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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Schweiz

Tour­be­schrei­bung

  • Pizol­hütte (2227 m)
  • Wild­see­lug­gen (2493 m)
  • Pizol (2844 m)

Wild­see mit der Chur­firs­ten­kette im Hintergrund

Es war eine schöne Hoch­tour, und dank Seil­bahn auch gar nicht so anstren­gend. Jedoch zeigte sich schon beim Ein­stei­gen in die Seil­bahn, dass wir nicht die ein­zi­gen sein soll­ten, eine gute Hun­dert­schaft ZAW–Mit­glie­der woll­ten aus­ge­rech­net heute die Fünf­se­en­wan­de­rung bestrei­ten. Und zu ihnen gesell­ten sich noch viele andere, die bun­ten Klei­der und Ruck­sä­cke der Wan­de­rer bil­de­ten eine lange Kette auf den Ser­pen­ti­nen des ers­ten Auf­stie­ges. Am Wild­see trenn­ten sich dann die Wege, auf einem blau­wei­ßen Wan­der­weg gin­gen wir Hart­ge­sot­te­nen zum Pizol, wäh­rend die Fünf­se­en­wan­de­rer nörd­lich auf dem Haupt­wan­der­weg wei­ter gingen.

Gip­fel­buch auf dem Pizol

Der ein­fachste Weg zum Pizol führt über einen Glet­scher, mit Steig­ei­sen und etwas Geschick ist das kein Pro­blem. Ohne Steig­ei­sen ist der Weg zum Gip­fel ein ande­rer, man muss östlich über die Berg­kette der Grauen Hör­ner aus­wei­chen. Die­ser Weg ist deut­lich beschwer­li­cher und dau­ert bestimmt eine Stunde län­ger. Man kann sich auch am Glet­scher­rand hoch­ar­bei­ten, aber es wird an eini­gen Stel­len recht steil und ist kein Ver­gnü­gen. Des­halb war ich sehr erstaunt, dass ein Groß­teil der Wan­de­rer an die­sem Tag keine Steig­ei­sen dabei hatte.

Gip­fel­glet­scher des Pizol

Auf dem Gip­fel des Pizol

  1. Chur (585 m)
  2. Mit­ten­berg
  3. Och­sen­berg
  4. Mon­ta­lin (2266 m)
  5. Cal­frei­sen (1132 m)

Schöne Tour auf wenig began­ge­nen Wegen – war für mich in ers­ter Linie Trai­ning, damit ich wie­der fit werde für die Sai­son. Und der Anstieg machte mir schon zu schaf­fen, auf den Mon­ta­lin führt ein blauer Berg­wan­der­weg mit teil­weise sehr stei­len Abschnitten.

Alles hatte ich pro­biert: Snow­board, Abfahrt­ski, Schnee­schuh­lau­fen, Lang­lauf, mal mehr, öfter weni­ger erfolg­reich. Aber eine Win­ter­sport­art fehlte mir noch in mei­ner Erfah­rungs­samm­lung – Ski­tou­ren. In den Pro­spek­ten stel­len sich Ski­tou­ren immer als ein­same Auf­stiege und rasante Abfahr­ten durch unbe­rühr­ten Pul­ver­schnee dar, bei­des natür­lich unter strahlend-​​blauem Himmel.

Skitour
Im Gän­se­marsch zum Gip­fel.

In der brei­ten Palette der Win­ter­sport­ar­ten kann man Ski­tou­ren irgendwo zwi­schen Abfahrt und Schnee­schuh­lau­fen ein­ord­nen. Die ver­wen­de­ten Skier sehen unge­fähr so aus wie Abfahrs­skier, jedoch sind sie meist leich­ter. Die Bin­dun­gen erlau­ben die beid­sei­tige Fixie­rung des Ski­schuhs zur Abfahrt oder die ein­sei­tige Fixie­rung vorn zum Auf­stieg. Zusätz­lich klebt man beim Auf­stieg noch Steig­hil­fen (Felle) dran. Dafür gibt es an den Fel­len eine Leim­schicht und Ein­häng­bü­gel. Mit die­sen Vor­rich­tun­gen kann man pro­blem­los Hänge hoch­lau­fen, die Rutsch­fä­hig­keit hält sich aber stark in Grenzen.

Winterlandschaft
Blick zurück ins Safi­en­tal.

Am letz­ten Wochen­ende war ich zum ers­ten Mal auf einer Ski­tour dabei, orga­ni­siert von Höhen­fie­ber. Im Safi­en­tal waren wir unter­wegs, der Höhe­punkt war die Bezwin­gung des Strät­scher­horns (2575 m) am Sams­tag. Die Bedin­gun­gen waren alles andere als opti­mal. Die Lawi­nen­warn­stufe war erheb­lich, eine Woche zuvor waren sogar im glei­chen Tal zwei Tou­ren­gän­ger bei einem Lawi­nen­un­fall ums Leben gekom­men. Der Fön wehte sehr stark und es war an den Vor­ta­gen recht warm gewe­sen, wodurch sich an eini­gen Stel­len eine harte Schnee­schicht bil­dete. Dar­auf ließ sich schlecht abfah­ren, im Falle eines Fal­les sank man tief ein und musste sich müh­sam befreien. Mir ging das recht häu­fig so, ich war auch eine Weile nicht mehr Abfahrts­ski gefah­ren. Manch­mal ver­schwand eine Ski­spitze auch unter der har­ten Harsch­schicht, dann musste ich den Ski mühe­voll hang­auf­wärts raus­zie­hen. Aber am Ende war es ein span­nen­des Erleb­nis und alle kamen heil unten an.

Morgenstimmung
Auf­bruch im Mor­gen­grauen vom Tur­ra­hus.

Einen Ver­lust musste ich jedoch ver­kraf­ten – meine heiß­ge­liebte Ther­mos­fla­sche blieb am Berg, bei der Abfahrt vom Strät­scher­horn und einem mei­ner zahl­rei­chen Stürze muss ich sie ver­lo­ren haben. Ich hätte sie nicht außen am Ruck­sack anbrin­gen sol­len. Jetzt liegt sie irgendwo unter einer dich­ten Schnee­de­cke, es müsste sich sogar noch der Auf­kle­ber mit „mathias” dar­auf befin­den, ihn hatte ich am Vor­tag ange­bracht, zur Unter­schei­dung von Dut­zen­den ande­ren Ther­mos­kan­nen im bis auf den letz­ten Platz gefüll­ten Tur­ra­hus.

Am letz­ten Sonn­tag konn­ten die Schwei­zer über eine Vor­lage der Volks­in­itia­tive für ein Bau­ver­bot von Mina­ret­ten abstim­men. Im Vor­feld hatte man die­ser Initia­tive wenig Chan­cen ein­ge­räumt, jedoch wurde sie mit einer kla­ren Mehr­heit von 57.5% ange­nom­men (genaue Resul­tate in die­ser Tagesanzeiger-​​Grafik). Nur vier Kan­tone stimm­ten dage­gen, alle übri­gen dafür.


Pla­kat­mo­tiv der Mina­rett­geg­ner

Es ist ein schwar­zer Tag für alle Men­schen, die sich für eine welt­of­fene und libe­rale Schweiz ein­set­zen. Und die rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei SVP froh­lockt, konnte sie nach den vie­len ver­lo­re­nen Abstim­mun­gen der letz­ten Jahre (Per­so­nen­frei­zü­gig­keit, Schen­gen) doch end­lich wie­der einen kla­ren Sieg ver­bu­chen. Die Fol­gen die­ser Abstim­mung sind schwer abzu­schät­zen, jedoch wird der Ruf der Schweiz im Aus­land dadurch nicht gerade ver­bes­sert werden.

Wenn man sich den Ursa­chen zuwen­det, steht da an ers­ter Stelle eine große Ver­un­si­che­rung. Es ist nicht unbe­dingt Frem­den­feind­lich­keit, aber das Gefühl, dass zu wenig getan wird gegen die nega­ti­ven Aus­wüchse des Islam, gegen Kopf­tü­cher, Scha­ria und Zwangs­ehen. Die Mina­rette sind ein Sym­bol, ihr Ver­bot wird jene weni­gen extre­men isla­mis­ti­schen Grup­pie­run­gen nicht tref­fen, son­dern ihre Wut auf den Wes­ten noch wei­ter anfa­chen. Es trifft die große Mehr­heit der fried­lie­ben­den Mus­lime, die sich durch das Ver­bot in ihrer Reli­gi­ons­aus­übung bedroht sehen könn­ten. Denn wenn jetzt die Mina­rette ver­bo­ten wer­den, was folgt dann als nächstes?

Einen klei­nen Vor­ge­schmack bie­tet die Stel­lung­nahme der Mina­rett­geg­ner zum Aus­gang der Volks­ab­stim­mung. Einige Pro­fes­so­ren hat­ten es im Vor­feld gewagt, eine Klage beim Euro­päi­schen Gerichts­hof zu erwä­gen, um die Umset­zung der Vor­lage in die Schwei­zer Ver­fas­sung zu verhindern.

Das Ja des Schwei­zer Sou­ve­räns – unse­rer obers­ten poli­ti­schen Instanz – zum Mina­rett­ver­bot ist jetzt buch­sta­ben­ge­treu umzu­set­zen. Im Abstim­mungs­kampf laut gewor­dene pro­fes­so­rale Ideen, die Umset­zung via Klage beim Euro­päi­schen Gerichts­hof zu unter­lau­fen, sind inak­zep­ta­bel, bre­chen Ver­fas­sungs­recht. Im öffent­li­chen Dienst ste­hende Jus­tiz­funk­tio­näre, wel­che sich der Umset­zung des vom Sou­ve­rän geäus­ser­ten Wil­lens wider­set­zen, müs­sen ent­las­sen werden.

Quelle: Volks­in­itia­tive Gegen den Bau von Mina­ret­ten, Stel­lung­nahme vom 29.11.2009

Wer eine andere Mei­nung hat und gefähr­lich wer­den kann — dem win­ken Dro­hun­gen und Repres­sa­lien. Wahr­schein­lich wer­den sich irgend­wann alle Intel­lek­tu­el­len auf den Fel­dern bewäh­ren müssen.

Auf jeden Fall kommt jetzt Bewe­gung in die­ses manch­mal so träge Land. Der freie Autor Charles Lewinsky emp­fiehlt in einem Tagesanzeiger-​​Essay, mit glei­chen Mit­teln zurück­zu­schla­gen und mit Zuspit­zun­gen die Luft­ho­heit in der Debatte zu errin­gen. Denn mit gerümpf­ter Nase schwei­gend dabei zu ste­hen — davon ändert sich nichts. Wir müs­sen uns also üben im Pola­ri­sie­ren und Pole­mi­sie­ren, das ein­fa­che Argu­ment schlägt stets das dif­fe­ren­zierte, richtige.

Einen ande­ren Aspekt betont ein jüngst ver­öf­fent­lich­ter ZEIT-​​Artikel, der die Frage stellt, ob direkte Demo­kra­tie auf Bun­des­ebene über­haupt noch zeit­ge­mäß sei. Bezo­gen auf den Minarett-​​Entscheid kri­ti­siert er, dass Volks­ab­stim­mun­gen bei kom­ple­xen Sach­ver­hal­ten eine fal­sche Flucht zu ein­fa­chen Ant­wor­ten in schwie­ri­gen Zei­ten darstellten.

Die Idee der direk­ten Demo­kra­tie steht jedoch nicht nur von innen unter Druck, durch die neue Beweg­lich­keit des reprä­sen­ta­ti­ven Sys­tems, son­dern auch von außen: durch die Glo­ba­li­sie­rung. Eben weil das Prin­zip des Ple­bis­zi­tä­ren von der unmit­tel­ba­ren Rück­kopp­lung an den ein­zel­nen Bür­ger lebt, ist es von Pro­ble­men, die nicht nur eine Stadt oder ein Bun­des­land betref­fen, ten­den­zi­ell über­for­dert. Je kom­pli­zier­ter die Abhän­gig­kei­ten über Gren­zen hin­weg gera­ten, je mehr Akteure das inter­na­tio­nale Han­deln bestim­men, desto sel­te­ner wer­den die Fra­gen, die sich mit dem Rücken zur Welt, in klei­nen Ein­hei­ten ent­schei­den lassen.

Auch das erle­ben die Schwei­zer gerade: Ihr Mehr­heits­vo­tum gegen Mina­rette lässt sich ja nicht nur als anti­is­la­mi­scher Affekt lesen, son­dern auch als Über­druss an der Glo­ba­li­sie­rung. Als Aus­druck einer ver­brei­te­ten Sehn­sucht, sich abzu­kop­peln von den Anstren­gun­gen des eth­ni­schen, sozia­len und reli­giö­sen Durch­ein­an­ders, sich zurück­zu­zie­hen in über­schau­bare Ver­hält­nisse. Die­sem iso­la­tio­nis­ti­schen Impuls ent­spricht die Zuflucht zum Ple­bis­zit. Es sug­ge­riert klare Ent­schei­dun­gen in unüber­sicht­li­chen Zei­ten. Das aber ist eine Täu­schung. Es gibt kei­nen Aus­stieg aus der Glo­ba­li­sie­rung. Nichts zeigt das deut­li­cher als der Umstand, dass das Schwei­zer Mina­rett­ver­bot dem­nächst wohl von einer äuße­ren Instanz, vom Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rechte, über­prüft – und kas­siert wer­den dürfte. Nicht ein­mal mehr die Alpen bie­ten Schutz vor der Welt.

Quelle: DIE ZEIT, Vol­kes wahre Stimme

Die ZEIT beschäf­tigt sich in ihrer aktu­el­len Aus­gabe mit dem Thema Rechts­ex­tre­mis­mus in Deutsch­land. Im Unter­schied zum Links­ex­tre­mis­mus tei­len große Teile der Bevöl­ke­rung rechte Posi­tio­nen, wie eine Stu­die der Friedrich-​​Ebert-​​Stiftung her­aus­fand. Dadurch ergibt sich eine wesent­lich grö­ßere Bedro­hung des demo­kra­ti­schen Sys­tems. Der Nähr­bo­den für diese bedroh­li­che Ent­wick­lung ist die Angst vor dem wirt­schaft­li­chen Abstieg, die in gro­ßen Bevöl­ke­rungs­schich­ten um sich greift. Die Glo­ba­li­sie­rung und ein­ge­wan­derte Aus­län­der sind schnell als S&uum;ndenböcke aus­fin­dig gemacht, ein­fa­che Ant­wor­ten sug­ge­rie­ren einen Aus­weg aus der Misere. Der moderne Rechts­ex­tre­mis­mus setzt auf zwei Stra­te­gien, neben den bru­ta­len Überg­rif­fen auf Aus­län­der, Linke und Anders­den­kende ver­sucht man mit Unter­schrif­ten­ak­tio­nen gegen Sozi­al­ab­bau, Hüpf­bur­gen und Schü­ler­zei­tun­gen das Ver­trauen der Bevöl­ke­rung zu gewin­nen. Den Erfolg die­ser Dop­pel­stra­te­gie konnte man wohl am bes­ten 2004 in Sach­sen beob­ach­ten, als die NPD mit einem fast aus­schließ­lich auf Hartz IV–Pro­test aus­ge­rich­te­ten Wahl­kampf den Sprung ins Lan­des­par­la­ment schaffte.

Was tun? Als Ant­wort auf diese drän­gende Frage hat die ZEIT das Inter­net­por­tal Netz gegen Nazis ins Leben geru­fen. Mit­i­nia­to­ren sind der deut­sche Feu­er­wehr­ber­band, die Bun­des­liga, der deut­sche olym­pi­sche Sport­bund, das ZDF und auch die Online-​​Plattformen mit der Endung vz (schü­lervz, studivz, meinvz). Es ist nicht die erste Aktion die­ser Art, aber durch die Ein­be­zie­hung viel­fäl­ti­ger Part­ner und die jour­na­lis­ti­sche Kom­pe­tenz der ZEIT könnte eine viel­ge­nutzte Rat­ge­ber­platt­form ent­ste­hen, eine Anlauf­stelle für alle, die mit Rechts­ex­tre­mis­mus kon­fron­tiert sind.

netz gegen nazis

Um in öffent­li­chen Dis­kus­sio­nen mit rech­ten Argu­men­ten mit­hal­ten zu kön­nen, emp­fiehlt sich eine Aus­ein­an­der­set­zung mit die­ser Ideo­lo­gie. Der ZEIT-​​Artikel Neue Hei­den hat das Land ana­ly­siert das rechte Welt­bild treffend:

Die­ses Fun­da­ment ist seit eh und je ein extre­mer Bio­lo­gis­mus, also die Ansicht, Men­schen seien von Natur aus ungleich und unter­teil­ten sich in höher– und min­der­wer­tige Wesen, in Her­ren und Knechte, Füh­rer und Geführte. Des­halb ver­ach­ten rechte Den­ker die Idee der Men­schen­rechte zutiefst. Dass jeder Mensch ein Recht dar­auf hat, Rechte zu haben, ist für sie ein töd­li­ches Gift im »Volks­kör­per«. Es lähme die natür­li­che Aus­lese von Star­ken und Schwa­chen und ver­hin­dere das Ent­ste­hen von Füh­rungs­eli­ten. Anders gesagt: Ohne Lebens­kampf ent­arte die Gesell­schaft, und plötz­lich gäben Para­si­ten und volks­fremde Ele­mente den Ton an. Nicht ein­mal große Kunst­werke bräch­ten diese Kre­tins zustande. Höchs­tens Kuckucks­uh­ren, wie die Schweizer.

Inter­es­sant für mich als Wahl­schwei­zer ist die Frage nach der hie­si­gen Situa­tion. Aber im Gegen­satz zu ande­ren euro­päi­schen Staa­ten gibt es in der Schweiz keine star­ken links– oder rechts­ex­tre­men Par­teien (siehe Schwei­zer Par­tei­en­land­schaft von 1993). Die am rech­ten Rand des Par­tei­en­spek­trums ste­hende SVP kann bes­ten­falls als rechts­po­pu­lis­tisch, nicht jedoch als rechts­ex­trem ein­ge­stuft wer­den. Sie bekennt sich zu christ­li­chen, demo­kra­ti­schen Wer­ten, was rechts­ex­treme Par­teien nicht tun. Auf den Sei­ten der deut­schen NPD konnte ich nichts der­ar­ti­ges fin­den, statt­des­sen zeigt sich unter Par­tei und Unter­glie­de­run­gen eine Karte von Deutsch­land, eben­falls ein­ge­zeich­net sind die 1945 an Polen und Tsche­chien abge­tre­te­nen Ost­ge­biete und Öster­reich, anschei­nend sol­len dort auch NPD-​​Ableger ent­ste­hen. Aber zurück zur Schwei­zer SVP. So wenig ich per­sön­lich die Asyl­miss­brauchs– und sons­ti­gen Kam­pa­gnen mag, sie erfül­len in der Par­tei­en­land­schaft die wich­tige Funk­tion, rechts von der SVP keine Par­teien mehr zuzu­las­sen. Denn es gibt da schon noch wel­che (z.B. die Par­tei Natio­nal Ori­en­tier­ter Schwei­zer, deren Par­tei­pro­gramm ist eine unge­wollt lus­tige Lek­türe), die aber weder regio­nal noch natio­nal eine Rolle spielen.

Somit unter­schei­det sich die Situa­tion in Deutsch­land und der Schweiz wesent­lich, was die Par­tei­en­land­schaft angeht. Aber auch in der Schweiz gibt es rechts­ex­treme Grup­pen und es kommt zu Überg­rif­fen. Im natio­na­len For­schungs­schwer­punkt zum Thema Rechts­ex­tre­mis­mus — Ursa­chen und Gegen­mass­nah­men (offi­zi­elle Web­seite) wur­den Jugend­li­che als Haupt­op­fer­gruppe rechts­ex­tre­mer Überg­riffe aus­ge­macht. Jeder 10. Jugend­li­cher würde wäh­rende sei­nes Her­an­wach­sens bedroht oder ange­grif­fen. Von daher ist die­ses Thema hier genau so aktu­ell wie in Deutsch­land, erhält jedoch auf­grund gerin­ge­rer Vor­falls­zah­len und der ande­ren Geschichte wesent­lich weni­ger öffent­li­che Wahrnehmung.