Zum Inhalt springen

mathias wellner

theater, schauspiel und bergsport

Archiv

Tag: Sonntag

Was macht man an einem grauen Sams­tag? Was tun mit einem Tag, an dem früh der Blick aus dem Fens­ter schon nach hun­dert Metern ste­cken bleibt im dich­ten Nebel? Kein Üetli­berg zu sehen gegen­über. Eine leise Hoff­nung und ein spon­ta­ner Ent­schluss am Vor­abend lässt mich um neun am Bahn­hof ste­hen. Mit einem Kol­le­gen fahre ich nach Hin­wil, um den dor­ti­gen Aus­flugs­hü­gel Bach­tel zu erklimmen.

Oben ange­kom­men, bot sich uns dann fol­gen­des Bild beim Aussichtsturm.

Wir haben es dann unter­las­sen, die vie­len Stu­fen zu erklim­men, um oben voll­ends von der wei­ßen Suppe umge­ben zu sein. Eigent­lich sieht man von hier aus den Züri-​​See, viele andere schöne Berge und sogar die fer­nen Alpen­rie­sen. Heute war damit nichts. Aber zumin­dest etwas Bewegung.

Morgenstimmung

Okt 23
Allgemein

Ein ver­reg­ne­ter Sonn­tag hat begon­nen. Das all­mor­gend­li­che Ritual des Fensterladen-​​Zurückklappens gab mir einen Blick auf grauen Him­mel und umwölkte Berg­ket­ten frei. Kein guter Tag zum Drau­ßen­sein, zudem reg­net es noch. Auch das ist Zürich.

Die Glo­cke der Kir­che ist längst ver­klun­gen, direkt gegen­über, viel­leicht hun­dert Meter von mir, wird die hei­lige Messe gefei­ert. Es ist schon iro­nisch, dass die katho­li­sche Kir­che mir jetzt plötz­lich so nahe ist. Dabei ist die­ses Exem­plar, was ich mit einer Kopf­dre­hung nach rechts so unmit­tel­bar vor mir sehe, ein sehr schö­nes. In den 70ern ent­stan­den, klare For­men außen, mit einem spit­zen Turm, so spitz, als wolle er den Him­mel auf­spie­ßen. Innen Holz­ver­tä­fe­lung — wun­der­bare Atmo­sphäre, es knackt und arbei­tet stän­dig, wirkt leben­dig, schlicht und spar­ta­nisch. Der Vor­hof ein Fünf­eck, mit dem Turm an einer Seite, gegen­über vom Ein­gang, ist doch kein regel­mä­ßi­ges, die bei­den Sei­ten schei­nen parallel.

Was mache ich heute? Auf mei­ner Tafel hatte ich ges­tern vier Sachen notiert, alle sind sie geschafft, abge­hakt. Der Flug nach Ber­lin und zurück ist gebucht, damit wären die logis­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen für Weih­nach­ten gesetzt. Und im Novem­ber bin ich mal wie­der in Dres­den, die CityNightLine-​​Tickets hän­gen an der Pinn-​​Wand. Ein Buch habe ich noch been­det: „Das Buch des Vaters” von Urs Wid­mer. Es wird Thema nächs­ten Diens­tag sein, im Lite­ra­turzir­kel. Zum ers­ten Mal gehe ich dort hin, in der Hoff­nung, Men­schen zu fin­den, mit denen ich mich über Lite­ra­tur und ähnlich künst­le­ri­sche Dinge unter­hal­ten kann. Ein Aus­gleich zur Tech­nik, die mich sonst immer umgibt. Die AVETH-​​Homepage zie­ren jetzt auch zwei Texte von mir, zu rela­tiv aktu­el­len The­men, wel­che die Dok­to­ran­den der ETH betreffen.

Das gibt Raum. Raum für Kla­vier­spie­len, viel­leicht gehe ich auch in irgend­ein Museum, mir eine Aus­stel­lung anschauen. Es gibt was über Adal­bert Stif­ter. Kenne ihn sonst nicht, habe nichts von ihm gele­sen. Naja, eine wei­tere intel­lek­tu­elle Insel mit Ver­bin­dun­gen zu ande­ren Inseln. Ich fühle mich ein wenig träge. Was bedeu­tet Ent­span­nung? Ein­fach nichts tun? Kann ich mir schlecht vor­stel­len, ein­fach nur da zu sitzen.