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Tag: technik

Der Traum des Ski­tou­ren­gän­gers – ein unbe­rühr­ter Hang mit flau­schi­gem Neu­schnee, durch den man ele­gant abwe­delt, es stiebt meter­hoch nach rechts und links. Der Berg ist natür­lich selbst erkämpft, mit Fel­len hat man ihn kurz vor Mit­tag erstie­gen, mit net­ten Leu­ten und einer Ther­mos­fla­sche vol­ler Tee. Aber was den Traum wirk­lich aus­macht, ist das unbe­schwerte Abfah­ren durch den Tiefschnee.

bergspitzen im winter

Berg­spit­zen beim Skigebiet

Meine ers­ten Ver­su­che sahen da schon etwas anders aus. Ich hatte einen Wochen­end­kurs gebucht, um mich mal unter fach­kun­di­ger Füh­rung mit der Tech­nik im Tief­schnee zu beschäf­ti­gen. Im Ski­ge­biet Lau­cher­nalp kam ich dann in den Genuss von zahl­rei­chen Tiefschnee-​​Abfahrten, immer wie­der bestie­gen wir die Gon­del nach oben, um dann abseits der Piste abzufahren.

alpenglühen

Alpen­glü­hen am Sams­tag Abend

Da ich erst vor ein paar Jah­ren mit dem Ski­fah­ren begon­nen hatte, durfte ich am meis­ten lei­den. Schon meine Grund­tech­nik auf der Piste – oder die Abwe­sen­heit davon – brachte mir eine Ein­zel­lek­tion ein. Zu allem Über­fluss soll­ten wir im Tief­schnee auch noch stän­dig sprin­gen und uns weit nach vorne beu­gen, was mei­nem Sicher­heits­in­stinkt sehr deut­lich wider­sprach. Es war wie an die­sen grau­en­haf­ten ers­ten Tagen auf der Piste. Aber nach und nach gewann ich ein gewis­ses Maß an Kon­trolle und begann auch ein wenig zu sprin­gen. Vom Vor­bild unse­res Berg­füh­rers war ich aber noch Mei­len ent­fernt. Mühe­los wedelte er durch den Schnee, nutzte die Uneben­hei­ten, flog quasi durch die weiße Pracht. Ich war ein­fach nur froh, dass ich mir nichts gebro­chen hatte nach die­sen zwei Tagen. Und mitt­ler­weile fühle ich mich eini­ger­ma­ßen gewapp­net für diese neue Art des Wintersports.

Für fünf Tage tauschte ich die Annehm­lich­kei­ten des Stadt­le­bens gegen karge Berg­land­schaf­ten, fernab von jeg­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln. Es war eine sehr for­dernde, aber auch extrem loh­nende Tour im Bernina-​​Gebiet.

  1. Aus­bil­dung am Piz Tro­vat (3146 m), Über­nach­tung Berg­ho­tel Dia­vo­lezza (2973 m)
  2. Pers– und Morta­ratsch­glet­scher, Über­nach­tung Boval-​​Hütte (2495 m)
  3. Piz Morta­ratsch (3751 m), Tschierva-​​Hütte (2584 m)
  4. Eis– und Fels­aus­bil­dung, Coaz-​​Hütte (2610 m)
  5. Pass­über­schrei­tung Four­cla Fex-​​Roseg (3068 m), Furtschella-​​Station, Heimreise

Auf dem Gletscher

Völ­lig neu für mich war das Bege­hen von Glet­schern und der Umgang mit Steig­ei­sen, Pickel und ver­kürz­tem Seil. Die Gefahr beim Gehen auf dem Eis ist das Hin­un­ter­fal­len in eine Glet­scher­spalte. Beson­ders bei Neu­schnee kön­nen Spal­ten bedeckt und damit unsicht­bar sein. Des­halb geht man an einem Seil, je nach Schwie­rig­keit des Gelän­des min­des­tens in Zweier-​​Seilschaften. Wir hat­ten dafür ein 50 m-​​Halbseil, wobei sich der Vor­derste und Hin­terste einen Teil des Seils in Schlau­fen um den Kör­per legen. Somit ver­blei­ben zwi­schen den bei­den Alpi­nis­ten noch 5–10 m Seil. Zu zweit emp­fiehlt sich noch das Anbrin­gen von Kno­ten, wel­che den Sturz in eine Spalte brem­sen kön­nen, da sich das Seil in die­sem Fall ins Eis einschneidet.

Steig­ei­sen sind essen­zi­ell zum Bege­hen von Glet­schern, sobald diese geneigt oder ver­eist sind. Bis zu zwölf Zacken boh­ren sich in den Unter­grund. Ich fand es erstaun­lich, wel­che Hang­nei­gung man mit etwas Übung bewäl­ti­gen kann, 45° sind kein Pro­blem. Wich­tig ist jedoch, dass immer mög­lichst alle Zacken im Eis sind, seit­li­ches Ver­kan­ten ist gefähr­lich. Die Vor­aus­set­zung für das sichere Mon­tie­ren von Steig­ei­sen ist, dass die ver­wen­de­ten Berg­schuhe steig­ei­sen­fest sind, also mög­lichst robust und mit stei­fer Sohle. Um sich selbst nicht zu ver­let­zen, läuft man breit­bei­nig in Cowboy-​​Manier.

Der mas­sive orange-​​griffige ASVZ-​​Eispickel war im stei­len Gelände unser ste­ter Beglei­ter. Man kann sich mit dem spit­zen Stie­lende (Spitz) abstüt­zen, an der Schau­fel anfas­sen und mit Haue und Spitz einen zuver­läs­si­gen Griff haben oder sich einen Stand pickeln.

Jeden­falls war es eine fas­zi­nie­rende neue Welt, in die wir mit einem erfah­re­nen Berg­füh­rer (Ste­fan Felix, sehr zu emp­feh­len) vor­ge­sto­ßen sind.

Ich liebe die Schweiz! Ges­tern war ich zum Ski­lang­lauf in Lan­gis, schö­ner, nur leicht mat­schi­ger Schnee und früh­lings­hafte Tem­pe­ra­tu­ren, heute radelte ich mit dem Renn­rad um den Grei­fen­see. Schnee­sport und Grillier-​​Stimmung am See an einem Wochen­ende — das gibt es nicht über­all. Und mor­gen wer­den mich meine Beine umbringen…

Span­nend war noch die Skilanglauf-​​Privat-​​Stunde. Ich habe das ja schon oft gemacht und dachte, ich beherr­sche die Grund­tech­nik. Aber weit gefehlt! Es gab da noch eini­ges zu ver­bes­sern, ange­fan­gen vom essen­zi­el­len Hüft­schwung — da muss ich sofort an Tango den­ken — über die Vor­wärts­nei­gung des Ober­kör­pers bei erho­be­nem Blick bis hin zum rich­ti­gen Stock­ein­satz. Und so drehte ich danach meine Run­den und ver­suchte mich auf all diese Dinge zu konzentrieren.

Wie lernt man am effi­zi­en­tes­ten Theatertexte?

Ich werde mich hüten, diese Frage all­um­fas­send beant­wor­ten zu wol­len. Aber ich möchte eine Methode dar­le­gen, die für mich funk­tio­niert. Das Wesent­li­che mei­ner Her­an­ge­hens­weise besteht darin, mir immer nur soviel Text vor­zu­neh­men, wie ich fas­sen kann. Am Anfang sind das Satz­teile, spä­ter Sätze, noch spä­ter Sei­ten, irgend­wann Szenen.

1. Text­ler­nen

Wenn ein Text neu ist, nehme ich mir einen Satz­teil vor und lese ihn mehr­mals. Dann schaue ich vom Text weg und wie­der­hole diese Pas­sage aus­wen­dig. Wenn das nicht klappt, lese ich noch­mals. Not­falls teile ich die Pas­sage in klei­nere Hap­pen auf. Wenn ich eine Pas­sage kann, kommt der nächste Satz­teil, wie­der lesen, dann ohne Text wie­der­ho­len. Wenn das klappt, nehme ich den gan­zen Satz und wie­der­hole den. So taste ich mich lang­sam voran, Neben­satz für Neben­satz, bis der gesamte Ein­satz kom­plett ist. Dann wie­der von vorn auf­sa­gen ohne dabei in den Text zu schauen. Immer nur so große Häpp­chen, dass mein Gehirn das fas­sen kann.

2. Trai­nie­ren mit Einsätzen

Ich denke, dass die Wie­der­ho­lun­gen mit Ein­sät­zen das Ent­schei­dende sind. Also eine wirk­lich selbst­kri­ti­sche Abfrage, bei der ich den Text ver­de­cke. Dabei schiebe ich meine Hand oder ein Stück Papier lang­sam nach  unten und stoppe, wenn ich an einem Ein­satz ange­langt bin. Es ist dann wie in der Probe, die ande­ren sagen ihre Sachen und dann muss man irgend­wann auf die­ses Signal hin sei­nen Text brin­gen. Durch diese Methode merke ich, ob ich auf den Ein­satz hin mei­nen Text beherr­sche. Es ähnelt dem Voka­bel­ler­nen mit dop­pelt bedruck­ten Kärt­chen. Man sieht das deut­sche Wort und muss das fremd­spra­chige wissen.

Was man nicht tun sollte, ist ein­fach nur lesen, leicht lässt man sich mit­reis­sen, ohne wirk­lich Text zu ler­nen dabei. Beim Lesen ist es klar, erst bei einer wirk­li­chen Abfrage merkt man, ob man den Text auch beherrscht. Für mich ist der Text immer der Anfang, das Spie­len ergibt sich dann erst spä­ter, also Beto­nung, Inten­sion, Hin­ter­ge­dan­ken, Mimik.

Ana­lo­gie zum Ler­nen von Klavierstücken

Beim Kla­vier­spie­len ist es das Glei­che. Ich will auch immer lie­ber das ganze Stück spie­len, obwohl ich ein­zelne Takte noch gar nicht beherr­sche. Man betrach­tet dann ein­zelne Takte, bei kom­pli­zier­ten Pas­sa­gen auch nur ein­zelne Töne. Wie greife ich um zwi­schen die­sen bei­den Akkor­den? Erst wenn man das oft genug wie­der­holt und auto­ma­ti­siert hat, kann man sich wie­der hin­aus bewe­gen und den Takt oder die Pas­sage anschauen. Es mag unter­schied­lich sein, da beim Kla­vier­spie­len Moto­rik eine Rolle spielt, aber das Prin­zip der kleins­ten fass­ba­ren Ein­heit ist für beide Domä­nen anwendbar.

Was für ein Stück! Ich bin beein­druckt, schwelge immer noch in süßen Erin­ne­run­gen. Genial Tom Quaas als macht­be­ses­se­ner Tyrann, der für die Königs­krone über Lei­chen geht und dann, am Ziel sei­ner Träume, unfä­hig ist zu regie­ren. Seine Wand­lung vom eis­kal­ten Macht­men­schen zum wahn­sin­ni­gen, selbst­zer­stö­re­ri­schen Dik­ta­tor war wun­der­bar zu beobachten.

Was ich nicht ganz so toll fand, war die Büh­nen­tech­nik, die im Über­maß ein­ge­setzt wurde. Stän­dig drehte sich eine Wand oder ein Bogen im Kreise herum, diese Dreh­scheibe nahm einen Groß­teil der Bühne ein und zwang die Schau­spie­ler gele­gent­lich zu lus­tig anzu­schau­en­den Seit­wärts­schrit­ten, die so aus­se­hen soll­ten, als blie­ben sie am Fleck.

Zitate

Nun ward der Win­ter unsers Miß­ver­gnü­gens
Glor­rei­cher Som­mer durch die Sonne Yorks;
Die Wol­ken all, die unser Haus bedräut,
Sind in des Welt­meers tie­fem Schoß begraben.

Ein Pferd! ein Pferd! mein König­reich für ein Pferd!