­der ab sofort bei flickr​.com aus. Das löst dann auch meine bis­he­rige Foto­ga­le­rie ab. Flickr hat viele Vor­teile, die ich mir für eine kleine Jah­res­ge­bühr erkauft habe. Vor allem sehen so sehr viel mehr Leute meine Bil­der und einige kom­men­tie­ren viel­leicht sogar, was ich da fabri­ziert habe. Es gibt ein­fach viel mehr Mög­lich­kei­ten der Inter­ak­tion und Kommunikation.

Rene Burri

Feb 4
Allgemein

Es ist immer wie­der schön, wenn sich Kreise schlie­ßen. Wenn Ver­bin­dun­gen zwi­schen Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten offen­bar wer­den und man vom ande­ren schon was gehört hat!

Das Museum für Gestal­tung stellt zur Zeit das Lebens­werk des in Zürich gebo­re­nen Foto­gra­fen Rene Burri aus. Ich habe dar­über sogar schon einen Arti­kel in der AVETH-​​News geschrie­ben, und nach­dem ich wahr­schein­lich auf die­sem Weg schon Dut­zende Dok­to­ran­den in diese Aus­stel­lung geschickt habe, musste ich mir auch selbst ein Bild machen.

Ich war beein­druckt, schöne, jour­na­lis­ti­sche, ästhe­ti­sche Schwarz-​​Weiß-​​Fotos. Und eben ein paar andere Foto­gra­fen, wel­che ich schon kannte. Zum einen natür­lich Henri Cartier-​​Bresson, von ihm sah ich eine Aus­stel­lung in Ber­lin, kurz nach sei­nem Tod 2004. Dann aber auch Robert Frank, von dem wir eine Aus­stel­lung mit dem Insti­tut (IfA) anschau­ten. Es gibt also doch nur eine begrenzte Gilde von extrem wich­ti­gen Foto­gra­fen, so dass man nach einer gewis­sen Ein­ar­bei­tungs­zeit rasch wie­der Ver­trau­tes sieht.

Im Foto­mu­seum Win­ter­thur schaute ich mir mit eini­gen PhD-​​Kollegen vom IfA eine Aus­stel­lung von Robert Frank ([en] Wiki­pe­dia) an. Es war der krö­nende Abschluss der PhD semi­nar genann­ten Ver­an­stal­tung, bei der alle Dok­to­ran­den den Stand ihrer For­schun­gen darlegen.

Ich fand die Bil­der der zei­ti­gen Jahre sei­nes Schaf­fens sehr schön, aus­sa­ge­kräf­tige Schwarz-​​Weiß-​​Bilder mit sozi­al­ana­ly­ti­schem Hin­ter­grund. Der Höhe­punkt sei­nes Schaf­fens in die­ser Periode ist der Foto­band The Ame­ri­cans. Dafür reiste er in den 50ern zwei Jahre in ganz Ame­rika herum und wählte aus Tau­sen­den von Fotos die 83 aus, wel­che dann in die­sem Bild­band erschei­nen soll­ten. Er zeich­nete damit ein Por­trät Ame­ri­kas die­ser Zeit, mit den vie­len schwe­len­den Kon­flik­ten. Danach wurde er mehr und mehr expe­ri­men­tell und ver­schwom­men, auch im Fil­me­ma­chen ver­suchte er sich. Mich spra­chen die spä­ten Werke eher weni­ger an. Es kam mir so vor, als hätte er genug „klas­si­sche” Bil­der gemacht und wollte etwas Neues probieren.