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Tag: Probe

Nach einem etwas schlep­pen­den Beginn nimmt die Pro­duk­tion nun Fahrt auf. Wir hat­ten ein schö­nes Berg­fest, sind aber eher noch im ers­ten Drit­tel. Ein paar Ein­bli­cke in die Pro­ben möchte ich gern präsentieren.

Das kom­plette Ensemble.

Den­nis und Catherine.

Trep­pen­haus­ge­spräch mit vie­len Leuten.

Hanna und Clemens.

Leila und Cle­mens, Hanna im Hintergrund.

Jason und Clemens.

Nicole und Rose.

Da saßen wir nun in die­sem eben­er­di­gen Yoga-​​Raum in Embrach, auf Klapp­stüh­len und einem grauen Kubus, der schon bei Halb­kon­takt und der Toscana-​​Therapie zum Ein­satz kam. Ich war zum ers­ten Mal dabei, um mich herum die geballte Thea­ter­er­fah­rung und –begeis­te­rung. Zusam­men sind wir das Ensem­ble von Klima und wol­len im Februar mit der ers­ten Pro­duk­tion die Büh­nen der Schweiz und des nahen Aus­lan­des erobern.

Über Marco möchte ich gar nicht viel schrei­ben, ihn kannte ich ja auch vor­her schon durch Kurs­be­su­che und die Aus­bil­dungs­pro­duk­tion Halb­kon­takt.

René Schnoz ist wie Marco haupt­be­ruf­lich Regis­seur und Schau­spie­ler. Die Liste sei­ner Pro­jekte ist lang, er war vier Jahre am Thea­ter Neu­markt, hat im Fern­se­hen unter ande­rem bei Tat­ort, Euro­cops, Lüthi & Blanc mit­ge­spielt und insze­niert regel­mä­ßig in Chur.

Eve­line Ket­te­rer bringt große Büh­nen­er­fah­rung mit und wid­met sich der­zeit mit vol­lem Ein­satz als Prä­si­den­tin von Klima dem Thea­ter. Sie hat auch das Stück geschrie­ben, unter­stützt von Marco.

Andrea Zwi­cky hat es durch ihre bis­he­ri­gen Erfah­run­gen und ihr immen­ses Poten­zial an die Schau­spiel­schule in Bern geschafft, wo sie der­zeit stu­diert. Zu unse­rem Glück sind die Dozie­ren­den dort ein­ver­stan­den mit ihrem Enga­ge­ment in die­sem Projekt.

Wich ich es als ambi­tio­nier­ter Hob­by­schau­spie­ler in diese Truppe geschafft habe, ist mir zwar noch ein Rät­sel, aber Marco wird sich schon was dabei gedacht haben. Aber so bin ich in die­sem Ensem­ble aus­schließ­lich von Men­schen umge­ben, die den größ­ten Teil ihres Lebens dem Theater/​Film wid­men. Es fühlt sich gut an.

Onkel Wanja” nimmt Gestalt an – heute haben wir zum ers­ten Mal Teile des Stü­ckes mit den fast fina­len Requi­si­ten und Kos­tü­men geprobt. Mor­gen folgt dann ein ers­ter Durch­lauf, das heißt wir spie­len das Stück von Anfang bis Ende. Bis­lang haben wir immer nur ein­zelne Sze­nen geprobt.

Tele­gin lei­det, als es zum Streit zwi­schen Iwan Petro­witsch (rechts) und dem Pro­fes­sor kommt.

Bedenk­lich ist, dass wir auch jetzt noch Text­hän­ger haben, zwei Wochen vor der Pre­miere. Zum Glück gestat­tet das Stück auch grö­ßere Abwei­chun­gen, weil nicht ein­zelne Sätze ent­schei­dend sind son­dern Stim­mun­gen und Emo­tio­nen. Das ist über­haupt das Span­nende und Beson­dere an die­ser Pro­duk­tion, wir sind nicht so auf den Text und ein­zelne Wör­ter und Beto­nun­gen fixiert, statt­des­sen spie­len Sub­text, Span­nung und Reak­tio­nen auf­ein­an­der die zen­trale Rolle bei den Pro­ben. Das ist für mich der ent­schei­dende Fort­schritt im Ver­gleich zu frü­he­ren Produktionen.

Zwi­schen Astrow und Jelena bahnt sich etwas an.

Ein wei­te­res Pro­blem, das mir nur zu bekannt ist, betrifft die Streu­ung der Sze­nen. Bestimmte kri­ti­sche Schlüs­sel­sze­nen haben zwar schon mal sehr gut funk­tio­niert, wir tun uns jedoch schwer mit der Wie­der­ho­lung. Sicher­lich wird es hilf­reich sein, das ganze Stück zu spie­len, jedoch muss bei jeder Auf­füh­rung quasi der erste Ver­such sit­zen. Da hel­fen nur Erfah­rung und Konzentration.

Aber ich denke, dass wir bis zum 28. April eine sehr gute Insze­nie­rung auf die Beine gestellt haben wer­den und freue mich schon jetzt auf die Pre­miere. Wir haben bereits jetzt 20 Anmel­dun­gen, es wird also ganz bestimmt einen gut gefüll­ten Zuschau­er­raum geben. Und viel­leicht sogar etwas Applaus.

In der aktu­el­len dra­ma­teure–Thea­ter­pro­duk­tion „Onkel Wanja” konn­ten wir ges­tern die erste Sze­nen­probe erle­ben. Im Dezem­ber hat­ten wir in Lese­pro­ben das Stück Seite für Seite in unse­ren Rol­len durch­ge­nom­men, die Per­so­nen­kon­stel­la­tion und Moti­va­tion der Figu­ren bespro­chen. Dar­auf auf­bau­end konn­ten wir ges­tern zum ers­ten Mal „stel­len”. Das bedeu­tet, die Szene auf der Bühne zu pro­bie­ren und vor allem die Auf– und Abgänge zu klä­ren, und damit die ent­schei­dende Frage „Wo bin ich?”

Schön war, dass einige von uns den Text schon aus­wen­dig konn­ten. Denn ohne Text­buch in der Hand ist man viel freier und kann sich auf die ande­ren Dinge kon­zen­trie­ren. Als sehr guter Schau­spie­ler würde man sich noch vor­her selbst Gedan­ken zur Szene machen und Ange­bote machen. Ein Ange­bot ist eine mög­lichst schlüs­sige Inter­pre­ta­tion der Szene und Rolle. Ob das dann ins­ge­samt passt, muss natür­lich die Regis­seu­rin ent­schei­den. Aber zumin­dest ist dann schon mal etwas da. Und die Probe macht dann auch mehr Spass, wird ein Dia­log über die Inter­pre­ta­tion und Figu­ren­kon­stel­la­tion anstatt die rein tech­ni­sche Erläu­te­rung des Ablaufs. Man hat es selbst in der Hand.

Als Tele­gin habe ich mich auf diese Szene natür­lich vor­be­rei­tet. Den Text kann ich schon ganz gut und konnte auch schon an den Emo­tio­nen arbei­ten. Die Regie­an­wei­sung an einer Stelle war, dass Tele­gin mit wei­ner­li­cher Stimme spricht. Er wird daran erin­nert, dass seine Frau ihn wegen eines ande­ren ver­las­sen hat. Das ist eine starke Emo­tion, die ich mit Hilfe einer sen­so­ri­schen Erin­ne­rung erar­bei­tete. Ich wählte eine per­sön­li­che Erin­ne­rung, die vom emo­tio­na­len Gehalt ähnlich ist. Ich sehe in die­sem Moment auf der Bühne die Bil­der und höre die Klänge. Es läuft da quasi ein Film in mir ab, der mich in diese Stim­mung bringt. Und dann muss ich gar nicht viel machen, meine Stimme klingt auto­ma­tisch anders, Mimik und Ges­tik pas­sen sich ebenso an. Es ist sicher­lich noch aus­bau­fä­hig, aber der Grund­stein ist gelegt.

Thea­ter spie­len heißt etwas tun und dabei den gesam­ten Kör­per ein­zu­set­zen. Eine Thea­ter­probe muss unbe­dingt kör­per­li­che Akti­vi­tä­ten ent­hal­ten, sonst wird Thea­ter zu einer rein geis­ti­gen Übung ohne phy­si­sche Wahr­heit. Ich möchte einige Übun­gen vor­stel­len, um Bewe­gung in die Thea­ter­probe einzubauen.

Iso­la­ti­ons­übung (zu Musik)

Man nutzt den gan­zen Kör­per, kon­zen­triert sich nach­ein­an­der auf Fuß­ge­lenke, Knie, Hüfte, Ober­kör­per, Schul­tern, Kopf, Ell­bo­gen, Hand­ge­lenke und schließ­lich die Fin­ger­spit­zen. Danach kann man noch frei kom­bi­nie­ren, rich­tig Gas geben und schließ­lich wie­der run­ter kommen.

Lauf­übun­gen

Lau­fen ist etwas extrem Ele­men­ta­res. Eine Übung besteht darin, dass alle durch den Raum lau­fen und der Lei­ter die Stim­mung vor­gibt. Bei Bedarf kann man noch gele­gent­lich ein­frie­ren und einige Leute zum Anschauen befreien. Bei einer ande­ren Vari­ante der Lauf­übung gibt der Lei­ter das Tempo in Abstu­fun­gen von 1 bis 10 vor.

Fol­gen

Alle lau­fen herum und fol­gen einer Per­son, machen also genau das Glei­che. Die Leit­per­son kann das Tempo ver­än­dern, Sprünge ein­bauen, was immer ihr einfällt.

Au ja!

Alle sind auf der Bühne. Einer schlägt laut etwas vor, zum Bei­spiel auf den Boden legen oder an eine Wand gehen. Dann rufen alle „Au ja!” und füh­ren die Hand­lung aus.

Gruppen-​​Einfrieren

Die Gruppe bewegt sich im Raum. Einer friert ein, alle ande­ren fol­gen so schnell wie mög­lich. Jemand anders fängt wie­der an mit bewe­gen. Wie­der fol­gen alle ande­ren. Es funk­tio­niert tat­säch­lich und gibt ein unheim­li­ches Gruppengefühl.