Hier auf die­ser Seite möchte ich einen Über­blick mei­ner Thea­ter­er­fah­run­gen prä­sen­tie­ren. Ich habe diese Erfah­run­gen vor allem mit der Gruppe aki­tiv in Zürich gesam­melt. Die Kate­go­rie Thea­ter ent­hält wei­tere Weblog-​​Einträge, die etwas mit Thea­ter zu tun haben.

Was mich am Thea­ter fas­zi­niert, ist seine Fähig­keit, Men­schen in den Bann zu zie­hen, sei es mit einer Geschichte, mit bewe­gen­den Emo­tio­nen oder mit Humor. Außer­dem war es eine vor­züg­li­che Gele­gen­heit, in einer frem­den Stadt Anschluss an gleich­ge­sinnte Leute zu fin­den und gemein­sam etwas auf die Beine zu stellen.

2011: Robert Gern­hardt – Toscana-​​Therapie (dramateure)

Die dra­ma­teure ent­wi­ckel­ten sich aus dem aki­tiv. Das Ziel war es, andere Stü­cke als beim aki­tiv üblich zu insze­nie­ren. Die erste Pro­duk­tion war zeit­lich sehr knapp bemes­sen, in nur zwei Mona­ten stell­ten wir aber eine pas­sa­ble Insze­nie­rung auf die Beine. Ich durfte gleich auch noch die Haupt­rolle über­neh­men, was mich durch die zeit­gleich statt­fin­dende Pro­duk­tion Halb­kon­takt stark forderte.

Sze­nen­foto „Toscana-​​Therapie” (Foto von Alex­an­der Zipes)

2011: Lisa Stad­ler – Halb­kon­takt (ZES)

Seit März 2010 besuchte ich flei­ßig Schauspiel-​​Kurse bei Marco Hausammann-​​Gilardi. Zum ers­ten Mal beschäf­tigte ich mich wirk­lich inten­siv mit der Tech­nik des Schau­spiels und erhielt von Marco viele wert­volle Hin­weise. Ein spe­zi­el­ler Kurs bestand in der gemein­sa­men Durch­füh­rung einer Pro­duk­tion, zu viert ent­schie­den wir uns für das Stück Halb­kon­takt der Zür­cher Auto­rin Lisa Stad­ler. Marco führte Regie und es ent­stand eine sehr phy­si­sche Insze­nie­rung der Vor­lage mit vie­len schnel­len Wech­seln. Ich musste einige Blo­cka­den in mir lösen, damit ich der Rolle gerecht wer­den konnte.

szenenfoto (halbkontakt)

Sze­nen­foto „halb­kon­takt” (Foto von Michael Karrer)

2010: Urs Wid­mer – Top Dogs (Stu­den­ten­thea­ter Zürich)

Gemein­sam mit Sarah stieg ich Anfang 2010 beim Stu­den­ten­thea­ter Zürich ein. Ich hatte 2005 deren Insze­nie­rung von Fried­rich Dür­ren­matts – Der Meteor gese­hen, und war wenig begeis­tert (siehe Weblog-​​Beitrag). Aber das Stück „Top Dogs” reizte mich ein­fach, besuchte ich doch im Okto­ber 2009 selbst einen Outplacement-​​Kurs.

Szenenfoto "Top Dogs"

Sze­nen­foto „Top Dogs” (Foto von Ste­fan Christiani)

Bei der Rol­len­ge­stal­tung ließ uns der Regis­seur viel Frei­heit. Vom Stück her sind die Rol­len recht über­zeich­nete Klischee-​​Figuren, ich ver­suchte mich als arro­gan­ter, Porsche-​​fahrender Schür­zen­jä­ger. Das war for­dernd, ist diese Rolle doch recht weit von mei­nem nor­ma­len Natu­rell entfernt.

Weblog-​​Beiträge

2010: Jan Weis­sen­fels – Nach Hause (akitiv)

Für die Aarauer Thea­ter­tage wurde ein Auto­ren­wett­be­werb aus­ge­schrie­ben, auf einer Seite musste das Thea­ter­stück Platz haben. Aus den vie­len hun­dert Ein­sen­dun­gen wählte eine Jury dann fünf Gewin­ner, eines die­ser „Mini-​​Dramen” insze­nier­ten wir dann mit akitiv-​​Leuten. Tobias führte wie schon bei Arka­dien Regie, der Auf­wand für uns Schau­spie­ler war ver­gleichs­weise gering.

Ich spielte einen wort­lo­sen Body­guard und hatte dann kurze Zeit spä­ter als box­freu­di­ger Jog­ger auch ein paar Zei­len. Das Stück kam sehr gut an bei den Zuschau­ern, wir hat­ten aus dem offe­nen Text sehr bunte Cha­rak­tere und eine schöne Insze­nie­rung erarbeitet.

2009: Tom Stop­pard – Arka­dien (akitiv)

Nach zwei Pro­duk­tio­nen mit grö­ße­ren Rol­len erwischte ich dies­mal zwei klei­nere Rol­len. Ich war dadurch nicht so stark ein­ge­bun­den und fühlte mich auch nicht so rich­tig gefor­dert. Das End­re­sul­tat war sehr anspre­chend, wir erhiel­ten viele posi­tive Rück­mel­dun­gen. Damit stimmte zwar das Gesamte, aber für mich war der Ent­ste­hungs­pro­zess weni­ger reizvoll.

Gus Coverly

Sze­nen­foto „Arkadien”

2008: Aga­tha Chris­tie – Da waren’s nur noch neun (akitiv)

Ein Jahr spä­ter war ein bekann­ter Krimi von Aga­tha Chris­tie dran, damit erreich­ten wir das zweit­beste Zuschauer­er­geb­nis in der akitiv-​​Geschichte. Ich spielte einen Staatsanwalt/​Richter, der sich am Ende als der Mör­der ent­puppt. Der Grup­pen– und Pro­ben­pro­zess lief durch einen durch­set­zungs­fä­hi­gen Regis­seur, der alle ein­bin­den konnte, her­vor­ra­gend. Bei die­ser Pro­duk­tion lernte ich vor allem, dass auf der Bühne weni­ger mehr ist. Zu stark hatte ich mit Mimik und Ges­ten gear­bei­tet, ein sehr redu­zier­tes Spiel mit der Beto­nung an den rich­ti­gen Stel­len kommt wesent­lich bes­ser an. Die Her­aus­for­de­rung war wie­der das Gehen, ich sollte für den fina­len Auf­tritt ganz locker und ent­spannt auf die Bühne gehen. So ganz habe ich das wohl nicht hin­be­kom­men, aber ich genoss es, an der Grenze des mir Mög­li­chen zu spielen.

Ohnmacht

Sze­nen­foto „Da waren’s nur noch neun”

2007: Richard She­ridan – Die Läs­ter­schule (akitiv)

Beim zwei­ten Stück mei­ner akitiv-​​Karriere erhielt ich mit Joseph Sur­face eine Haupt­rolle. Es han­delt sich um einen Heuch­ler, der seine nie­der­träch­ti­gen Ziele mit Hilfe von Intri­gen ver­folgt. Er umgarnt die eine Frau wegen des Gel­des und ver­sucht gleich­zei­tig, eine andere zu ver­füh­ren. So ver­we­gen und frech seine Ansin­nen, so tief der Sturz, als am Ende des Stü­ckes alles ans Licht kommt.

Lady Teazle, Joseph Surface

Sze­nen­foto „Die Lästerschule”

Unser Regis­seur hat mich sehr stark gefor­dert, war ihm diese Rolle doch sehr wich­tig. Beson­ders die Ver­füh­rungs­szene wollte lange Zeit nicht so recht über­zeu­gend gelin­gen, auf der Bühne ist das recht schwie­rig. Aber durch häu­fige Pro­ben und Geduld kamen wir Schritt für Schritt zu einem recht guten Ergeb­nis. Anstren­gend und inten­siv – so fand ich das gut.

2006: Ber­nard Shaw – Man kann nie wis­sen (akitiv)

Mein ers­ter Ein­satz kam durch die plötz­li­che Absage einer Mit­wir­ken­den zustande. Es war eine Neben­rolle frei, ideal zum Ein­stei­gen. Ich spielte Wal­ter Bohun, einen Anwalt. Die­ser löst am Ende des Stü­ckes die Strei­te­reien in der Fami­lie durch eine Art Rich­ter­spruch auf. Was ich bei der Lek­türe des Stü­ckes als eine sehr auto­ri­täre, impo­sante Rolle ver­stan­den hatte, ver­wan­delte sich dann jedoch immer mehr in eine Art Clown. Unter­stützt wurde diese Wir­kung durch unsere lus­ti­gen Kos­tüme, ich erhielt einen Stroh­hut, einen Yoyo und eine rote Nase.

An meine Gren­zen geriet ich schon bei der ers­ten Probe, ich sollte auf beson­dere Art lau­fen und dabei mei­nen Text sagen. Schon das über­for­derte mich. Ich war beim Text noch nicht so ganz sicher und musste da noch zu viel über­le­gen, da blieb ein­fach keine geis­tige Kapa­zi­tät für meine Bewe­gung übrig. Im Grunde war das ein wich­ti­ges Schlüs­sel­er­leb­nis für mich, auf der Bühne muss man selbst ein­fachste Hand­lun­gen neu ler­nen. Es herr­schen andere Gesetze.