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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Regisseur

Ein wun­der­ba­rer Film, den ich wärms­tens emp­feh­len kann. John Cusack spielt Rob Gor­don, den Inha­ber eines her­un­ter­ge­kom­me­nen Plat­ten­la­dens. Schau­spie­le­risch span­nend ist das Dar­stel­len eines selbst­be­zo­ge­nen Ego­is­ten, der im Laufe des Films lang­sam dazu­lernt. Denn Rob ist wahr­lich kein Engel, erst durch die Tren­nung von sei­ner Freun­din Laura ver­ar­bei­tet er seine Feh­ler und kann ein wenig über sei­nen Schat­ten sprin­gen. Und genau das ist schwie­rig als Schau­spie­ler, eine Figur mit all ihren Feh­lern und Schwä­chen zu ver­kör­pern. John Cusack ist das her­vor­ra­gend gelun­gen. Aber auch sei­nen bei­den unglei­chen Aus­hil­fen im Plat­ten­la­den ver­kör­pern Selbst­herr­lich­keit und fra­gile Schüch­tern­heit hervorragend.

Über­haupt ist die fil­mi­sche Umset­zung der Buch­vor­lage her­vor­ra­gend gelun­gen. Ste­phen Frears ist ein span­nen­der Regis­seur, der immer wie­der mit neuen Gen­res expe­ri­men­tiert. Im Inter­view sagte er ein­mal, dass ihn eher die aus­sichts­lo­sen Pro­jekte rei­zen als die ver­meint­lich siche­ren Erfolge. Und so konnte er zahl­rei­che Erfolge feiern.

Der Film Brook über Brook (Brook by Brook) beginnt mit Kla­vier­mu­sik, Peter Brook spielt auf einem Leip­zi­ger Blüth­ner–Kla­vier. Der Mann ist mir sympathisch.

Das Por­trät des Soh­nes zeigt einen ruhe­lo­sen, viel­sei­ti­gen, undog­ma­ti­schen, expe­ri­men­tier­freu­di­gen Thea­ter– und Film­re­gis­seur. Immer wie­der ließ er alte Gewohn­hei­ten zurück, um neue Dinge aus­zu­pro­bie­ren. Ein­drück­lich die Zeit im Wan­der­thea­ter, mit dem er in Afrika haupt­säch­lich Impro­vi­sa­ti­ons­sze­nen kre­ierte. Ein Paar Schuhe reichte aus, um wun­der­bare, lus­tige Geschich­ten zu erfin­den. Die Tier­sze­nen waren auch sehr ein­drück­lich und erin­ner­ten mich ans Impro-​​Theater.

Die Übung mit der Schale wie­derum weckte Erin­ne­run­gen an meine Kurz­szene. Das über­ra­schende Fal­len­las­sen des Bechers war da ja das Pro­blem gewe­sen. Peter Brook lässt drei Schau­spie­ler eine ein­fa­che Übung machen, sie sol­len sich vor­stel­len, eine Schale zu tra­gen. Danach eine gefüllte Schale, auch das eine ein­fa­che Sache. Aber dann kam die Stei­ge­rung, wel­che den Profi vom Laien unter­schei­det, die Schale sollte fal­len­ge­las­sen wer­den. Über­ra­schung zu spie­len ist schwierig.