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mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

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Tag: Skifahren

Der Traum des Ski­tou­ren­gän­gers – ein unbe­rühr­ter Hang mit flau­schi­gem Neu­schnee, durch den man ele­gant abwe­delt, es stiebt meter­hoch nach rechts und links. Der Berg ist natür­lich selbst erkämpft, mit Fel­len hat man ihn kurz vor Mit­tag erstie­gen, mit net­ten Leu­ten und einer Ther­mos­fla­sche vol­ler Tee. Aber was den Traum wirk­lich aus­macht, ist das unbe­schwerte Abfah­ren durch den Tiefschnee.

bergspitzen im winter

Berg­spit­zen beim Skigebiet

Meine ers­ten Ver­su­che sahen da schon etwas anders aus. Ich hatte einen Wochen­end­kurs gebucht, um mich mal unter fach­kun­di­ger Füh­rung mit der Tech­nik im Tief­schnee zu beschäf­ti­gen. Im Ski­ge­biet Lau­cher­nalp kam ich dann in den Genuss von zahl­rei­chen Tiefschnee-​​Abfahrten, immer wie­der bestie­gen wir die Gon­del nach oben, um dann abseits der Piste abzufahren.

alpenglühen

Alpen­glü­hen am Sams­tag Abend

Da ich erst vor ein paar Jah­ren mit dem Ski­fah­ren begon­nen hatte, durfte ich am meis­ten lei­den. Schon meine Grund­tech­nik auf der Piste – oder die Abwe­sen­heit davon – brachte mir eine Ein­zel­lek­tion ein. Zu allem Über­fluss soll­ten wir im Tief­schnee auch noch stän­dig sprin­gen und uns weit nach vorne beu­gen, was mei­nem Sicher­heits­in­stinkt sehr deut­lich wider­sprach. Es war wie an die­sen grau­en­haf­ten ers­ten Tagen auf der Piste. Aber nach und nach gewann ich ein gewis­ses Maß an Kon­trolle und begann auch ein wenig zu sprin­gen. Vom Vor­bild unse­res Berg­füh­rers war ich aber noch Mei­len ent­fernt. Mühe­los wedelte er durch den Schnee, nutzte die Uneben­hei­ten, flog quasi durch die weiße Pracht. Ich war ein­fach nur froh, dass ich mir nichts gebro­chen hatte nach die­sen zwei Tagen. Und mitt­ler­weile fühle ich mich eini­ger­ma­ßen gewapp­net für diese neue Art des Wintersports.

Skifahren in Davos

Feb 19
Allgemein

Es ist nicht weit. Etwas mehr als zwei Stun­den mit dem Zug, dann steigt man in Davos aus und hat die Qual der Wahl zwi­schen zwei recht gro­ßen Ski-​​Gebieten, Par­senn zur Rech­ten und Jakob­shorn zur Lin­ken. Kilo­me­ter von prä­pa­rier­ten Pis­ten war­ten auf die vie­len Tau­send Ski­fah­rer und Snow­boar­der. Auch auf mich, wobei ich mich inzwi­schen mit dem sieb­ten Ski­tag als Fort­ge­schrit­te­nen betrachte und nicht mehr die Anfänger-​​Ski aus­leihe. Es sind jetzt Allround-​​Skier, wel­che ich mit Hilfe der klo­bi­gen Stie­fel an mei­nem Kör­per befes­tige. Etwas län­ger und etwas weni­ger tail­liert als die Anfänger-​​Skier sind sie, grei­fen bes­ser bei höhe­ren Geschwindigkeiten.

Ich mache Fort­schritte, habe es gelernt, immer stei­lere Hänge her­un­ter­zu­fah­ren, meine Wohlfühl-​​Geschwindigkeit immer höher hin­auf­zu­set­zen, auch bei ver­eis­ten, engen Pis­ten eini­ger­ma­ßen gut run­ter­zu­kom­men und mich auch auf unbe­kannte Pis­ten zu wagen. Wobei jetzt auch die Anfangs­eu­pho­rie des schnel­len Fort­schritts vor­bei ist. Das merkte ich heute recht deut­lich am Jakob­shorn. Es ist eine recht lange und gleich­mä­ßig abfal­lende Piste, wel­che wir haupt­säch­lich benutz­ten. Sie ist nicht schwie­rig, ein­fach recht lang. Und an die Gren­zen geriet ich vor allem durch feh­lende Kon­di­tion, wel­che bei höhe­ren Geschwin­dig­kei­ten ein­fach not­wen­dig ist. Sonst kommt man nicht so gut um die Kur­ven. Und so beim drit­ten oder vier­ten Mal mel­de­ten sich die Ober­schen­kel und rie­fen mich zur Mäßi­gung auf. Schnel­le­res Fah­ren ver­langt mehr Kraft, wel­che ich ein­fach noch nicht habe. Oder ich mache was falsch und fahre zu kraftin­ten­siv. Auf jeden Fall ist es nicht mehr so ein­fach, bes­ser zu wer­den. Es wird lang­sam anstrengend.