Ein neues Jahr hat begon­nen und fällt zusam­men mit den kur­zen Ferien, wel­che der Jah­res­wech­sel so mit sich bringt. Ich habe auf ein­mal Zeit für viele Dinge, für Fami­lie, Freunde und auch für mich. War das letzte Jahr geprägt durch sehr viele ver­schie­dene Akti­vi­tä­ten und Hob­bies, möchte ich mich nun­mehr kon­zen­trie­ren, beruf­lich auf das Schrei­ben der Dis­ser­ta­tion, pri­vat auf das Schauspielen.

Mit dem Ver­fas­sen der Dis­ser­ta­tion endet auch meine Zeit als Dok­to­rand. Vier Jahre mün­den in 100 Sei­ten. Das Ver­fas­sen der Diss ist eine logi­sche Wei­ter­ent­wick­lung von der Diplom­ar­beit mit einem vor­ge­ge­be­nen ein­ge­grenz­ten Thema, über Kon­fe­renz­ar­ti­kel von zwei bis sechs Sei­ten und umfang­rei­chere Arti­kel für wis­sen­schaft­li­che Zeit­schrif­ten. Stets stei­gen die Kom­ple­xi­tät und Selbst­ver­ant­wor­tung für das Geschrie­bene. Somit wäre die Dis­ser­ta­tion der vor­läu­fige Höhe­punkt mei­nes beruf­li­chen, also wis­sen­schaft­li­chen Schaf­fens. Und wie so oft ist das Schwie­rige nicht der Inhalt, in mei­nem Fall vier Stu­dien mit vir­tu­el­len Umge­bun­gen, son­dern der Rah­men und die gro­ßen Schluss­fol­ge­run­gen aus allem. In die­sem Werk führe ich Begriffe ein, erar­beite eine Fra­ge­stel­lung und nutze all dies kon­se­quent im Haupt­teil, um die Expe­ri­mente zu beschrei­ben und aus­zu­wer­ten. Es ist eine Her­aus­for­de­rung, ich freue und fürchte mich zugleich. Denn ich muss mich gleich­sam ein­schlie­ßen und nur dar­auf kon­zen­trie­ren, was ange­sichts all der net­ten Ablen­kun­gen in Form von klei­ne­ren Auf­ga­ben sich schwie­rig gestal­ten dürfte.

Thea­ter ist schon seit Län­ge­rem mein Hobby. Ich stand schon oft auf der Bühne, sehe mich aber noch nicht da, wo ich gern hin möchte. Mein Pro­blem ist das Geküns­telte, Über­trie­bene, Clow­neske, wel­ches ich auf der Bühne ent­wickle. Mein Ideal ist eine rea­lis­ti­sche und glaub­hafte Dar­stel­lung der Rolle. Und davon bin ich noch weit ent­fernt. Für die jetzt lau­fende aki­tiv–Pro­duk­tion „Arka­dien” möchte ich mich inten­si­ver und bewuss­ter mit dem Schau­spiel beschäf­ti­gen. Neben der Thea­ter­gruppe aki­tiv bin ich noch in einer Impro­thea­ter­gruppe dabei. Wenn­gleich sich Impro­thea­ter und die Pro­duk­tion eines fes­ten Stü­ckes unter­schei­den, ist das Kern­ele­ment des authen­ti­schen Dar­stel­lens doch gleich. Wäh­rend man sich beim fest­ge­leg­ten Stück die inne­ren Bil­der und Auf­ga­ben aus dem Stück­text erar­bei­tet, ver­traut das Impro­thea­ter auf die Magie des „ers­ten Mal”, da sich keine Szene wie­der­holt. Jeden­falls werde ich mich jetzt inten­si­ver mit Thea­ter­theo­rie beschäf­ti­gen, zur Zeit lese ich aus­ge­wählte Texte von Sta­nis­law­ski. Mit die­sem Hin­ter­grund­wis­sen und aus­rei­chend Zeit für Rol­len­ar­beit hoffe ich mein schau­spie­le­ri­sches Poten­zial bes­ser zu nutzen.