Elf Schau­spie­ler, ein Regis­seur, sechs Fla­schen Wein, ein Kof­fer­raum voll Ess­wa­ren, ein Haus in Frau­en­feld — das waren die Zuta­ten für das erste Pro­be­wo­chen­ende der lau­fen­den aki­tiv–Pro­duk­tion „Arka­dien” (Tom Stop­pard). Abge­schie­den vom Lärm der Groß­stadt kon­zen­trier­ten wir uns auf das Stel­len von Sze­nen. Wobei eigent­lich immer nur ein Teil der Leute mit Pro­ben direkt beschäf­tigt war, die ande­ren lern­ten Text, koch­ten oder jon­glier­ten mit Mandarinen.

An die­sem frü­hen Sta­dium der Pro­duk­tion kom­men eigent­lich alle Sze­nen mal dran und wer­den gestellt. Das Ziel ist dabei, dass jedem klar ist, wann er wo sein muss. Manch­mal schreibt der Text diese Dinge schon recht genau vor, aber sehr oft hat man da gro­ßen Frei­raum oder merkt, dass die Anga­ben im Text nicht funk­tio­nie­ren. Meis­tens fängt man irgend­wie an, pro­biert ein paar Kon­stel­la­tio­nen aus und merkt dann recht schnell, was am bes­ten aus­sieht und von den Schau­spie­lern als natür­lich emp­fun­den wird. Im Prin­zip beginnt schon an die­ser Stelle der Pro­zess des Recht­fer­ti­gens, jede Bewe­gung, jeder Auf– und Abgang wol­len begrün­det sein. Es ist viel ein­fa­cher, sich ein gerecht­fer­tig­tes Ziel für eine Bewe­gung auf der Bühne zu set­zen als ein­fach mal nach rechts zu gehen, weil als nächs­tes jemand von links kommt, den man sonst ver­deckt. Der Regis­seur ach­tet aufs Gesamt­bild, der Schau­spie­ler muss für sich seine Hand­lun­gen recht­fer­ti­gen. Als erfah­re­ner Schau­spie­ler kann man sich an die­ser Stelle auch schon sehr stark ein­brin­gen und dafür sor­gen, dass keine total komi­schen Bewe­gun­gen ste­hen blei­ben. Je mehr Leute auf der Bühne sind, desto schwie­ri­ger. Des­halb sind die dyna­mi­schen Mas­sen­sze­nen so schwie­rig zum Inszenieren.

Wenn jedem Schau­spie­ler seine Posi­tion klar ist, kann man dann wei­ter arbei­ten, zum Bei­spiel am grund­sätz­li­chen Cha­rak­ter, der auch ins Gesamt­bild pas­sen muss. Auch damit haben wir zum Teil schon begon­nen, meine Rolle des Land­schafts­ar­chi­tek­ten wird jetzt sehr in Rich­tung clow­nes­ker Visio­när gehen, um in diese Szene etwas Schwung zu bringen.