Zum Inhalt springen

mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Archiv

Tag: Robert Frank

Rene Burri

Feb 4
Allgemein

Es ist immer wie­der schön, wenn sich Kreise schlie­ßen. Wenn Ver­bin­dun­gen zwi­schen Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten offen­bar wer­den und man vom ande­ren schon was gehört hat!

Das Museum für Gestal­tung stellt zur Zeit das Lebens­werk des in Zürich gebo­re­nen Foto­gra­fen Rene Burri aus. Ich habe dar­über sogar schon einen Arti­kel in der AVETH-​​News geschrie­ben, und nach­dem ich wahr­schein­lich auf die­sem Weg schon Dut­zende Dok­to­ran­den in diese Aus­stel­lung geschickt habe, musste ich mir auch selbst ein Bild machen.

Ich war beein­druckt, schöne, jour­na­lis­ti­sche, ästhe­ti­sche Schwarz-​​Weiß-​​Fotos. Und eben ein paar andere Foto­gra­fen, wel­che ich schon kannte. Zum einen natür­lich Henri Cartier-​​Bresson, von ihm sah ich eine Aus­stel­lung in Ber­lin, kurz nach sei­nem Tod 2004. Dann aber auch Robert Frank, von dem wir eine Aus­stel­lung mit dem Insti­tut (IfA) anschau­ten. Es gibt also doch nur eine begrenzte Gilde von extrem wich­ti­gen Foto­gra­fen, so dass man nach einer gewis­sen Ein­ar­bei­tungs­zeit rasch wie­der Ver­trau­tes sieht.

Im Foto­mu­seum Win­ter­thur schaute ich mir mit eini­gen PhD-​​Kollegen vom IfA eine Aus­stel­lung von Robert Frank ([en] Wiki­pe­dia) an. Es war der krö­nende Abschluss der PhD semi­nar genann­ten Ver­an­stal­tung, bei der alle Dok­to­ran­den den Stand ihrer For­schun­gen darlegen.

Ich fand die Bil­der der zei­ti­gen Jahre sei­nes Schaf­fens sehr schön, aus­sa­ge­kräf­tige Schwarz-​​Weiß-​​Bilder mit sozi­al­ana­ly­ti­schem Hin­ter­grund. Der Höhe­punkt sei­nes Schaf­fens in die­ser Periode ist der Foto­band The Ame­ri­cans. Dafür reiste er in den 50ern zwei Jahre in ganz Ame­rika herum und wählte aus Tau­sen­den von Fotos die 83 aus, wel­che dann in die­sem Bild­band erschei­nen soll­ten. Er zeich­nete damit ein Por­trät Ame­ri­kas die­ser Zeit, mit den vie­len schwe­len­den Kon­flik­ten. Danach wurde er mehr und mehr expe­ri­men­tell und ver­schwom­men, auch im Fil­me­ma­chen ver­suchte er sich. Mich spra­chen die spä­ten Werke eher weni­ger an. Es kam mir so vor, als hätte er genug „klas­si­sche” Bil­der gemacht und wollte etwas Neues probieren.