Die Magie des Kinos
Das Wanderkino ist ein Bus, der durch die Lande fährt und mal hier, mal dort ein Stück Wiese oder einen Parkplatz in einen Freilicht-Kino-Saal verwandelt. Dabei werden Stummfilme gezeigt und live mit Musik untermalt, so wie in den Anfangstagen des Kinos zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Leipzig bleibt der Kinobus noch ein wenig länger, bis zum 10. Juni finden die Stummfilmtage auf der Warze statt.
Das Programm dieses Abends bestand aus ein paar Kurzfilmen zum Warmwerden, bevor dann mit Die drei Zeitalter von und mit Buster Keaton der Hauptfilm begann. Es ist eine Komödie über die Wirrungen der Liebe in drei Zeitaltern, der Steinzeit, dem alten Rom und der Jetztzeit (1920er). In allen drei Zeiten verkörpert Keaton einen schlacksigen, mittellosen Außenseiter, der das Herz einer schönen Dame erobern möchte. Diese wird jedoch auch von einem deutlich größeren und reicherem umworben, dem die Eltern den Vorzug geben. Nach einigen Wirrungen und einer Art Duell mündet die Geschichte in einer actionreichen Schlusssequenz, in der es dem Underdog dann doch gelingt, bei der schönen Dame zu landen.
Ich war beeindruckt, wie gut die Witze auch heute noch funktionieren, der Film ist vergleichsweise schnell geschnitten und mit sehr vielen liebevollen Details ausgestattet. Grandios auch die Stunts, die Buster Keaton alle selbst ausgeführt hat. Bekannt ist der Sprung von einem Häuserdach zum nächsten, bei dem Keaton abstürzte und so schwer verletzt wurde, dass die Dreharbeiten für einige Wochen unterbrochen werden mussten. Die Aufnahme landete dennoch im Film, da sie dramatischer wirkte als die mit gelungenem Dachsprung.