Hier auf dieser Seite möchte ich einen Überblick meiner Theatererfahrungen präsentieren. Ich habe diese Erfahrungen vor allem mit der Gruppe akitiv in Zürich gesammelt. Die Kategorie Theater enthält weitere Weblog-Einträge, die etwas mit Theater zu tun haben.
Was mich am Theater fasziniert, ist seine Fähigkeit Menschen in den Bann zu ziehen, sei es mit einer Geschichte, sei es mit bewegenden Emotionen oder sei es mit Humor. Außerdem war es eine vorzügliche Gelegenheit, in einer fremden Stadt Anschluss an gleichgesinnte Leute zu finden und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
2006: Man kann nie wissen (Bernard Shaw)
Mein erster Einsatz kam durch die plötzliche Absage einer Mitwirkenden zustande. Es war eine Nebenrolle frei, ideal zum Einsteigen. Ich spielte Walter Bohun, einen Anwalt. Dieser löst am Ende des Stückes die Streitereien in der Familie durch eine Art Richterspruch auf. Was ich bei der Lektüre des Stückes als eine sehr autoritäre, imposante Rolle verstanden hatte, verwandelte sich dann jedoch immer mehr in eine Art Clown. Unterstützt wurde diese Wirkung durch unsere lustigen Kostüme, ich erhielt einen Strohhut, einen Yoyo und eine rote Nase.
An meine Grenzen geriet ich schon bei der ersten Probe, ich sollte auf besondere Art laufen und dabei meinen Text sagen. Schon das überforderte mich. Ich war beim Text noch nicht so ganz sicher und musste da noch zu viel überlegen, da blieb einfach keine geistige Kapazität für meine Bewegung übrig. Im Grunde war das ein wichtiges Schlüsselerlebnis für mich, auf der Bühne muss man selbst einfachste Handlungen neu lernen. Es herrschen andere Gesetze.
2007: Die Lästerschule (Richard Sheridan)
Beim zweiten Stück meiner akitiv-Karriere erhielt ich mit Joseph Surface eine Hauptrolle. Es handelt sich um einen Heuchler, der seine niederträchtigen Ziele mit Hilfe von Intrigen verfolgt. Er umgarnt die eine Frau wegen des Geldes und versucht gleichzeitig, eine andere zu verführen. So verwegen und frech seine Ansinnen, so tief der Sturz, als am Ende des Stückes alles ans Licht kommt.
Unser Regisseur hat mich sehr stark gefordert, war ihm diese Rolle doch sehr wichtig. Besonders die Verführungsszene wollte lange Zeit nicht so recht überzeugend gelingen, auf der Bühne ist das recht schwierig. Aber durch häufige Proben und Geduld kamen wir Schritt für Schritt zu einem recht guten Ergebnis. Anstrengend und intensiv — so fand ich das gut.
2008: Da waren’s nur noch neun (Agatha Christie)
Ein Jahr später war ein bekannter Krimi von Agatha Christie dran, damit erreichten wir das zweitbeste Zuschauerergebnis in der akitiv-Geschichte. Ich spielte einen Staatsanwalt/Richter, der sich am Ende als der Mörder entpuppt. Der Gruppen– und Probenprozess lief durch einen durchsetzungsfähigen Regisseur, der alle einbinden konnte, hervorragend. Bei dieser Produktion lernte ich vor allem, dass auf der Bühne weniger mehr ist. Zu stark hatte ich mit Mimik und Gesten gearbeitet, ein sehr reduziertes Spiel mit der Betonung an den richtigen Stellen kommt wesentlich besser an. Die Herausforderung war wieder das Gehen, ich sollte für den finalen Auftritt ganz locker und entspannt auf die Bühne gehen. So ganz habe ich das wohl nicht hinbekommen, aber ich genoss es, an der Grenze des mir Möglichen zu spielen.
2009: Arkadien (Tom Stoppard)
Nach zwei Produktionen mit größeren Rollen erwischte ich diesmal zwei kleinere Rollen. Ich war dadurch nicht so stark eingebunden und fühlte mich auch nicht so richtig gefordert. Das Endresultat war sehr ansprechend, wir erhielten viele positive Rückmeldungen. Damit stimmte zwar das Gesamte, aber für mich war der Entstehungsprozess weniger reizvoll.


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