Wintereinbruch Ende Oktober

Es war der früheste Wintereinbruch, an den ich mich erinnern kann. Bereits am 28. Oktober meldete sich der Winter zu Wort und bedeckte Zürich mit einer dicken Schicht Neuschnee. Damit findet der goldene Herbst ein abruptes Ende. Noch vor einer Woche stand ich bei schönstem Herbstwetter auf dem Speer, heute stapfte ich durch die weiße Pracht. Weiterlesen →

Habe ach! studiert (Studententheater Zürich)

Das StuThe versprach einen Abend frei nach Faust, der sich aber doch nur sehr sporadisch in die freien Szenen aus dem Studentenleben hineingeschlichen hatte. Den roten Faden durch den Abend verkörperte der stets präsente Teufel (Lukas Wallimann), der als Universitätsprofesser einführte und dann auch mal in diesen und mal in jenen Studenten schlüpfte. Der Teufel wollte die Studenten von ihrem geraden Weg des Lernens abbringen, säte Zwietracht in der Bibliothek, weckte den Wunsch nach dem spontanen Wechsel des Studiums, vergällte die Freude an der Forschung, am Arbeits- und Liebesleben und sogar an der Gründung eines eigenen Unternehmens. Weiterlesen →

Rietbergregensonntagnachmittag

Was macht der kultivierte Stadtzürcher an einem regnerisch-kalten Sonntagnachmittag? Er setzt sich ins Tram Nummer Sieben und fährt in den Süden der Stadt, vorbei am Bahnhof Enge zum Museum Rietberg. Am höchsten Punkt einer beschaulichen Parkanlage mit alten Villen befindet sich der Museumsneubau. Oberirdisch ist nur der Empfangsbereich und das Museumsgeschäft in einem quaderförmigen Glasgebäude mit markanter Musterung, Smaragd genannt. Die Ausstellungen verbergen sich in zwei Untergeschossen, welche den Oberbau flächenmäßig weit übertreffen. Weiterlesen →

Morgenspaziergang

Sonntag Morgen, Kirchenglocken läuten, ein paar Wolken ziehen am Himmel, endlich Sonnenschein nach so viel Regen. Eigentlich wollte ich im Engadin sein, aber gestern sah es dort trübe aus, eine frustrierte SMS erreichte mich am frühen Morgen. Schon wieder abgesagt, aufgeschoben die Tour, im September vielleicht. Ist der Sommer schon vorbei? Ich machte Mut, der Sommer kommt bestimmt nochmal zurück. Ich gehe ohne Frühstück spazieren heute, möchte die Sinne ganz öffnen. Weiterlesen →

Schnebelhorn

Es war eine schöne Samstag-Nachmittag-Wanderung. Nicht zu weit entfernt von Zürich liegt mit dem Schnebelhorn (1292 m) die höchste Erhebung des Kantons. Über bewaldete Hügel wanderten wir aus dem Tal hoch zum Berg. Es war echt angenehm, es muss ja nicht immer kahles Hochgebirge sein. Vorbereitung aufs Wandern Um uns herum weideten Kühe und eindrücklich war das Summen aufgescheuchter Fliegen, die es sich auf den Kuhfladen gemütlich gemacht hatten und durch uns gestört wurden. Weiterlesen →

Üetliberg

Der unaussprechliche Name, zumindest am Anfang, für die Neuankömmlinge aus dem Norden, Doppelvokal wie beim Grüezi, man erkennt die Deutschen sofort. In der Bahn sind vor allem Familien mit Schlitten, das Wetter traumhaft sonnig heiter, aber oben die Einsicht, es gibt keine Fernsicht, dabei wollten wir doch Landschaftsfotografie trainieren heute. Es ist dunstig, die Alpenriesen verbergen sich hinter einem weißen Schleier. Was bleibt, sind Nahaufnahmen und das obligatorische Foto der Tische von oben, heute mit schönen Schatten. Weiterlesen →

Toneelgroep Amsterdam – Romeinse tragedies

Im Rahmen des Zürcher Theaterspektakels besuchte ich heute die Römischen Tragödien der holländischen Gruppe Toneelgroep Amsterdam. Ausgangspunkt der ambitionierten Produktion waren die drei Shakespeare-Tragödien Coriolanus, Julius Caesar, and Antony and Cleopatra. Die Inszenierung nutzte eine moderne Übersetzung ins Holländische (soweit ich das anhand der deutschen Simultanübertitel beurteilen kann) und stellte alle wesentlichen Charaktere in Business-Kleidung dar. Ort war ebenfalls eine Business-Lounge, als Zuschauer konnte man sich frei bewegen. Ich probierte das auch aus, jedoch spielten die meisten Szenen dann doch auf der Bühne zwischen Lounge und Zuschauerraum, so dass man vom normalen Sitzplatz den besten Blick auf die Geschehnisse hatte. Weiterlesen →

Russland gegen die Niederlande in der Fanzone Zürich

Die Fanzone in Zürich befindet sich direkt am Bellevue und damit in der Nähe des Sees. Man kommt nicht einfach so hinein, Sicherheitsleute überprüfen, ob man einen der verbotenen Gegenstände bei sich hat. Mit meinem Rucksack habe ich gemischte Erfahrungen gemacht, manchmal durfte ich ihn mit reinnehmen, manchmal nicht. Aber im Wesentlichen geht es um die kommerziellen Interessen der Standbetreiber, die ihr Bier für 6 CHF (4 EUR) an die durstigen und euphorisierten Fans verkaufen. Weiterlesen →

Besuch aus Berlin

Drei Tage durchatmen, Theaterbesuch, Käsefondue, Pilatus, Flanieren am See – Besuche sind eine hervorragende Erfindung. Noch dazu so nette wie Kristina, die ich schon seit der Schule kenne. Gemeinsam verbrachten wir drei wundervolle, entspannte, ereignisreiche Tage. Das war für mich wie ein Kurzurlaub, andere Gedanken, Natur, Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Aber der für Mittwoch geplante Drehtermin fürs Schweizer Fernsehen warf seine Schatten voraus, auf dem Pilatus ereilte mich ein Anruf, dass die von mir programmierten Klänge zur falschen Zeit kämen. Weiterlesen →

Sonntag Morgen

An manchen Tagen macht es keinen Spaß aufzustehen. Wenn man die Gardinen zurück zieht und sich einem statt einer sonnigen Morgenstimmung nur der Ausblick auf Nebelfelder bietet, könnte man auch gleich im Bett liegen bleiben. Nicht einmal der Üetliberg ist zu sehen mit seinem Antennenturm und der Aussichtsplattform. Es ist alles so gedämpft, ich kann mich nicht einmal an die Kirchenglocken erinnern, die mich sonst jeden Sonntag Morgen eindringlich an die Nachbarschaft eines Kirchengebäudes erinnern. Weiterlesen →