Mathias Wellner

Woyzeck im Schauspiel Leipzig

Schauspielhaus Leipzig in der Bosestraße

Im Jahr 1821 ermordete der in Leipzig lebende Johann Christian Woyzeck aus Eifersucht die Witwe Woost im Seeburgviertel. Diese historische Tat, von der Büchner vermutlich in einer Zeitschrift seines Vaters erfuhr, diente zusammen mit weiteren ähnlich gelagerten Fällen als Vorbild für das Dramenfragment Woyzeck.

Die Figur Woyzeck ist ein einfacher Soldat, der als Diener beim Hauptmann arbeitet. Er gibt seinen kargen Lohn seiner Partnerin Marie, mit der er ein uneheliches Kind hat. Um sein Gehalt aufzubessern, nimmt er an einem Versuch des Arztes teil, er darf nur Erbsen essen und wird täglich untersucht. Marie bändelt mit dem Tambourmajor an, was Woyzeck mitkriegt. Er hört Stimmen, vermutlich als Folge seiner einseitigen Ernährung mit Erbsen, die Stimmen befehlen ihm, Marie umzubringen. Er kauft sich ein Messer und ersticht sie.

Das Besondere an diesem Drama war sein Held aus der Unterschicht und die Darstellung einer sadistischen, erbarmungslosen Gesellschaft, die Woyzeck fortlaufend demütigen und mitschuldig sind an seiner Tat.

Dies kam in der Leipziger Woyzeck-Inszenierung hervorragend zur Geltung. Die anderen Protagonisten kamen angekrochen von hinten und mitten durch die Blutlache, die theatralisch auf den Boden geklatscht war.