Amokfahrt in Leipzig
Fassungslos lässt mich die Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt zurück, zwei Menschen verloren am Montag Nachmittag ihr Leben. Oft bin ich dort auf der Grimmaischen Straße unterwegs, diese belebte Fußgängerzonenstraße ist die Ost-West-Achse der Innenstadt.
Vom Augustusplatz kann man dort einbiegen, läuft vorbei am Vapiano links, am Lukas-Bäcker rechts, am Kunstwerk der “Unzeitgemäßen Zeitgenossen” mitten auf dem Weg, dann links Thalia, danach Galeria Kaufhof und Zeitgeschichtliches Forum, danach rechts der Naschmarkt mit Goethe-Denkmal und gegenüber der Eingang zur Mädlerpassage mit Auerbachs Keller, dann rechts das Alte Rathaus und der Marktplatz, der abgeschlossen wird vom Curry Cult und dem Breuninger, danach kommt links die Thomaskirche. Genau dort ist der Mann langgerast mit seinem SUV, kam erst vor dem Café Pascucci zum Stehen.
Ich war daheim am Arbeiten, aber die Nähe macht etwas mit mir, ich hätte dort sein können. Hätte selbst betroffen sein können, wer rechnet schon mit so einer Tat an einem sonnig-warmen Nachmittag? Wie viel Zeit bleibt zum Reagieren, wenn da plötzlich ein Automotor hinter einem aufdreht?
Vermutlich wird man diese Einfahrt jetzt besser schützen, mit Pollern oder wie auch immer. Die Lieferung der Waren an die vielen Geschäfte muss ja weiterhin möglich sein, völlige Abschirmung geht nicht. Aber die Erinnerung an diesen Montag wird künftig mit dabei sein an der Grimmaischen Straße, die Vorstellung, dass sowas möglich ist.