Die Diplomarbeit ist fertig. Oder zumindest habe ich keine Lust mehr, ein weiteres Mal drüber zu schauen, nochmal alle Abstände zu prüfen, nochmal die Anordnung der Tabellen und Abbildungen zu ändern — es reicht einfach.
Die Diplomarbeit ist fertig. Oder zumindest habe ich keine Lust mehr, ein weiteres Mal drüber zu schauen, nochmal alle Abstände zu prüfen, nochmal die Anordnung der Tabellen und Abbildungen zu ändern — es reicht einfach.
Es ist erstaunlich, dass auch nach sehr häufigem Korrekturlesen immer noch Tipp– und Grammatikfehler in einem langen Textstück auftauchen. Martin und Netti fanden noch so einige beim Durchstöbern der Diplomarbeit. Hier mal eine Auswahl:
Aber alles in allem glaube ich jetzt, dass das Gros der Fehler beseitigt ist. Muss es ja auch nach all den Tagen, die ich nur mit dem Suchen und Beseitigen von Fehlern und Unklarheiten verbracht habe!
Die letzten Tage waren schon ziemlich hart. Den Großteil des Tages verbrachte ich vor dem Rechner, ging all die Korrekturvorschläge hilfsbereiter Mitmenschen durch. Ich entwickelte dann so einen speziellen Gemütszustand, in dem man gut Korrekturen einbauen kann, was zu Lasten aller anderen Aktivitäten und Tätigkeiten geht. Die ganze Welt jenseits der Textblöcke erscheint dann auf einmal so unwirklich, so fern. Mein Geist erfasst diese Dinge dann mit so einer gewissen Verzögerung, als wundere er sich immer wieder, dass es kein Text ist. Es ist schon ein eigenartiger Zustand, der Kopf fühlt sich auch etwas schwerer an als sonst. Ich hoffe einfach mal, das ist dann nächste Woche zu Ende, wenn ich mich endlich mit anderen Problemen (Druck, Bindung) herumschlagen darf.
Also bis jetzt hat mir diese ganze Sache mit der Diplomarbeit doch großen Spaß gemacht. Mit meinem kontinuierlichen, entspannten Arbeitsstil kam ich gut voran und hatte doch stets das Gefühl, mich geschickt auszudrücken und klar und verständlich zu schreiben. Doch dann machte ich den Fehler, einigen Freunden meine Diplomarbeit zum Korrekturlesen zu überreichen.
Eigentlich heischte ich ja nur nach Bestätigung. So in der Form: „Also Mathias, ich konnte einfach keine Fehler finden. Nur zwei Rechtschreibfehler musste ich dir anstreichen, hast dich wohl vertippt.”
Jetzt liegen drei Papierstapel neben mir und jeder enthält Anstreichungen und Korrekturvorschläge in einer anderen Farbe. Meine eigene Unperfektion wird mir so auf jeder Seite erneut vor Augen geführt. Das einzig Positive ist, dass es nur wenige Stellen gibt, wo alle Korrektoren einer Meinung sind, wenige von diesen ganz krassen Rechtschreibfehlern. So bleibt mir doch dieser stille Triumph, meine Korrektoren durch Vermeidung trivialer Fehler zu einer viel kritischeren und penibleren Arbeitsweise verführt zu haben.